Geocaching mit Kindern – Spaß für die ganze Familie!

Eure Kinder haben bisher lange Gesichter gezogen, wenn ihr vorgeschlagen habt, mal spazieren zu gehen? Im Urlaub wollen sie immer nur in den Pool oder im Zimmer auf dem Handy daddeln? Dann versucht mal Geocaching mit euren Kindern – damit wird jeder Ausflug zu einem Abenteuer!

Was ist Geocaching?

Kurz erklärt: Geocaching ist die weltweit größte Schnitzeljagd! Überall auf der Welt haben Leute Millionen kleine Schätze, sogenannten Caches, versteckt. Wahrscheinlich lauft ihr selbst jeden Tag an solchen Verstecken vorbei, habt es nur bisher nicht gewusst.

Ein Cache kann sehr klein sein, z.B. in der Größe einer alten Filmdose. Oder groß, wie eine Schatzkiste. Das Aussehen ist immer unterschiedlich und oft gut getarnt.

Die Idee zur weltweiten Schatzsuche hatte der Amerikaner Dave Ulmer, an der Stelle des ersten Caches in Oregon steht heute eine Gedenktafel. Was als Spaß in einer Newsgroup begann, wurde im Jahr 2000 zur eigenen Webseite Geocaching.com und verzeichnet heute mehr als drei Millionen Verstecke, in Deutschland an die 400.000 (in und um Potsdam ca. 300). Sogar auf der internationalen Raumstation ISS soll es einen geben!

Wie funktioniert Geocaching?

 
Was gesucht werden soll, muss natürlich vorher versteckt werden – in dem Fall vom „Owner„, dem Eigentümer des Caches. Mitsamt Beschreibung und Koordinaten speichert er den Cache in der zentralen Datenbank von Geocaching.com ab.

Mit Hilfe dieser Koordinaten und eurem Smartphone (oder einem anderen GPS-Gerät) könnt ihr das Versteck nun wiederum aufspüren. Dies geht jedoch immer nur im Umfeld von ein paar Metern – dann müsst ihr selbst Detektiv spielen!

Das ist manchmal gar nicht so einfach! Ein Cache kann winzig sein und zum Beispiel magnetisch an einem Straßenschild kleben. Oder er tarnt sich als Stein, Baumpilz oder Säule – einfach alles ist möglich! Macht euch darauf gefasst, zunächst mehrmals blind daran vorbei zu laufen, mit der Zeit lernt man dazu!

Im Cache gibt es immer ein „Logbuch“ in Form einer kleinen Papierliste oder eines Notizbuchs, in das jeder Finder sich mit Namen und Datum einträgt. Den Fund registriert ihr auch online in eurem Benutzerprofil und sammelt jedes Mal einen Punkt – manche Leute haben schon tausende!

Dann verschließt ihr den Cache wieder und stellt ihn an seine alte Stelle zurück – und macht euch auf die Suche nach dem nächsten!

Wie könnt ihr beim Geocaching mitmachen?

Alles, was ihr braucht, ist euer Smartphone und am besten eine Geocaching-App. Zunächst registriert ihr euch jedoch kostenfrei bei Geocaching.com als Nutzer und denkt euch einen Namen aus (mit dem signiert ihr dann auch alle Fundstücke). Bei den Apps gibt es eine offizielle von Geocaching.com und verschiedene weitere kostenlose und kostenfreie Anbieter, die jedoch letztlich alle auf die Daten und Karten von Geocaching.com zurückgreifen (und die ihr daher auch wechseln könnt, ohne dass Daten verloren gehen). Schaut einfach, welche App gute Bewertungen hat und euch anspricht – oder lasst es euch von Freunden zeigen, die schon Geocacher sind!

Hinweis: Zur Zeit erlaubt Geocaching.com über die fremden Apps nur noch den Zugriff auf die Details von drei Caches am Tag, für mehr müsst ihr euch für den Premium-Account registrieren, der euch auch Zugriff auf weitere Funktionen gibt.

Ihr gebt der App Zugriff auf euren Standort und sofort werden euch auf der Karte alle Caches in der unmittelbaren Umgebung angezeigt. Per Klick könnt ihr euch die Beschreibung anschauen und die Navigation starten.

Welche Arten von Caches gibt es?

Es gibt ganz verschiedene Arten von Geocaches, als Anfänger und mit jüngeren Kindern macht ihr euch am besten an die „Tradis„, die Traditional Caches. Hier werden die Verstecke ganz einfach per Koordinaten und Beschreibung veröffentlicht. Per Karte und Kompass werdet ihr wie erwähnt bis auf wenige Meter zum Cache herangeführt und könnt die Suche starten.

