„Was“ ist viel wichtiger als „wie lange“ – ein neuer Ratgeber zur Medienerziehung

In den aktuellen Zeiten von Corona, Home Office, Home Schooling und Kinderbetreuung zu Hause sind digitale Medien ein Segen. Größere Kinder können digital am Unterricht teilnehmen, mit Apps lernen und mit ihren Freunden in Kontakt bleiben. Kleinere Kinder können damit Sport treiben, spielen und ihre Lieblingsserie schauen und wir können durchatmen und unserer eigenen Arbeit nachgehen. Aber plagt euch auch das schlechte Gewissen bei „zu viel“ Medienzeit und habt ihr Angst, in Sachen Medienerziehung etwas falsch zu machen und dass die Kinder auch nach Corona zu ewigen Bildschirmzombies werden? Befürchtet ihr, dass eure Kinder falsche Dinge entdecken und versteht ihr den Hype um die ganzen Influencer nicht?

Liebe Eltern, wir haben gute Nachrichten: Macht euch locker! Wir haben für euch ein super Buch entdeckt, das Eltern hilft, sich im Mediendschungel der Kinder zurecht zu finden, den Anschluss nicht zu verpassen und ein kompetenter Ansprechpartner für den Nachwuchs zu werden: „Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss!  Mit Kindern tiefenentspannt durch den Mediendschungel“* von Patricia Cammarata.

Von Patricia sind wir Fan, seit wir dank ihrem Buch „Sehr gerne, Mama, du Arschbombe: Tiefentspannt durch die Kinderjahre“*  über den Alltag mit Kindern herzlich lachen konnten. Die Diplom-Psychologin ist nicht nur Autorin, sondern auch Podcasterin. Sie schreibt seit 2004 unter dasnuf.de ins Internet und das so erfolgreich, dass sie bereits mehrere Preise gewonnen hat. Sie hat selbst drei Kinder und teilt in ihren Büchern ihre eigenen Erfahrungen als Mutter.

In ihrem neuen Buch beantwortet Patricia auf Augenhöhe die wichtigsten Fragen zur Medienerziehung und das Beste: Hier wird nicht der mahnende Zeigefinger gehoben, denn laut Patricia ist es völlig okay und sogar gut, dass eure Kinder Medien nutzen – auf das wie kommt es an und eine kompetente Begleitung durch uns Eltern In unserem Interview haben wir Patricia für euch mit unseren Fragen gelöchert:

    

Fotocredit: Marcus Richter / Buch publiziert vom eichborn Verlag

Medienkompetenz statt Vorurteilen und Ängsten

POLA: Liebe Patricia, wie kamst du auf die Idee, dieses Buch zu schreiben?

Patricia Cammarata: Ich bin sehr technik- und internetaffin und stoße auf Elternabenden oft hauptsächlich auf Vorbehalte und Ängste, wenn es um Kinder und digitale Medien geht. Auch viele Medien sind voll von alarmistischen Thesen wenn es um unsere Kinder geht. Ich wollte gerne einen konstruktiven Ansatz geben und möglichst differenziert und unterhaltsam die einzelnen Themengebiete beleuchten, so dass Eltern sich selbst und ihre Kinder medienkompetent machen können.

Eltern vergleichen sich nicht nur bei Elternversammlungen permanent untereinander. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn meine Kinder ein Handy haben, Serien streamen dürfen und eine eigene Spielkonsole besitzen?

Nein, zumindest dann nicht, wenn man mit den Kindern – je nach Alter – die möglichen Gefahren besprochen hat oder dafür gesorgt hat, dass die Kinder sich auskennen oder nicht in Dinge hineingeraten, die ihnen vielleicht Angst machen oder sie anders negativ beeinflussen.

Was heißt das genau?

Es ist ein großer Unterschied, ob ein dreijähriges Kind unbeobachtet vor YouTube sitzt und Autoplay aktiviert ist (d.h. im Anschluss wird  direkt ein „ähnliches“ Video gezeigt, Anmerkung der Redaktion). Oder ob es über einen Streamingdienst schaut und ihr die Lieblingsserie vorher stichprobenartig mitgeschaut habt.

