Jasmin & Pablo: “Wir möchten, dass unser Kind die verschiedensten Kulturen kennenlernt.”

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Jasmin @madamtamtam (30) und Pablo (32) haben vor einigen Jahren auf dem Pfingstberg in Potsdam geheiratet. Durch die Hochzeit und dem mehrmaligen Besuch in Potsdam haben sie sich in die Stadt verliebt. Nach einem Jahr des Suchens haben die beiden dann 2019 ihre Traumwohnung in Potsdam gefunden. Nun befindet sich die YouTuberin, die ihre Inhalte auch auf Instagram teilt, der 2. Hälfte ihrer Schwangerschaft und das Paar freut sich auf das gemeinsame Baby. 

POLA: Liebe Jasmin, lieber Pablo, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Fühlt ihr euch wohl in Potsdam und habt ihr auch schon einen Lieblingsort?

Pablo: Ja, wir fühlen uns hier sehr wohl. Es ist einfach toll, fußläufig immer in die Natur zu kommen. Ich gehe super gern im Park Sanssouci joggen, es ist einfach der perfekte Kontrast zum Stadtleben. Und egal zu welcher Jahreszeit kann ich dort richtig zur Ruhe kommen. 

Jasmin: Seit Neuestem haben wir auch den Volkspark für uns entdeckt. Dort hatten wir einen idyllischen Moment, als wir gesehen haben, wie schön die Kinder am Wasserspielplatz gespielt haben und welche vielen Möglichkeiten es in dem Park gibt. 

Jasmin, wie geht es dir im Moment?

Jasmin: Gut! Ich bin einfach nur glücklich, dass es mir momentan gesundheitlich so gut geht. Ich habe eine Hormonstörung, die heißt PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom). Als ich vor einigen Jahren die Diagnose bekam, wurde mir gleich mitgeteilt, dass es womöglich schwer werden könnte, schwanger zu werden. Und als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, war es daher noch unglaublicher für mich. 

Was genau versteht man unter PCOS? 

Jasmin: PCOS bedeutet, dass man viele Zysten an den Eierstöcken hat. Das sieht aus wie eine Perlenkette. Es ist eine Hormonstörung und diese Hormone wirken sich auf verschiedenste Weise auf den Körper aus. Es ist leider noch nicht besonders gut erforscht, daher war es auch ein langer Weg für mich. 

Und wie hast du erkannt, dass du unter PCOS leidest?

Jasmin: Es gab mehrere Hinweise. Meine Periode war sehr unregelmäßig, ich habe innerhalb kürzester Zeit 10 kg zugenommen, ich bekam Haarausfall und starke Hautprobleme. Außerdem habe ich viel Sport getrieben und mich sehr bewusst ernährt, ohne Erfolge zu sehen. Bei einem Ultraschall bei meinem Frauenarzt wurden dann auch die vielen Zysten erkannt. Ich wurde dann gleich zu einer Expertin geschickt. Ich habe eine zweijährige Therapie hinter mir und mir geht es jetzt so viel besser. Mir ist es sehr wichtig, offen darüber zu sprechen, denn viele Frauen haben dieses Syndrom, ohne davon zu wissen. 

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Verläuft deine Schwangerschaft so, wie du es dir vorgestellt hast?

Jasmin: Ich muss gestehen, dass ich mir gar nichts vorgestellt habe. Das war auch ganz gut. Ich bin mit kleinen Geschwistern aufgewachsen und daher wusste ich, wie unterschiedlich jede Schwangerschaft bei nur einer Frau sein kann. Ich habe es einfach auf mich zukommen lassen. Durch meine Hormonstörung hatte ich vorher ein Ungleichgewicht an Hormonen. Jetzt habe ich sehr viel mehr weibliche Hormone in meinem Körper und die haben in mir eine tolle Balance geschaffen. Ich bin tiefenentspannt und super intuitiv. 

