Life Hacks für Alleinerziehende – so bewältige ich den Alltag als Single Mom

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Frisch alleinerziehend und ihr habt keine Ahnung, wie ihr den Alltag allein mit euren Kindern bewältigen sollt? Allein abends zwei oder mehr Kinder ins Bett bringen, lange Autofahrten, das Abholen im Krankheitsfall von Kita und Schule während der Arbeitszeit? Unsere Autorin Sarah ist alleinerziehende Mama von zwei Söhnen im Kindergarten- und Grundschulalter und verrät euch hier ihre „Überlebenstricks“ im Alltag!

Life Hacks für Alleinerziehende

1) Organisation ist alles – aber schmeißt über den Haufen, was euch organisatorisch zu sehr stresst

Ganz ehrlich: Seit ich alleinerziehende Mama bin, bin ich bestens organisiert. Zwar war ich auch davor nicht wirklich chaotisch, aber ich habe einfach gemerkt: Neben meinem Beruf zwei Kids im Alltag allein zu versorgen, das bedeutet nicht nur sehr wenig Schlaf und Freizeit, sondern auch eine Menge Alltagsorganisation. Und die bewältige ich einfach besser, wenn ich mir dafür einen Plan mache. Wie das aussieht? Zum Beispiel so:

Essensplan mit unseren Top 10 Lieblingsgerichten

10 Tage, 10 Lieblingsgerichte, die wir als Familie alle gern mögen und die für mich zwischen Beruf und Familienalltag leicht zuzubereiten sind. Weil ich echtes Fastfood und Tiefkühlpizza nicht mag, es aber trotzdem oft schnell gehen muss, mache ich den Mix aus „Ready-Made“ und Frischem obendrauf. Also selbst gestampfter Kartoffelbrei mit Tiefkühl-Hähnchen Nuggets oder Flammkuchenteig aus der Packung, selbst belegt. Auch Maultaschen, Käsegnocchi oder Nudeln mit Tomatensoße gehen bei uns immer. Etwas frisches Gemüse dazu – fertig ist die Mahlzeit.

Extra-Bonus der Gerichte-Vorauswahl: Ich weiß inzwischen auswendig, was ich beim Wocheneinkauf besorgen muss, werfe deutlich weniger weg, was Natur und Geldbeutel schont – und habe einen Punkt auf der Mental Load Liste gestrichen. Und wenn wir mal keine Lust auf Essen nach Plan haben? Natürlich auch kein Problem – dann gibt es Freestyle außer der Reihe!

Wichtige Termine im Planer und in der Küche am Kleiderbügel

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Kennt ihr die Flut an Zetteln und Terminen, die für eure Kids spätestens ab dem Grundschulalter bei euch eintrudeln? Ich behalte den Überblick, indem ich das Aktuellste an einen Haken in der Küche hänge (eingeklemmt in einen klassischen Hosenkleiderbügel) und Termine direkt in meinem Jahresplaner notiere. Bei mehreren Kindern kann auch ein klassischer Familienplaner als Wandplakat Sinn machen. So bin ich informiert, wenn es darauf ankommt und habe alles Wichtige griffbereit, was mir im Alltag viel Zeit und Stress spart.

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Feste Plätze für Kleidung, Schlüssel und Co

Ein weiterer Punkt, der zumindest bei mir als Alleinerziehende den Stress extrem reduziert: Ich weiß immer ziemlich genau, wo die wichtigen Dinge in unserem Haushalt zu finden sind – einfach, weil sie feste Plätze haben. Das Pflaster für die Platzwunde, der Nussknacker in der Vorweihnachtszeit, Faschingskostüm, Heckenschere – ein Griff und ich habe es parat. Leuchtende Kinderaugen und erleichterte Seufzer inklusive…

Und wenn ihr euch jetzt fragt: Finde ich so wirklich immer alles? Nö, natürlich nicht. Aber es lebt sich einfach wirklich deutlich entspannter, wenn du nicht ständig auf der Suche bist. Das haben inzwischen übrigens sogar meine Kinder verstanden, die ihren Kram zumindest 7 von 10 Mal auch an ihren Platz zurück räumen.

Was abends getan ist, stresst morgens nicht

Ebenfalls eine echte Erleichterung, die vor allem morgens vor Schule und Kita viel Stress herausnimmt: Ich bereite die Brotdosen bereits am Vorabend vor und lege möglichst auch die Kleider für den nächsten Tag schon parat. „Liegt im roten Regal“ ist dann unser geflügeltes Wort am Morgen, mit dem sich meine Kids schnell selbst anziehen können (zumindest theoretisch…). Hosen, Socken usw. liegen dort nämlich griffbereit.

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2) In Krisenfällen cool bleiben? Kids mithelfen lassen, Stimme senken und Notfallprogramm parat haben

Klingt ein bisschen nach Task Force 1? Hilft aber enorm, auch wenn Kind eins sich nachts plötzlich übergibt, Kind zwei davon aufwacht und beide weinend nach Mama rufen. Oder auch, wenn du im Stau stecken bleibst, die Kita aber in zehn Minuten schließt. Und sogar, wenn ihr einfach nur alle abends hundemüde seid, aber die Zähne noch nicht geputzt sind und die Küche nicht aufgeräumt.

Meine Tendenz in solchen Situationen: Innerlich würde ich am liebsten schreien – aber äußerlich bleibe ich in echten Krisensituationen ziemlich ruhig (eben: Stimme senken) und gebe meinen Kids konkrete Aufgaben („Bleib hier und wickle dich in deine Decke, ich muss deinem Bruder die Schüssel halten, bis er sich fertig übergeben hat!“).