Ob ein Sechsjähriges eine App nutzt auf einem Gerät, bei dem der Zugang zum Appstore und die Zahlungsdaten hinterlegt sind. Oder ob dasselbe Kind die gekauften Version einer App verwendet, über die sich die Eltern im Vorfeld informiert haben.

Ob ein zwölfjähriges Kind ein eigenes Handy hat, ohne dass es weiß, was Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming ist und was im Fall der Fälle zu tun ist. Oder ob es sich um ein aufgeklärtes zwölfjähriges Kind handelt, das sich im Zweifelsfall auch an die Eltern wendet. Das sind eben sehr unterschiedliche Dinge.

Warum sind Kinder eigentlich so versessen auf Medienkonsum?

Katja Berlin für #nur30min

Zuallererst, weil viele meistens im Alltag von klein an vorgelebt bekommen, dass digitale Medien etwas sind, das die Erwachsenen von morgens bis abends begleitet. Später wird dann durch den Austausch mit Gleichaltrigen nach und nach klar, was das Internet für vielfältige Möglichkeiten bietet: die unendliche Wissensdatenbank, der orts- und raumunabhängige Kontakt zu den Freund*innen oder der vielfältige Unterhaltungs- und Spielspaß.

Und woher kommt umgekehrt die Angst von uns Eltern, hier etwas falsch zu machen?

Viele Eltern kennen sich nicht gut aus und fühlen sich überfordert.

Ich glaube tatsächlich, weil sich viele nicht gut auskennen. Wenn Eltern überhaupt zum Beispiel von Twitch, Tellonym oder TikTok gehört haben, dann kennen sie diese Plattformen in den allerwenigsten Fällen von der aktiven Nutzung. Es ist ein menschlicher Reflex unbekannte, unkontrollierbare Dinge erstmal zu fürchten oder mindestens mal skeptisch zu beäugen. Viele Eltern fühlen sich von der Vielfalt der digitalen Angebote überfordert und sie haben ja auch recht: Das Themenfeld ist riesig und es wandelt sich fortlaufend und es kommen ständig neue Plattformen und Themen hinzu.

Verrät der Titel schon deine Empfehlung für eine strenge zeitliche Begrenzung der Mediennutzung?

Viel wichtiger als das »Wie lange« ist doch das »was«.

Nein, er persifliert dieses beinahe geflügelte Wort, denn die meisten Eltern reproduzieren diese Vorgabe, weil sie auf vielen Seiten über Medienerziehung empfohlen wird – und zwar ohne, dass diese Regel begründet wird. Viel wichtiger als das »Wie lange« ist doch das »was«.

Wie erwirbt man als Eltern Medienkompetenz und wie kann ich in Sachen Medienerziehung eine gute Beziehung zum Kind aufbauen?

Indem man zum Beispiel mein Buch liest… Spaß beiseite. Das Problem ist: Ich kann hier keine drei Sätze umfassende Regel zitieren. Es ist ein langer Prozess, sich Medienkompetenz anzueignen. Deswegen schrecken ja viele Eltern davor zurück, diesen Weg zu gehen und greifen lieber auf leicht zitierbare Regeln zurück.

Am besten nimmt man sich vom Kleinkindalter an Thema für Thema vor und arbeitet sich an konkreten Beispielen durch. Das Kind ist drei und will am Tablet spielen? Folglich beschäftigt ihr euch mit der Frage, was macht gute Apps aus? Wie sieht es beim Thema Impulskontrolle bei Dreijährigen aus? Wie wird sich das beim Thema Apps spielen äußern?

Das Kind will Kanälen von YouTube Influencern folgen? Ihr schaut euch besagte Kanäle stichprobenartig an, bildet euch eine Meinung, fragt die Kinder, was sie fasziniert… Im Buch führe ich so durch die einzelnen Themen. Es ist wichtig für die Eltern, Wissen aufzubauen und im Gespräch mit den Kindern zu bleiben, sie und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Im Buch erwähnst du die 3-6-9-12-Regel. Was verbirgt sich dahinter?

Eltern haben eine Vorbildwirkung.

Das ist eine grobe Orientierung, die oft zitiert wird und einige Meilensteine nach Alter nennt:

  • kein Bildschirm unter 3 Jahren
  • keine eigene Spielkonsole unter 6 Jahren
  • kein eigenes Handy unter 9 und
  • kein unbeaufsichtigtes Internet vor 12 Jahren.

