„Klar, bleiben wir befreundet!“ Freundschaften pflegen mit Kind – so geht’s!

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Lächelnd zwinkert ihr euch zu, ein Glas alkoholfreie Weinschorle in der Hand. „Ja, natürlich bleiben wir befreundet, wenn der Kleine da ist!“ Ihr seid euch sicher: Eure Freundschaft bleibt bestehen, auch wenn eine von euch Mutter wird. Einige Jahre später wisst ihr: Freundschaften verändern sich, wenn du Mutter – oder Vater – wirst. Manche Freundschaften werden enger, manche enden und manchmal treten auch ganz neue Menschen in dein Leben.

Freundschaften pflegen mit Kind

1) Echte Freunde bleiben, egal was passiert. Oder?

Deine besten Freunde zu verlieren, „bloß“, weil du ein Kind bekommst, kannst du dir nicht vorstellen? Stimmt: In wirklich engen Freundschaften werdet ihr Wege finden, wie ihr weiter füreinander da sein könnt, auch wenn eine oder einer von euch (noch) kinderlos ist, die oder der andere aber schon ein Baby oder Kleinkind im Haus hat. Trotzdem solltet ihr bedenken: Ein Kind bringt nicht nur Freude mit sich und fordert viel, mit ihm öffnet sich für dich auch buchstäblich eine neue Welt, die deinen Freundinnen und Freunden, die (noch) keine Kinder haben, oft reichlich schräg erscheinen mag.

Ich jedenfalls habe, als ich mit Ende zwanzig noch kinderlos war, einmal reichlich verwirrt eine Feier verlassen, die meine – auch heute noch sehr enge – Freundin am ersten Geburtstag ihrer Tochter organisiert hatte. Außer mir waren nur Mütter mit Krabbelkindern anwesend, die Themen reichten von beruflichem Wiedereinstieg über Breiflecken und Stuhlgangfarbe. Ich kam mir – kinderlos – schlicht vor, wie im falschen Film. Ein paar Jahre lang haben meine Freundin und ich uns dann mal mit, mal ohne Kind getroffen. Wir merkten: Wir mögen uns, aber leben irgendwie in zwei Welten. Inzwischen habe ich auch Kinder und unsere Freundschaft ist viel mehr als nur das gemeinsame Muttersein. Wir schätzen die Gedanken der anderen, ihre ganze Art und das gegenseitige Interesse aneinander.

3 Tipps, um befreundet zu bleiben, wenn ihr nach der Geburt eines Kindes „in zwei Welten“ lebt:

  • Interessiert euch ehrlich für das Leben der jeweils anderen, fühlt euch aber nicht verpflichtet, es gut zu finden. Je zufriedener ihr umgekehrt mit eurem eigenen Leben seid, umso mehr wird eure Freundschaft gedeihen. Wollt ihr etwas ändern, ändert es bei euch selbst, nicht bei der anderen.
  • Erzählt einander ehrlich, wie es euch geht. Ihr werdet merken, jeder Lebensentwurf beinhaltet Licht- und Schattenseiten. Sich auch mal beieinander „auskotzen“ zu können und einander andererseits darin zu bestärken, den ganz eigenen Weg zu gehen, stärkt eure Freundschaft.
  • Bietet einander Unterstützung an, aber akzeptiert auch, wenn der oder die andere Raum für sich braucht. Tiefe Freundschaft braucht gemeinsam verbrachte Zeit, aber nicht immer gleich viel davon. Akzeptiert eure Unterschiedlichkeit und sprecht miteinander, bevor eine von euch unzufrieden wird.

2) Freundschaft mit Kind – aber wann und wo?

Ihr seid befreundet, habt beide noch kleine Kinder und auf einmal stellt sich die Frage: Wann sehen wir uns überhaupt noch? Wer Kinder hat, weiß: Im Alltag bleibt oft kaum Zeit für die Partnerschaft oder für eigene Bedürfnisse – wann dann noch Freundinnen und Freunde treffen? Und es stimmt ja: Zumindest für einige Jahre verschieben sich eure Interessen und auch euer Alltag ändert sich. Ausgehen bis spät in die Nacht, ein spontaner Kurztrip oder auch einfach nur ein ungestörtes Gespräch – all das mag für einige Zeit fast unmöglich erscheinen. Wie also könnt ihr, auch mit Kind(ern), Raum und Zeit für eure Freundschaften schaffen?

