Insektenstiche: 1. Hilfe und wie ihr euch schützen könnt

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Gerade genießt man noch das Baden im Waldsee, da schlägt man auch schon wild um sich: Mücken auf der Haut, Wespen im Getränk und Zecken im Gras. Wie könnt ihr euch und eure Kinder vor einem Insektenstich schützen und was tun, wenn euch Mücke, Biene, Zecke & Co erwischt haben? Wir geben euch hier Informationen und Tipps! Achtung: Das Lesen dieses Textes kann zu spontanen Schüttelreaktionen und Juckattacken führen!

Warum Insekten uns stechen

Ob zum Blutsaugen oder als Verteidigung – die Insekten stechen aus ganz verschiedenen Gründen:

Bienen: Die Nutztiere stechen nur, wenn sie sich bedrängt fühlen. Haltet daher Abstand und schützt eure Füße beim Laufen über eine blühende Wiese mit Schuhen. Auch bei glatten Rasenflächen muss man aufpassen – hier versteckt sich oft blühender Klee. Bienen verlieren beim Stechen ihren Stachel und können daher nur einmal zustechen (Tipps zum Entfernen des Stachels findet ihr weiter unten).

Wespen: Wespen leisten uns im Hochsommer und Spätsommer gern beim Grillen oder beim Picknick Gesellschaft, wenn sie auf der Suche nach Eiweiß (zur Ernährung der Larven) und Zucker (für ihr eigenes Überleben) sind. Auch sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen, daher schlagt nicht wild um euch und pustet sie auch nicht weg, denn das Kohlendioxid der Atemluft löst bei Wespen ein Alarmsignal aus und lässt sie noch aggressiver werden. Wespen verlieren den Stachel beim Stechen nicht, weshalb sie mehrmals zustechen können. Die Stiche sind dafür nicht so schmerzhaft wie Bienenstiche.

Übrigens:

  • Auch Wespen sind nützlich: Sie helfen bei der Bestäubung der Blüten und fressen viele Insekten wie Raupen, Blattläuse oder Mücken.
  • Hornissen zählen zu den Wespen. Dass ihr Stich besonders giftig und gefährlich ist, ist ein Mythos (Wespengift ist allgemein viel weniger giftig als z.B. Bienengift, löst aber häufiger Allergien aus).

Mücken: Mücken werden von unserem Körperduft und dem Kohlendioxid beim Ausatmen angezogen (und nicht vom Licht, wie man oft noch denkt). Nur die Weibchen stechen, da sie das Blut für die Entwicklung ihrer Eier benötigen. Den Stich selbst bemerken wir oft gar nicht, denn die Mücke ritzt die Haut zunächst nur an und gibt dabei eine kleine Menge Speichel ab. Dieser wirkt schmerzstillend und außerdem gerinnungshemmend, so dass unser Blut flüssig bleibt und die die Mücke in Ruhe saugen kann. Erst dann reagiert unser Körper auf das Eiweiß im Mückenspeichel mit einer Entzündungsreaktion.

Zecken: Auch wenn man umgangssprachlich vom “Zeckenbiss” spricht: Zecken stechen und beißen nicht. Entgegen vieler Meinungen lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen, sondern leben im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz. Hier lauern sie auf Warmblüter wie Tiere oder uns Menschen – im Vorübergehen heften sie sich dann an Fell, Haut oder Kleidung. Die Spinnentiere krabbeln dann weiter hoch, bis sie eine weiche Körperstelle finden und stechen dann zu. Wie beim Mückenstich wird die Einstichstelle mit dem Speichel betäubt, so dass wir selten etwas merken. Beim Saugen des Blutes (bis zu mehrere Tage lang) schwillt die Zecke an und kann bis zu anderthalb Zentimeter groß werden.

Den Insektenstich richtig behandeln

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Stachel entfernen: Wie erwähnt, bleibt bei einem Bienenstich der Stachel in der Haut. Dieser muss schnellstmöglich entfernt werden, um kein weiteres Gift in die Haut zu pumpen. Beim Entfernen daher den Giftsack am Ende nicht quetschen, sondern möglichst tief greifen (falls eine Pinzette zur Hand ist) oder den Stachel “rausschnipsen” oder rausschieben.

Zecke entfernen: Die Zecke sollte schnellstmöglich entfernt werden, denn die Tiere können Krankheiten wie Borreliose (eine bakterielle Infektionskrankheit) oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Viruserkrankung, die zu Hirnhautentzündung führen kann, bei Urlaub in Risikogebieten solltet ihr euch vorher impfen lassen) übertragen. Beim Entfernen die Zecke nicht quetschen oder den Kopf abreißen, das geht am besten mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder einer speziellen Pinzette. Nach einem Wald- und Wiesenspaziergang die Haut auf Zecken kontrollieren (inklusive Kopfhaut!).

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Behandlung mit Hitze: Hitze zerstört die Eiweißverbindungen aus dem Insektenspeichel und euer Körper schüttet weniger Histamin aus (welches das Jucken verursacht). Haltet dafür z.B. einen Löffel unter heißes Wasser (ca. 50 Grad) und presst ihn kurz auf den Insektenstich. Eine ähnliche Wirkung haben kleine elektrische “Stichheiler” wie bite away.

