#elternstriptease: Nina von nnhrst

Nina von nnhrst #elternstriptease Mama Mamasein Interview

Und weiter geht es mit unserer Reihe #elternstriptease. Diesmal macht sich die tolle Nina von nnhrst für uns nackig! Nina ist 37, hat einen Mann und eine fast 5-jährige Tochter. Sie hätte selbst nie darauf gewettet, dass sie mal in einer klassischen Konstellation mit Ring am Finger leben würde. Nicht zu vergessen: Zu ihrer Familie gehört auch noch Meckerhund Mio – Ninas Spirit Animal! 🙂 Was sie am meisten an anderen Müttern/Eltern nervt und ob sie sich das Mamasein genauso vorgestellt hat, lest ihr jetzt.

#elternstriptease

Liebe Nina, hast du dir schon immer ein Kind gewünscht?

Ich fand Kinder an und für sich schon immer gut, aber deswegen wollte ich nicht unbedingt ein eigenes haben. Vielleicht auch, weil ich es mir lange nicht zugetraut hätte. Ich finde es immer noch komplett irre, dass man uns damals einfach mit so einem zerbrechlichen, wenige Tage alten Bündel nach Hause geschickt hat.

Hast du dir das Mamasein genauso vorgestellt?

Ich habe eine blühende Phantasie, aber ich bin ganz schlecht darin, mir irgendwelche Zukunftsszenerien auszumalen. Ich mache lieber und gucke währenddessen, wie es läuft. Stand heute würde ich sagen, dass ich in den letzten fünf Jahren an nichts so sehr gewachsen bin wie an dieser mörderisch großen Verantwortung – und an der Tatsache, dass ich das echt überraschend gut hinbekomme.

Wie erziehst du dein Kind? Bist du eher Bauch- oder Kopfmensch?

Ich vertraue auf meine Intuition. Nur weil man dieses oder jenes schon immer gemacht hat, heißt das nicht, dass es sich für uns richtig anfühlt. In entscheidenen Situationen schalte ich sicher auch mein Hirn dazu, aber die Rolle des Kopfmenschen übernimmt mein Mann.

 

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Was möchtest du deinem Kind unbedingt mit auf den Weg geben?

Beim letzten Entwicklungsgespräch in der Kita hieß es, dass unsere Tochter unheimlich emphatisch ist und immer versucht, anderen zu helfen und Streit zu schlichten. Das macht mich ziemlich glücklich, denn ich habe das Gefühl, der Welt mangelt es gerade schwer an Empathie. Gleichzeitig ist es mir wichtig, ihr eine gehörige Portion Selbstwert mitzugeben, damit sie lernt, nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst einzustehen. Ich wünsche mir, dass sie Grenzen austestet und eigene Grenzen setzt und dass sie immer Vertrauen in sich und in uns als Eltern haben kann.

Hat dich dein Kind verändert? Siehst du manche Dinge jetzt anders?

Natürlich tauscht man mit der Elternschaft nicht seine komplette Persönlichkeit ein, aber Leben heißt Veränderung und wenn da plötzlich ein neuer Mensch an deiner Seite ist, der deinen Alltag bestimmt und sich an dem orientiert, was du ihm vorlebst, dann lässt dich das dein Verhalten auf jeden Fall stärker hinterfragen. Zumindest geht es mir so. Viele beharren ja darauf, dass sie auch mit Kind noch immer sie selbst sind, aber ich glaube, das hat mehr mit dem Bild der „typischen Mutti“ zu tun, das in der Gesellschaft immer noch vorherrscht, von dem man sich distanzieren will. Das Muttersein ist eine weitere Facette von mir, die ich selbst erst kennenlernen musste und die sich mit jeder neuen Erfahrung weiterentwickelt.

 

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Was nervt dich manchmal an anderen Müttern/Eltern?

Mich nervt dieser Wettbewerb, den ich manchmal unter Eltern beobachte. Vor allem, wenn ich das Gefühl habe, dass es gar nicht um die Kinder geht, sondern nur darum, sich selbst darzustellen. Ich kann außerdem wenig damit anfangen, wenn sich Gespräche immer nur um die Kinder drehen.

Vermisst du manchmal die Zeit, in der es nur dich und deinen Partner gab?

Klar fehlt es mir manchmal, spontan zu sein. Dass ich die Zeit vorher vermisse, kann ich aber nicht sagen. Wir waren schon fast 10 Jahre zusammen, bevor das Kind kam. Das war schön. Und jetzt ist es anders schön. Sich in seine neue Rolle als Mutter/Vater einzufinden, ist extrem herausfordernd, aber diese Schritte gemeinsam zu meistern, fühlt sich auch verdammt gut an.

Wie schaffst du es, dir Auszeiten zu nehmen?

In diesem Punkt predige ich Wein und trinke selbst Wasser. Ich erzähle immer, wie wichtig es ist, sich Auszeiten zu nehmen und bekomme es selbst nur bedingt hin.

 

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Was ist das Schönste am Kinderhaben?

Das Kind. Dabei sein zu dürfen, wie sich eine eigene Persönlichkeit entwickelt und die Welt wieder mehr durch Kinderaugen sehen zu können, das ist schön.

Und das Schwierigste?

Zu sehen, dass diese Welt leider oft nicht für Kinder gemacht ist. Dass man immer die Person ist, die erwachsen sein, Situationen manchmal aushalten und Lösungen finden muss, die für alle Beteiligten okay sind. Überhaupt, Lösungen im Privaten zu finden für strukturelle Probleme. Besonders aktuell in der Pandemie finde ich es extrem schwer, alte Geschlechterrollen aufzubrechen.

Welchen Rat würdest du frisch gebackenen Eltern geben?

Familie ist eine wahnsinnig individuelle Kiste. Ratschläge finde ich daher oft schwierig bis unangebracht. Mein Ratschlag wäre demnach, auf Ratschläge zu pfeifen und auf sich selbst statt auf andere zu schauen. Einen Tipp meiner Hebamme beherzige ich selbst aber bis heute. Ich haushalte mit meinen Kräften und wäge ab, wo ich meine Energie reinstecke.

 

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Liebe Nina, vielen Dank für deine Offenheit!

Ihr sucht noch mehr #elternstriptease-Interviews? Den Anfang haben Mareike von mareike_aue,  Ninia von ninialagrande, Thomas von easy.daddy und Victoria von victorypug gemacht.

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