Hilfe! Ein Zeckenbiss! Und nun?

Letzte Woche habe ich einen ganz schönen Schreck bekommen. Als ich mich morgens anzog, entdeckte ich einen minikleinen, schwarzen Punkt auf meinem Oberschenkel. Ich dachte mir sofort, dass es eine Zecken sein wird. Aber sicher erkennen konnte ich sie nicht. Erst mit Hilfe der Vergrößerungsfunktion meiner Handykamera kam ich dem Bösewicht auf die Spur. Ich hatte also recht. Eine Zecke hatte zugeschlagen. Nun bin ich als Hundebesitzerin im Entfernen von Zecken geübt. Allerdings nicht an mir selbst und erstrecht nicht bei so einem klitzekleinen Miststück. Zudem war ich mir auch gar nicht wirklich sicher, wie man sich in so einem Fall richtig verhält. Und deshalb hab ich mal ein bisschen recherchiert. Was man also tut und ab wann man zum Arzt gehen sollte, lest ihr hier.

Ein Zeckenbiss, und nun?

Zuerst einmal sei gesagt, dass die Zecke gar nicht beißt, sondern sticht. Auch wenn der Begriff Zeckenbiss durchaus geläufiger ist, ist er dennoch falsch. Richtig ist also Zeckenstich.

In meinem Fall schien die Zecke erst kürzlich zugestochen zu haben, sie war noch nicht vollgesogen und steckte noch in meiner Haut. Ich habe sie quasi auf frischer Tat ertappt. Dadurch lies sie sich natürlich leichter erkennen. Trotzdem hätte es auch anders kommen können, denn ich suche mich, besser gesagt ich suchte mich, ja nicht jeden Morgen von Kopf bis Fuß ab. Ist die Zecke aber schon wieder abgefallen, lässt sich ein Stich nicht immer eindeutig erkennen. Da der Einstich manchmal sogar auch juckt, verwechselt man ihn unter Umständen sogar mit einem Mückenstich.

Das ist aber eigentlich nicht tragisch, denn ein Zeckenstich ist in den meisten Fällen nicht gefährlich. Hält man sich jedoch im Risikogebieten für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) oder Borreliose auf, sollte man dringend ein paar Dinge beachten:

Erste Hilfe beim Zeckenstich

1. Entfernung der Zecke: Am besten lässt sich die Zecke mit einer speziellen Zeckenzange entfernen. Wenn die nicht zur Hand ist, sollte man eine gerade Pinzette nehmen. Dann greift man die Zecke so dicht wie möglich an der Haut und zieht sie vorsichtig, aber bestimmt, raus. Mir persönlich fällt es leichter beim Ziehen etwas nach rechts zu drehen. Andere raten vom Drehen ab und schwören auf ein kräftiges Ziehen. Bei beiden Methoden ist auf jeden Fall Fingerspitzengefühl gefragt, denn sollte ein Stück der Zecke in der Haut verbleiben, wird dringend geraten einen Arzt aufzusuchen! Auf keinen Fall sollte man für die Entfernung Dinge wie Kleber, Nagellackentferner, Alkohol oder gar ein Feuerzeug oder ähnliches zur Hilfe nehmen. Denn eine Zecke im Todeskampf entleert unter Umständen ihren Speichel oder Darminhalt in der Wunde und erhöht damit natürlich das Infektionsrisiko ungemein.

2. Desinfektion: Nachdem die Zecke vollständig entfernt wurde, sollte man die Einstichstelle noch reinigen und desinfizieren.

3. Beobachtung: Der Stich sollte in den kommenden 14 Tagen regelmäßig begutachtet werden, um Veränderungen sofort zu erkennen und eine eventuelle Infektion auszuschließen.

Wann muss ich zum Arzt?

Hat die Zecke gerade erst zugestochen, lässt sie sich noch recht einfach herausziehen. Denn die Zecke benutzt eine Art Kleber um sich festzukleben. Hat sich die Zecke schon eine Weile festgesaugt und/oder dauert das Entfernen länger, wächst die Gefahr, dass das Tier bereits potenzielle Erreger übertragen hat.

Treten dann etwa 1-2 Wochen nach dem Stich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen und/oder Gliederschmerzen auf, dann wird dringend geraten zum Arzt zu gehen, denn es ist gut möglich, dass es erste Hinweise auf eine FSME-Infektion sind.

Die sogenannte Wanderröte kann ein Symptom auf eine Ansteckung mit dem Borreliose-Erreger sein. Es bildet sich quasi ein roter Ring mit hellem Zentrum rund um den Einstich. Auch in diesem Falle sollte man nicht zögern, den Arzt aufzusuchen.

Auch wenn der Stich sich entzündet hat und sogar zu eitern anfängt, ist der Weg zum Arzt dringend notwendig.

Also, nach dem Stich gilt, die Stelle ruhig einige Zeit aufmerksam im Auge behalten.

Wie kann ich mich gegen Zecken schützen?

Wenn man sich in der Natur aufhält und das ist mit Kind ja selten auszuschließen, gibt es keinen 100%igen Schutz. Allerdings kann man durch die richtige Kleidung, mit Hilfe von Anti-Zeckenmitteln (sogenannten Repellents) und natürlich dem regelmäßigen Absuchen einen gewissen Schutz aufbauen. Zudem kann auch eine Impfung das Risiko einer FSME-Erkrankung nach einem Zeckenstich mindern. In der Stadt kann einem eine Zecke eigentlich überall begegnen. Sowohl im Hinterhof, als auch in Parks und auf Spielplätzen. Da die Zecken meistens in einer Höhe von etwa einem Meter auf ihr Opfer warten, sollte man hohe Wiesen und feuchtes Unterholz meiden und bei Spaziergängen im Grünen ruhig die lange Hose in die Socken stecken. Auch helle Kleidung hilft einem, einer Zecke schnell auf die Spur zu kommen.

Bei mir ist der Zeckenstich zum Glück nochmal glimpflich ausgegangen. Zumindest bisher. Aber ich denke, das bleibt auch so. Vom Stich an sich sieht man zumindest nichts mehr. Und für die Zukunft habe ich ein wachsames Auge auf meine Tochter und mich.

Und ihr bitte auch auf euch und eure Kinder!

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