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Kühlen: Damit reduziert ihr die Schwellung und lindert den Juckreiz. Macht einen Umschlag mit kaltem Wasser oder nehmt Kühlpacks oder Eiswürfel (mit einem Tuch umwickeln, damit die Haut nicht erfriert, besonders bei Kinderhaut!).

Cremes, Gele, Öle & Co: Sie kühlen den Insektenstich und enthalten oft antiallergische Wirkstoffe und helfen so gegen den Juckreiz. Hier gibt es:

  • Mittel aus der Apotheke (z.B. Fenistil, Azaron oder das pflanzenbasierte Combuduron)
  • Tiger Balm (weiß), gibt es in der Drogerie – kühlt, lindert den Juckreiz und wehrt gleichzeitig weitere Insekten ab (jedoch “zu scharf” für kleine Kinder!)
  • Ätherische Öle, welche die Haut beruhigen, z.B. Lavendelöl oder Teebaumöl
  • Pflaster: relativ neu sind Gitter-Pflaster, die den Juckreiz allein durch ihre mechanische Wirkung lindern

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Hausmittel:

  • Spucke: vor allem kühlende Wirkung
  • Zwiebelhälfte: wirkt gefäßverengend und entzündungshemmend
  • Zitronensaft, Gurkenscheibe, Essigwasser: kühlen und lindern den Juckreiz

Nicht kratzen! Finger weg vom Insektenstich! Kratzen verschlimmert die Ausschüttung von Histamin und damit den Juckreiz, außerdem kann sich die Wunde dadurch entzünden.

Ab zum Arzt!

Bei allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich solltet ihr sofort zum Arzt (oder den Notarzt rufen, 112). Erkennungszeichen sind z.B. starke Schwellung, Atemnot, Herzrasen, Fieber, Erbrechen oder Kreislaufprobleme. Ebenfalls zum Arzt solltet ihr bei starken Rötungen/Entzündungen oder kreisrunder Rötung rund um einen Zeckenbiss. Das ist ein Hinweis auf eine Borrelien-Infektion, die mit einem Antibiotikum behandelt werden muss.

Stiche im Mund- und Rachenraum: bis zum Eintreffen des Notarztes Eiswürfel lutschen und den Hals kühlen (z.B. Umschläge mit kaltem Wasser).

So könnt ihr euch vor Insektenstichen schützen

Am besten kommt es gar nicht erst zum Stich! Wenn ihr diese Tipps beachtet, können viele Insektenstiche vermieden werden:

Kleidung: Lange Kleidung schützt vor Mücken und Zecken. Um Bienen nicht anzuziehen, vermeidet grelle Farben wie Rot oder Gelb.

Schuhe: Wenn im Gras der Klee oder andere Pflanzen blühen, geht besser nicht barfuß – hier sind oft Bienen unterwegs.

Duschen: Wenn ihr stark geschwitzt habt, hilft duschen, denn Körpergeruch und Schweiß locken Insekten an (und schrecken Mitmenschen ab ;)).

Insektenschutzmittel (Repellents): Die Sprays oder Cremes überdecken den Körpergeruch, sodass Insekten euch nicht mehr so gut orten können. Muss alle paar Stunden erneuert werden!

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Ätherische Öle (z.B. Citronella, Lavendel): Gebt ein paar Tropfen davon auf eure Kleidung oder stellt Kerzen auf. Eine Idee für Balkon und Garten: Duftende Pflanzen wie Lavendel, Tomate, Basilikum, Zitronelmelisse oder Duftpelargonie helfen ebenfalls bei der Mückenabwehr.

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Stehende Gewässer: Mücken legen ihre Eier in kleinste Wasserpfützen – achtet darauf, in eurem Garten oder Balkon keine Wasserlachen in Untersetzern, Schüsseln o.ä. zu bilden. Für die bei Mücken sehr beliebten Regentonnen gibt es passende Insektenschutzgitter.

Fenster und Türen: mit Insektengittern schützen. Über dem Bett helfen Mückennetze, diese gibt es auch für den Kinderwagen!

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Lebensmittel: Draußen als Schutz vor Wespen Getränke und Essen immer geschlossen aufbewahren oder clever abdecken (z.B. mit Fliegenhauben, Kronkorken aus Silikon oder selbstgebastelten Abdeckungen aus Bügelperlen). Vor dem Verzehr Essen und Getränke besser nochmal checken! Bei Wespen funktioniert eine “Ablenkfütterung” – stellt z.B. 10 Meter vom Tisch eine Schale mit überreifen Weintrauben bereit.

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Nicht zu empfehlen:

UV-Lampen: Keines der genannten Insekten wird von Licht angezogen (auch Mücken nicht), eine UV-Lampe ist also eine unnötige Investition und tötet höchstens Motten oder Nachtfalter.

Wespenfallen: Wespen in Not locken über einen Geruchsstoff andere Wespen an. Besser ist die o.g. Ablenkfütterung.

Das waren unsere Tipps gegen einen Insektenstich – wir wünschen euch eine stichfreie und juckfreie Sommerzeit!

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