Und da sieht man es dann schon: So absolut muss es eben nicht sein. »Kein Bildschirm unter 3 Jahren«, das ist so unrealistisch wie mit Geschwisterkind den »Kein Zucker unter 1 Jahr«-Vorsatz durchzuhalten. Ich lese das eher als »ist nicht unbedingt notwendig« aber da muss man eben an die eigene Vorbildwirkung denken. Wenn wir als Eltern dem Handy viel Aufmerksamkeit schenken, ist es klar, dass Babys und Kleinkinder glauben, dass es etwas Wichtiges und Aufregendes ist, was unbedingt untersucht werden muss.

Auch sind die Stufen 9 und 12 schwammig. Denn wenn das Kind ein eigenes Handy hat, dann hat es gleichzeitig unbeaufsichtigtes Internet.
Die Regel ist eher wie die USK aus der Perspektive des Schutzes zu sehen, denke ich (USK = Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, die in Deutschland verantwortliche Stelle für die Altersfreigabe von Videospielen, Anmerkung der Redaktion).

Ab 3 also Fernseher an?

Wenn das mal 20 Minuten Entspannung für alle bringt und ein altersgemäßes Programm ist – warum nicht?

Und das erste Handy zum 9. Geburtstag oder wie kann man sich hier orientieren?

Wichtig ist, dass das Kind aufgeklärt ist. Das Alter ist insofern nur relevant, als dass es grob festlegt, ob das Kind die ganzen Themen überhaupt verstehen und umsetzen kann. Wenn man früh genug mit der Medienerziehung anfängt, dann kann das mit 9 ganz gut klappen. Juristisch spricht man hier von »Einsichtsfähigkeit« – diese ist allerdings erst später gegeben. Meine Kinder haben mit 9 noch kein Smartphone gehabt.

Tatsächlich gibt es einen Punkt, an dem es ganz im Sinne des Kindes ist, ein Smartphone anzuschaffen. Wenn etwa die Hälfte aller Freund*innen eins haben, wandert die Kommunikation ins Digitale und der soziale Druck steigt. Das ist rein statistisch mit ungefähr 10 Jahres der Fall. Bis dahin sollte der grundlegende Umgang mit dem Smartphone besprochen sein, und ihr solltet mit euren Kindern auch einmal grob alle Themen meines Buches angesprochen haben: Datenschutz, Cyber-Mobbing, CyberGrooming, Kostenfallen und so weiter.

Wo du es erwähnst – Cyber-Mobbing, Datenschutz, Pornografie. Viele Eltern möchten die Kinder vor den Gefahren der digitalen Medien schützen. Also eine Sperre aufs Handy und täglich kontrollieren, was das Kind mit dem Handy treibt?

Das Wichtigste ist die Aufklärung.

Ich halte es für keine gute Idee, Kinder zu überwachen. Die Kinder lernen dabei nichts und sind nicht gewappnet, wenn wirklich mal was passiert. Viel wichtiger ist die Aufklärung. Und grundsätzlich darf man Kindern auch Vertrauen schenken und kann ihnen klar machen: Wenn entgegen unserer Absprachen mal etwas Blödes oder Seltsames passiert, wende dich an mich. Wir besprechen das.

Wenn man bereit ist, sich täglich die Zeit zu nehmen um zu kontrollieren, dann vielleicht die Zeit konstruktiver nutzen und das Kind fragen: Was hast du heute angeschaut? Was war das Thema deines Lieblingsyoutubers? Was sind die aktuellen Memes? Welchen Instagramkanal hast du heute neu entdeckt?

Viele Kinder verehren Influencer ja geradezu und verfolgen jeden Atemzug bei YouTube und in den sozialen Medien. Für uns Eltern ist das eine ganz andere Welt. Was sollten wir ihnen hierzu vermitteln?

Die Frage lautet eher: Was sollten wir unsere Kinder fragen und worüber sollten wir als Eltern nachdenken? Nur weil etwas anders ist oder wir es fremd finden, ist es nicht schlecht. Nur weil etwas nicht unserem Geschmack, unserer Ästhetik oder unserem Humor entspricht, ist es nicht minderwertig.