Vorher hatte ich immer mal wieder mit Panikattacken zu kämpfen und die bleiben nun völlig aus. Meine Frauenärztin hat mir auch geraten, auf keinen Fall selber zu recherchieren. Bei Fragen haben wir uns einfach an unsere Frauenärztin gewandt und das gab uns viel Sicherheit. Meine Ärztin meinte auch mal zu mir: “Du bist nur schwanger, nicht krank!”. (lacht) 

Ich vertraue nun einfach auf die Signale meines Körper und des Babys und auf meine Frauenärztin. Der Körper signalisiert einem ganz klar, was einem gut tut und was im Moment vielleicht zu viel ist. Auch der Geburtsvorbereitungskurs hat mir sehr gut getan und wir beide fühlen uns jetzt auch ein Stück besser auf die Geburt vorbereitet. Die Hebamme meinte, dass man auf den natürlichen Prozess vertrauen soll und alles genau so annehmen kann, wie es in dem Moment kommt. Diese Einstellung finde ich sehr gut! Jede Geburt verläuft nun mal anders und lässt sich nicht planen und ich vertraue da auf mich und denen, die mich bei meiner Geburt begleiten. 

Pablo: Als männlicher Part kann man ja gar nicht so gut mit spüren, was die Frau gerade durchmacht. Aber ich versuche Jasmin so weit es geht, zu unterstützen. Ich nehme ihr aktuell vieles ab, sodass sie sich voll und ganz auf die Schwangerschaft konzentrieren kann. Wir reden viel und ziehen gemeinsam an einem Strang. Auch ich hatte viele Fragen und habe sie einfach der Ärztin gestellt. 

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Worauf freut ihr euch am meisten?

Jasmin: Auf alles! Bei dem Geburtsvorbereitungskurs haben wir eine Traumreise gemacht und wir sollten uns eine Situation vorstellen, in der das Baby schon auf der Welt ist. Ich habe mir vorgestellt, wie das Baby auf mich zuläuft und ich eine Liebe verspüre, die ich vorher noch nie erlebt habe. Das soll helfen, wenn man unter der Geburt an den gewissen Punkt kommt, wo man nicht mehr kann. Genau in diesem Moment soll man sich daran erinnern, dass es nach der Geburt diesen Moment geben wird. 

Pablo: Ich habe auch schon den ein oder anderen Moment durchgespielt. Aber am meisten freue ich mich darauf, das Baby bei mir zu haben und die Sprache des Kindes zu lernen und zu verstehen. Ich freue mich sehr auf das Familienleben und es macht mich sehr emotional. 

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Pablo, möchtest du bei der Geburt dabei sein?

Pablo: Ja! Darüber haben wir beide auch schon ausführlich gesprochen. Ich möchte sie gern unterstützen, aber wir entscheiden natürlich spontan, wie sehr Jasmin mich dann braucht. 

Jasmin, als madametamtam hast du knapp 100.000 Follower bei Instagram und 190.000 Abonnenten bei YouTube. Wie bist du zu deinem Job gekommen?

Jasmin: In meiner Abizeit habe ich einen YouTube-Kanal gestartet. Zu dieser Zeit haben mir viele Videos aus den USA gut gefallen und ich wollte dies auch unbedingt machen. Also habe ich einfach angefangen und ab und an ein Video hochgeladen. Während meines Studiums habe ich auch weitergemacht und meine Community wuchs. Angefangen hat alles mit Beauty-Themen, doch nach einiger Zeit wurden die Themen auch vielfältiger. Ich habe Gesundheit und Ernährung studiert und dadurch habe dann auch viele Ernährungsaspekte in meinen Videos eine Rolle gespielt. Und Jahre später, als ich im Berufsalltag steckte, wurde Youtube immer zeitaufwendiger und ich musste mich zwischen meinem Job und YouTube entscheiden. Pablo hat mich ermutigt, meinen Weg zu gehen und es einfach auszuprobieren. Wir wollten dem Ganzen eine Chance geben, wenn es nicht funktioniert hätte, dann hätte ich eben etwas anderes gemacht. Aber es hat geklappt und seit vielen Jahren ist das mein Beruf. Es hat mir schon immer Spaß gemacht und aus meiner Leidenschaft ist dann einfach mein Beruf geworden. Ich kann mir im Moment auch nichts anderes vorstellen, denn es macht mir nach wie vor viel Spaß. 