3 Tipps, wie ihr mit Kindern Raum für eure Freundschaft findet:

  • Plant – vor allem in den ersten Monaten und Jahren – eure Freundschaft um die Kinder herum. Ihr geht am Nachmittag oder Wochenende mit den Kindern vor die Tür? Der perfekte Anlass, um euch mit euren Freunden zu treffen. Bestenfalls spielen die Kinder miteinander und ihr habt sogar Zeit für ein Gespräch, das länger als ein paar Minuten dauert.
  • Unterstützt euch im Alltag. Ihr seid alleinerziehend? Warum dann nicht zusammen kochen, einkaufen oder in den Urlaub fahren? Aber auch mit Partner oder Partnerin kann es euch guttun, mal aus eurer „Kleinfamilie“ auszubrechen. Wenn jeder ein bisschen mithilft und zum Beispiel etwas zum Essen mitbringt, statt sich an den gedeckten Tisch zu setzen, ist das Zusammensein entspannt und nebenbei eine ganz konkrete Hilfe im Alltag.
  • Trefft euch umgekehrt, wenn möglich, auch mal ohne Kinder. Denn ganz ehrlich: Gespräch gehen doch mehr in die Tiefe, wenn nicht alle drei Minuten eines der Kleinen etwas von euch möchte. Und abends weggehen ist mit Krabbelkind am Bein auch schwierig. Fragt eure Partnerinnen oder Partner um Unterstützung für eure Freundschaftszeit – oder bezahlt als Freundinnen gemeinsam einen Babysitter. Der kann – je nach Alter – dann gleich auf alle eure Kinder aufpassen.

3) Das Kind ist da und damit neue Freunde. Genießt sie!

Die dritte Sorte Freundschaften, die ihr als Eltern erlebt, sind die, die ihr ohne eure Kinder nie hättet. Das mag die Mama sein, mit der ihr beim Babyschwimmen kichernd dafür sorgt, dass eure Kleinen nicht zu viel Wasser schlucken. Oder der Papa, der so schön lakonisch vom Alltag mit seinem Jüngsten erzählt, während ihr gemeinsam auf dem Spielplatz euren Kaffee im Pappbecher trinkt. Elternfreundinnen und -freunde sind all diejenigen, die ihr über Krabbelgruppen, Kindergarten, Schule, Sport- und Musikvereine eurer Kinder kennenlernt – manchmal auch einfach an der Supermarktkasse – und mit denen euch erst mal eines verbindet: Ihr seid Eltern. Eure Kinder mögen sich und im besten Fall ihr einander auch. Manchmal entstehen aus diesen Freundschaften echte, langjährige Verbindungen. Dann sitzt ihr noch zusammen, wenn eure Kids längst andere Freunde haben. Manchmal halten diese Elternfreundschaften allerdings auch nur bis zum Ende der PEKiP-Gruppe oder der Grundschulzeit. Beides ist okay: Sowohl der Wunsch nach tiefer, persönlicher Verbindung, als auch der, beim Spaziergang mit dem Kinderwagen im Park einfach nicht allein zu sein.

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3 Tipps, wie du Elternfreundschaften zum Blühen bringst!

  • Genießt eure Gemeinsamkeit, aber redet euch nicht ein, in allem gleich ticken zu müssen. Deine Freundin mag dir beim Thema „Kinder und Kekse“ voll aus dem Herzen sprechen, beim Thema „Kinder und Einschlafbegleitung“ sieht das vielleicht schon anders auch. Lasst – wie in jeder Freundschaft – Unterschiede nebeneinanderstehen. Im besten Fall lernt ihr voneinander. Oder ihr seid einfach froh, es anders zu machen. Dann genießt und schweigt.
  • Obwohl euer Kontakt über die Kinder zustande kommt: Nehmt euch als eigenständige Menschen wahr. Barbara ist mehr als „die Mama von…“, Claus mehr als der nette Papa aus der Krabbelgruppe. Macht euch die Mühe, auch mal Themen jenseits des Alltags anzuschneiden. Nicht nur euer Horizont wird sich dabei erweitern – manchmal gewinnt ihr so Menschen, die euch wirklich wichtig werden. Willkommen, best friend forever in spe!
  • Seid ehrlich, wenn ihr euch nur als Zweckgemeinschaft seht. Ihr tauscht euch am besten über eure Kinder, das Babyschwimmen oder den neuen Handballtrainer aus und wollt eigentlich gar nicht mehr voneinander erfahren? Auch gut. Elternfreundschaften können genau das sein: herzliche Zweckgemeinschaften auf Zeit. Freut euch daran und geht wertschätzend miteinander um. Auch diese Form der Elternfreundschaft ist Gold wert!

Mein Fazit: Freundschaften zu pflegen mit Kindern ist gar nicht so anders als Freundschaften zu pflegen ohne Kinder. Es gibt die Seelenverwandten unter euren Freundinnen und Freunden, die, mit denen ihr Spaß habt und gerne Zeit verbringt – und die, die einfach euren Alltag im Moment schöner machen und mit der nächsten Lebensphase weiterziehen werden. Geht wertschätzend und respektvoll miteinander um, egal, zu welcher Gruppe ihr die Freundinnen oder Freunde zählt, denen ihr gerade gegenübersitzt. Freunde sind die Familie, die du dir aussuchst, sagt ein Sprichwort – umso schöner, wenn wir auch als Familie unsere Freundschaften schätzen und pflegen!

Verratet uns gern, wie ihr eure eigenen Freundschaften mit Kind pflegt – oder wie ihr als Eltern neue Freundinnen und Freunde gefunden habt!

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