Wir sollten lieber mal unsere Kinder fragen: Warum fasziniert dich das? Warum schauen das zurzeit alle? Und dann lassen wir die Kinder eine Liste von Kanälen oder Clips machen, die wir uns als Hausaufgabe anschauen. Wir können dann notieren, was wir warum vielleicht nicht gut finden und dann mit den Kindern darüber sprechen. Zum Beispiel: Haben die Kinder auch die Schleichwerbung entdeckt? Hören die Kinder, welches Rollenbild vermittelt wird?

Nur, wenn wir konkret werden und mit Argumenten arbeiten, werden uns die Kinder beziehungsweise Jugendlichen ernst nehmen. Nur zu sagen: »Wäh, das ist doch hohl!«, wird nur dazu fühlen, dass die Kinder denken: »Alles klar, die haben halt keine Ahnung.«

Worauf achtest du selbst bei der Auswahl von Spielen?

Darauf, dass die Spiele altersgemäß sind. Dazu bietet die USK erstmal eine grobe Orientierung. Dann, dass sie nach Möglichkeit werbefrei und frei von Inapp-Käufen sind. Darauf, dass sie nicht sinnlos persönliche Daten abfragen und mittracken. Dafür muss man meist ein paar Euro in die Hand nehmen. So wie man eben auch Geld für Bücher ausgibt. App-Entwickler müssen Geld verdienen. Gute Apps sind in der Regel nicht kostenlos.

Der Weg ist in der Regel übrigens umgekehrt: Nicht ich empfehle, sondern die Kinder haben Wünsche und da muss man sich eben hinsetzen und die Bewertungen im App-Store durchlesen, dazu recherchieren, Seiten wie den Spieleratgeber NRW ansteuern. Eine gute Sammlung von Empfehlungen gibt es aktuell z.B. auf Coronapause.de.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder einfach IMMER schlechte Laune haben, sobald sie mit dem Spielen aufhören müssen. Ist es eigentlich jemals genug gespielt?

Ja, es ist durchaus mal genug gespielt. Es kommt halt drauf an, wie alt das Kind ist und ob es selbst entscheiden kann oder ob die Eltern wie bereits erwähnt mitten im Spannungsbogen das Spiel unterbrechen oder ob das Spiel überhaupt einen Spannungsbogen hat.

Dass die Kinder schlechte Laune haben, hat einen ganz anderen Grund. Wenn die Kinder spielen, dann kommen sie oft in einen sogenannten Flowzustand. Sie finden dann ein Gleichgewicht zwischen Herausforderung des Spiels und dem eigenen Können. In diesem Zustand klinkt etwas im Gehirn aus: sehr vereinfacht gesprochen – die Impulskontrollinstanz. Wenn dieser Flowzustand unterbrochen wird, dann reagiert das Kind auf die Störung »Zum Ende kommen« mit schlechter Laune. Ich kann sehr empfehlen sich mit diesem Phänomen mal genauer auseinanderzusetzen, z.B. indem man die Podcastfolge »Ist alles Sucht, was wir Sucht nennen?« anhört.

Bei Teenagern steht das Handy niemals still, Nachrichten kommen im Sekundentakt und der Urlaubstag wird anhand perfekter Instagram-Locations geplant. Müssen wir Eltern das hinnehmen oder hast du hier Tipps, die den Familienalltag entspannen?

Trefft Vereinbarungen zu einem guten Zusammenleben.

Am meisten entspannt es den Familienalltag wahrscheinlich, wenn man darüber spricht, warum es die Eltern stresst, wenn das so ist. Für Eltern ist es auch schwierig, bei den eigenen Kindern den Übergang von Kindheit zur Jugend zu begleiten. Allgemein geht es darum, Vereinbarungen zu einem guten Zusammenleben zu treffen. Man muss Kompromisse finden. Also einen Familienalltag, der unterschiedlichen Bedürfnissen entgegenkommt.

Auf der anderen Seite sollte man aber auch verstehen, dass Kinder ab einem gewissen Alter eher an den Gleichaltrigen als an den Eltern interessiert sind. Diese Umorientierung ist eine ganz normale Entwicklung in der Pubertät und findet ihren Ausdruck heutzutage eben im Smartphone.