Für die Angefixten gibt es dann auch „Multi Caches“ mit mehreren Stationen, an denen immer Aufgaben gelöst werden müssen oder „Mysteries„, bei denen ihr erst einen Code knacken oder ein Rätsel lösen müsst, um die finalen Koordinaten zu erhalten (das macht man am besten schon zuhause). Damit es den richtigen Cracks nicht langweilig wird, gibt es auch Challenges, bei denen z.B. an 100 verschiedenen Tagen des Jahres ein Cache gefunden werden muss oder einer in jedem deutschen Bundesland und und und.

Die Art der Caches sind mit verschiedenen Farben/Symbolen gekennzeichnet und in der Beschreibung seht ihr auch, wie groß ein Cache ist, wie leicht das Gelände zu erreichen ist und wie schwer es ist, den Cache zu finden. Außerdem könnt ihr sehen, wie viele „Cacher“ ihn schon aufgespürt haben und die Kommentare der Finder lesen (teilweise gibt es auch Fotos). Ist der Cache kaputt oder das Logbuch voll, könnt ihr das vermerken und der Owner bekommt eine Nachricht.

Habt ihr einen Cache geloggt, zeigt er sich auf der Karte als lachender Smiley.

Was müsst ihr zum Geocaching mitnehmen?

Neben dem Smartphone (aufgeladen!) braucht ihr noch:

  • einen Stift zum Eintragen ins Logbuch (je nach Größe des Caches gibt es tlw. auch Stifte vor Ort)
  • kleine Sachen zum Tauschen, z.B. Figuren aus Kinderüberraschungseiern (gibt es manchmal in den Caches und wollen von den Kindern dann natürlich auch mitgenommen werden)
  • bequeme, strapazierfähige Kleidung (besonders, wenn es in die wilde Natur geht, muss man manchmal auch hinter einen Busch krauchen oder auf einen Baum klettern)
  • Spürsinn – manche Verstecke sind echt gut getarnt!
  • Vorsicht – denn kein Muggle (Nicht-Geocacher) darf euch beim Finden des Versteckes beobachten!
  • richtige Profis haben übrigens auch immer eine Leiter dabei, man weiß ja nie 🙂

Was ist toll am Geocaching?

  • Es macht Spaß und schweißt als Team zusammen, denn alle müssen mitsuchen!
  • Selbst die fußlahmsten Kinder werden plötzlich zu aufgeweckten Spürhunden und rennen schonmal voraus!
  • Ihr seid draußen und bewegt euch – Sport mit Spaß!
  • Man entdeckt neue Orte, auch in seiner Heimatstadt.
  • Man hat das Gefühl, zu einem eingeschworenen, geheimen Club zu gehören – denn normale Menschen haben keine Ahnung, woran sie vorbei laufen.
  • Die Verstecke, die sich manche Leute ausdenken, sind echt, echt toll und kreativ.

Tipps & Tricks für Geocaching mit Kindern

Wenn ihr Geocaching mit euren Kindern macht, ist die Geduld beim Suchen nicht ewig strapazierfähig. Hier ein paar Tipps:

Überlegt euch zuhause schon die Route und welche Caches ihr finden wollt. Bleibt bei der Suche flexibel – dauert die Route zu lang, kürzt lieber ab und macht ein anderes Mal weiter. Schaut euch am besten auch schon die Beschreibungen an, ob der Cache vielleicht zu schwierig ist oder vorab ein Rätsel zu lösen ist. Manchmal gibt es ein kleines Geschenk zum Tauschen oder man muss einen kleinen Stein mitbringen und mit Edding beschriften usw., das hat man mitunter nicht parat.

Das Versteck ist zu schwer zu finden? Oft gibt es in der Beschreibung einen weiteren Hinweis zur Lösung. Wenn nicht, schaut mal in den Bewertungen der anderen Finder nach, hieraus kann man manchmal auch Schlüsse ziehen. Und ist das Versteck im Wald oder einem anderen nicht asphaltierten Ort, gibt es oft schon einen kleinen ausgetretenen Weg zum Cache (die Cacher-Autobahn)  🙂

Lasst die Kinder finden & loggen: Seid ihr nah genug dran, lasst erstmal die Kinder suchen oder gebt nicht gleich zu erkennen, wenn ihr das Versteck gefunden habt und lenkt die Kinder geschickt auf den richtigen Pfad. Cache gefunden? Dann lasst die Kinder euren Namen eintragen – falls sie noch nicht schreiben können sie ein kleines Symbol oder Gesichter malen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Geocaching mit euren Kindern!

Fotos: © POLA Magazin

Lust auf noch mehr Schatzsuche? Dann probiert mal unsere Herbst-Schatzsuche aus!

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