Eindeutig zu kurz gekommen! – Selbstbefriedigung in der Pandemie

Selbstbefriedigung in der Pandemie

Daniela ist 37, hat einen 2jährigen Sohn und wohnt mit ihrem Freund und Kind in Berlin am Prenzlauer Berg. Sie schreibt ab jetzt für POLA Kolumnen und wir freuen uns riesig. Daniela nimmt (Gott sei Dank!) kein Blatt vor den Mund und spricht über Themen, die einigen Menschen immer noch unangenehm sind oder für sie sogar ein Tabu darstellen. Zum Beispiel, dass man eine offene Beziehung führen kann, auch wenn man ein Kind zusammen hat und dabei eine richtig glückliche, kleine Familie ist. Oder aber über die Selbstbefriedigung in der Pandemie!

Die schönste Nebensache der Welt

So einiges kommt in den letzten 12 Monaten zu kurz; der Job, die Familie, Freunde treffen so wieso, Freizeit und ganz besonders Me-Time. Damit meine ich allerdings nicht so was wie lesen, Sport machen oder in Ruhe mit einer Freundin telefonieren, sondern…. die gute alte Selbstbefriedigung! Klingt banal und nicht wichtig? Natürlich gibt es in einer Pandemie weitaus größere Probleme, dessen bin ich mir natürlich bewusst aber hey, ich mag masturbieren wirklich sehr sehr gerne…!

Ich schreibe diese Zeilen unter einem enormen Interessenskonflikt – mein Sohn und mein Freund sind gerade auf dem Spielplatz damit ich diesen Artikel fertig schreiben kann. Doch eigentlich würde ich die kurze Zeit alleine viel lieber für was anderes nutzen… ich hab nämlich tierisch Lust zu masturbieren. Was bitte möchte sie? Ja genau! Ich mein wenn nicht jetzt, wann denn dann bitte? Ist nämlich gar nicht so einfach, wenn man auf Grund einer Pandemie plötzlich 24/7 als Familie aufeinander hängt. 

Natürlich hat Selbstbefriedigung nicht mehr so einen hohen Stellenwert für mich wie früher. Es gab Phasen da hat die Hand jeden Morgen wie automatisch, nach dem Aufwachen, ihren Weg gefunden und ich bin gut gelaunt und mit rosigem Teint aus dem Bett gesprungen. Ich glaub seit ich etwa 14 bin gehört „die schönste Nebensache der Welt“, im Alltag, für mich irgendwie dazu. Entspannung pur, wenn man mich fragt. Hilft mir bei Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, fördert die Selbstliebe und ist selbstverständlich das besten Mittel bei der manchmal kaum zu bändigen Lust während des Eisprungs. Ich bin also nicht nur großer Fan, sondern für mich fällt das ganze Thema auch in die Kategorie Wellness und Me-Time. Ihr könnt mir die Yoga-Studios nehmen, die Massage-Studios schließen, die Bars (schnief!) aber bitte lasst mir die Zeit unter der Bettdecke. Es fällt mir also nicht leicht zu verbergen dass mir diese Pandemie langsam zusetzt. Deshalb müssen dringend Schlupflöcher her – natürlich nicht weil mein Freund nichts von meinem kleinen Hobby wissen darf, sondern weil ich dabei einfach gerne ungestört bin und es wie gesagt dabei einfach nur um mich geht. Was also machen wenn man seit, mehr oder weniger, einem Jahr rund um die Uhr auf einander hockt? Homeoffice, Kitaschließung und Lockdown sei Dank.

Morgens kurz vor dem Durchdrehen

An den meisten Tagen hab ich meine Lust eigentlich völlig unter Kontrolle, denn zwischen 35 Büchern am Tag die ich vorlesen darf, drei mal am Tag Tisch decken und abräumen, Texte schreiben und dem üblichen Chaos macht die Lust sich, völlig verständlich, ziemlich rar. Doch kurz vor dem Eisprung wartet sie dafür auf ihren großen Einsatz, holt alles raus und zeigt sich von ihrer besten Seite. Besonders Morgens bin ich dann kurz vorm Durchdrehen und warte eigentlich nur auf den richtigen Augenblick. Ein Plan muss her. Ich also: „Habt ihr nicht Lust Brötchen kaufen zu gehen, ihr Zwei?“ (Der Bäcker ist nicht weit entfernt, aber alles in allem würde mir das Unterfangen sicher 15-20 Minuten schenken. Mehr als genug!) Er: „Wir haben noch Aufback-Brötchen im Gefrierschrank, die können wir doch machen.“ Shit. Nächster Versuch. „Ich geh schnell duschen!“ Nicht mein Lieblingsort für meine Me-Time aber besser als nichts. „Guck guck Mama!“ – und schon schiebt eine kleine Hand die Tür der Dusche auf. Cool, danke! Ok, dann also erst mal Family-Time, alles andere wird auf später verschoben. Vorfreude ist ja bekanntlich eh die schönste Freude. 

Am Nachmittag schlägt der Freund doch dann tatsächlich noch mal vor mit unserem Sohn eine Runde um den Block zu rollern. Ich wittere meine Chance und mache trotzdem einen groben Anfängerfehler und gehe ans Telefon als meine Mutter anruft. Ich bekomme sie nicht abgewimmelt und das Gespräch zieht sich. „Mama, ich muss noch schnell was erledigen!“ falle ich ihr irgendwann mit Nachdruck ins Wort, schnell auflegen, ins Bett kuscheln, Laptop auf, Standard-Seite aufrufen und los geht’s… Hab ich da Stimmen im Treppenhaus gehört? War das ein Schlüssel? Wie wenig kann man mit dem Kopf eigentlich bei der Sache sein? Ich verdrehe innerlich die Augen, schaffe es trotzdem noch irgendwie zum Ende zu kommen, bevor die Jungs wieder vor der Tür stehen. Das hat früher irgendwie mehr Spaß gemacht, aber hey man freut sich schließlich auch über die kleinen Dinge. Morgen müssten die „schlimmsten“ Tage erst mal wieder vorbei sein und ich kann mich wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Bis zum nächsten Monat, aber wer weiß – mit etwas Glück ist der Lockdown dann ja vielleicht schon wieder etwas gelockert und wir haben wieder mehr Zeit für uns. Bis dahin bleiben die Hände wohl leider über der Bettdecke.

Text: Daniela Wilmer

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