Und ich plane möglichst schon außerhalb der Notfallzeiten, was ich tun kann, wenn Land unter ist: Wer holt meine Kids von Kita und Schule ab, wenn ich es mal nicht tun kann? Zu wem in der Nachbarschaft können sie im Notfall auch mal zwei Stunden? Was sind die Nummern vom Giftnotruf, Schlüsseldienst, meinen Notfallkontakten? Das rettet die Situation im Notfall auch nur bedingt, macht mich vorab aber entspannter – so dass ich meine Nerven für die echten Notfälle schonen kann.

3) Alltagsrituale sind das A und O

Ach ja, und nicht zuletzt: Wie zwei Kids abends zeitgleich ins Bett bringen? Wie dem einen beim Lesenlernen helfen, während das andere um uns herumtobt? Wie überhaupt kochen, aufräumen, meinen Beruf ausüben, den Haushalt bewältigen und zugleich noch für meine Kinder da sein?! Ich gebe zu, ich habe viele 14-15 Stundentage, die mit noch recht kleinen Kindern auch nachts oft nicht vorbei sind („Mama, ich habe schlecht geträumt, darf ich zu dir ins Bett?“). Das bewältige ich nur, indem ich meine Kids immer dann, wenn’s wirklich brennt bei ihnen, zur Priorität mache – und sonst müssen sie sich eben oft selbst beschäftigen, mithelfen, auch mal ohne mich machen. Und manchmal springt auch „Babysitter“ Kinder-TV für eine halbe Stunde ein…

Meine Jungs haben das mit ihren 3 und 8 Jahren bereits ganz gut verstanden. Klar, jeder will mal in der ersten Reihe stehen – aber wenn Mama zwischendrin eine Pause braucht, spielen sie auch wirklich allein miteinander. Vielleicht auch, weil ich mir dazwischen immer wieder bewusst Zeit für sie nehme, weil wir feste Rituale haben, wie dass wir alle gemeinsam essen, wenn sie aus Kindergarten und Schule kommen, dass wir jeden Abend in festem Ablauf Zähneputzen, sie noch etwas spielen (in der Zeit richte ich das Nötigste für den nächsten Tag) und danach noch ein von ihnen abwechselnd ausgewähltes Buch gemeinsam lesen. Was auch hilft: Sie schlafen in einem Zimmer, so hat keiner Angst allein – und ich zumindest nachts (meist) meine Ruhe. Und sie lernen in unserem Alltag eine Regelmäßigkeit und Berechenbarkeit kennen, die ihnen Halt gibt und von der aus dann auch wieder Spontanes gut möglich ist.

4) Nimm dich selbst wichtig und pflege deine sozialen Kontakte!

Mein Tipp überhaupt: Hör auf, alles alleine schultern zu wollen. Und hol die Menschen, die dir lieb sind, in deinen Alltag hinein, statt dir extra Zeit für sie „freizuschaufeln“. Oma möchte ihren Enkel wiedersehen? Vielleicht mag sie ihn einmal pro Woche von der Schule abholen und mittags für ihn und sich kochen? Die beste Freundin hat Lust auf ein Treffen? Geht erst gemeinsam Schuhe shoppen mit den Kids, dann ein Eis essen – Kinderunterhaltung und Freundschaftszeit in einem. Auch liebe Nachbarn und Eltern von Klassenkameraden sind Gold wert, um im Krankheitsfall gegenseitig die Hausaufgaben mitzubringen oder bei kleineren Notfällen bei der Betreuung einzuspringen.

Und natürlich hast du auch ein absolutes Anrecht auf Zeit für dich. Warum nicht mit einer anderen alleinerziehenden Mutter abwechselnd einen Babysitter bezahlen, der eure Kids für zwei bis drei Stunden gemeinsam betreut? Oder gleich die Kinder bei Freunden zu Besuch schicken – deren Kids freuen sich über Spielkamerad:innen und du hast etwas Zeit für dich. Auch Kindergeburtstage lassen sich viel besser zu zweit organisieren. Also schaffe dir, falls du es noch nicht hast, nach und nach ein Netz von lieben Menschen, die dich im Alltag begleiten und unterstützen. Natürlich ist das kein Einbahnverkehr und auch du wirst das ein oder andere Mal die Kids deiner Freunde um dich herumtoben haben – aber letztlich profitiert ihr alle davon.

Fazit: Alleinerziehend zu sein ist ein Hammerjob – bewältige ihn nicht allein!

Allein für ein, zwei oder mehr Kids da zu sein, ist ein Hammerjob, den wir als Alleinerziehende täglich leisten. Dementsprechend funktioniert es als Familie auch nur gemeinsam. In Kurzfassung: Gute Orga, immer wieder prüfen, was hat jetzt Priorität? Langsam machen, wenn es stressig wird und – ganz wichtig – auch auf dich als Mutter achten: So wird dein Leben als alleinerziehende Mutter nicht unbedingt leichter. Aber dir wird es sicher leichter ums Herz. Weil du eben nicht immer am Limit unterwegs bist. Herzlich alles Gute dabei!

Verratet uns hier gern eure eigenen Life-Hacks und Tipps für den Alltag allein mit euren Kids!

Fotos: Sarah Zöllner

Noch mehr Tipps für Alleinerziehende findet ihr  in unserer passenden Rubrik. Zum Beispiel:

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