Das Thema Fashion spielt auf deinen Kanälen eine wichtige Rolle. Hat sich dein Kleidungsstil in der Schwangerschaft verändert?

Jasmin: Ich habe ja auch vor der Schwangerschaft viele Fashion-Videos gedreht und das war am Anfang der Schwangerschaft sehr schwer, denn zum einen musste ich erstmal schauen, was noch gut passte, aber andererseits wollten wir meine Schwangerschaft auch noch nicht nicht gleich zu Beginn bekanntgeben. Das war teilweise eine große Herausforderung. Umso schöner ist es, dass es jetzt offiziell ist und ich nun tragen kann, was mir gefällt. Im Großen und Ganzen hat sich aber gar nicht so viel verändert, denn meinen Casual-Chic-Look kann ich auch in der Schwangerschaft fortsetzen. 

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Welches Kleidungsstück ist ein absolutes Must-have in deiner Schwangerschaft?

Jasmin: Ein weites Maxikleid, denn das kann man ja auch richtig gut ohne Bauch tragen. Ich bin nicht so ein richtiger Umstandsmoden-Fan, sondern achte eher darauf, dass es weitere Kleider oder Kaftane ohne Reißverschluss und Knöpfe sind. Wenn man sie nur ein paar Nummern größer kauft, kann man sie auch nach der Schwangerschaft weiterhin tragen. 

Pablo, dein Vater kommt aus Paraguay, deine Mutter aus Argentinien und deine Muttersprache ist Spanisch. Wollt ihr euer Baby dann auch zweisprachig erziehen?

Pablo: Ja, wir haben es uns vorgenommen, wie gut es dann funktioniert, werden wir ja sehen. Es ist uns einfach wichtig, dass man seine Wurzeln nicht vergisst. 

Ihr habt vor Kurzem auf Instagram darüber berichtet – ihr wurdet auf offener Straße von einer Frau beleidigt. Was genau ist da passiert?

Pablo: Wir waren in einer Seitenstraße der Potsdamer Innenstadt unterwegs und waren so sehr in ein Gespräch vertieft, dass wir vergessen haben, unsere Masken aufzusetzen. Daraufhin rief uns eine Frau entgegen, dass hier Maskenpflicht gilt. Das war uns dann sehr unangenehm, da wir unsere Masken immer tragen und haben sie dann natürlich auch sofort aufgesetzt und uns für den Hinweis bedankt. Dann fiel uns auf, dass sie selbst keine Maske trägt und wir sprachen sie darauf an. Daraufhin bezeichnete sie uns als “Sch… Ausländer” und wir standen total unter Schock. Wir haben uns sehr verletzt gefühlt. Wir wollten das dann gern mit ihr besprechen, denn es war eine Aussage ohne Kern. Ich habe ihren Unmut herausgehört, aber sie hat sich gar nicht darauf eingelassen. Sie meinte nur, ich sollte in mein Land zurückkehren, denn wir können uns ja nicht an Regeln halten (Anm. d. Red.: Pablo ist in Berlin geboren). Dann habe ich Passanten angesprochen, die das alles mitbekommen haben, aber sie sind einfach weitergegangen und haben uns nicht geholfen.

Jasmin: Das hat uns sehr negativ gestimmt, denn in Berlin ist uns so etwas nie passiert. Dadurch, dass ich ein Kind erwarte, haben wir darüber natürlich nochmal viel intensiver nachgedacht. Wir möchten, dass unser Kind so offen wie möglich aufwächst und die verschiedensten Kulturen kennenlernt. 

Was hättet ihr euch von den Passanten gewünscht?

Jasmin: Das sie uns helfen oder zumindest fragen, ob sie uns unterstützen können. Wenn man sich in seiner Situation nicht sicher fühlt, aber mitbekommt, dass irgendwo ein Konflikt herrscht, dann sollte man zumindest die Polizei verständigen. 

Liebe Jasmin, lieber Pablo, vielen Dank für eure offenen Worte! Wir wünschen eurer kleinen Familie alles Liebe und hoffen, dass euch und alle anderen Menschen in Potsdam (und der Welt) nie wieder Rassismus begegnet! 

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