Ein Kompromiss kann dann z.B. sein, das Handy in bestimmten Zeiten nicht zu nutzen – was dann auch für die Erwachsenen gilt. Oder zu sagen: »Hey, wenn wir einen Ausflug machen, dann wäre es schön, wenn wir den wirklich gemeinsam machen. Wir besorgen uns jetzt eine Digitalkamera, lassen die Handys zuhause und wenn ihr Fotos machen wollt, dann mit der Kamera, die könnt ihr dann später posten.«

Auch kann man sich überlegen, ob man unwillige Teenagerkinder wirklich auf jeden Ausflug mitschleppen will…  Wir machen das nicht und es kommt oft vor, dass das Kind beim nächsten Mal freiwillig mitkommt, weil es dann selbst fühlt: »Der Tag am Smartphone war jetzt vielleicht doch nicht so cool wie der Tag, den meine Familie mit den Geschwisterkindern am Strand verbracht hat.«

Auch beim Thema Kinderfotos gehen die Meinungen und Verhaltensweisen sehr auseinander. Ist es falsch, Familie und Freunde auf dem Laufenden zu halten, was wir gerade mit unseren Kindern erleben?

Ich finde es nicht falsch, Familienalltag zu teilen. Aber man muss natürlich auch hier ein Maß finden und sich fragen: Was poste ich? Wie viel poste ich? Wo poste ich? Wie fühlen sich die Kinder damit? Wie würde ich mich fühlen, wenn mein Kind ungefragt Fotos von mir im Klassenchat postet?

Wenn man öffentlich postet ist die Frage: Muss wirklich das Gesicht des Kindes zu sehen sein? Persönlich sage ich nein. Und natürlich gibt es auch Tabus: Bilder von halbnackten oder gar nackten Kindern sowieso – aber ich finde, es gehören auch die Fotos dazu, die Kinder in persönlichen Situationen mit starken Emotionen zeigen. Ich würde niemals ein Foto eines kranken, eines weinenden, eines wütenden Kindes zeigen und auch Fotos schlafender Kinder sind für mich Tabu. Die Entscheidung zum Motiv finde ich ziemlich einfach: Möchte ich, dass mein Partner mich ohne Rücksprache so im Internet präsentiert?

Wir waren letztens bei Freunden zu Besuch und hörten irgendwann aus dem Kinderzimmer, wie Alexa oder eine andere Spracherkennung unser Kind angesprochen hat: „Wer bist du denn? Ich kenne deine Stimme noch gar nicht!“ – irgendwie spooky. Sollten wir uns hier locker machen und mit der Zeit gehen?

Dauerabhörgeräte würde ich mir nicht in die Wohnung stellen.

Bei allem Kulturoptimismus: Auch wenn es bequem und teilweise lustig ist: Dauerabhörgeräte würde ich mir nicht in die Wohnung stellen. Nicht in die Küche und schon gar nicht ins Kinderzimmer. Ich bitte Freunde, die ich besuche und die diese Geräte haben, sogar sie auszustellen, wenn ich zu Besuch komme. Das sollte ohnehin Etikette werden: Besucher aufzuklären »Bei uns ist Alexa daueraktiv, stört dich das und wenn ja, soll ich es ausstellen?«

Deine abschließenden Worte an unsere Leser*innen in Sachen Medienerziehung?

»Medienerziehung leicht gemacht«? Das gibt es nicht, aber drei Faustregeln. Erstens: mit der Medienerziehung so früh wie möglich anfangen, nicht erst im Teenageralter. Zweitens: Die Eltern-Kind-Beziehung stabil, offen und vertrauensvoll gestalten, denn sie ist der beste Schutz. Selbst vor den Gefahren des Internets. Drittens: auch Scheitern und Fehler zulassen, aber stets dazulernen!

Liebe Patricia, wir danken dir für das spannende Interview!

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Nutzt die Technik doch einmal gemeinsam als Familie! Wir haben hier vier spaßige Ideen für euch – vom Geocaching bis zum eigenen Trickfilm! Der Tag nimmt kein Ende? Hier weitere 15 Ideen, was ihr in Zeiten von Corona und Ausgangssperren zu Hause unternehmen könnt.


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