Die Wahrheit über Elternsex

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Gut, da wären wir: Elternsex also. Klingt irgendwie nicht so geil. Jedenfalls nicht nach Uhhh und Ahhh die halbe Nacht und verschmiertem Lippenstift. Elternsex hört sich eher an, als würde man vorher noch belehrt werden, müsste was unterschreiben und dabei einen Schutzhelm tragen. Nicht so laut bitte! Eltern sein, das ist Verantwortung, Stullen schmieren und Wadenwickel machen, aber doch nicht grunzend übereinander herfallen. Elternsex, das ist kurz vor Rentnersex. Und ob’s den überhaupt gibt, weiß man doch gar nicht so genau. Die eigenen Großeltern zu fragen ist keine Option, dann kann man sich Weihnachten gleich abschminken und Fremde? „Guten Tag, kann ich ihnen den Rollator über die Straße tragen? Haben sie eigentlich noch Sex?“ Handtasche – Gesicht!

Roaaaarrrrr – ausziehen!!!

Elternsex, den muss es auf jeden Fall geben und das weiß ich vom Rückbildungskurs nach der Entbindung. Eigentlich ein Fortbildungskurs in Sachen Beckenboden, denn der ist wichtig, wenn man auch in Zukunft sorgenfrei niesen will. Eine Mutter stellte sich und ihr 10 Wochen altes Baby vor und erzählte, dass zu Hause ihre 12 Monate alten Zwillinge auf sie warten. Wer rechnen kann, hat jetzt Fragen. Und Antworten auch gleich, denn offensichtlich lässt sich manch Elternsex auch von ärztlichem Rat nicht aufhalten. Der Gynäkologe empfiehlt nämlich eine 6-wöchige Sex-Pause nach der Geburt. Aber: Muss jeder selber wissen. Ebenso bedenklich wie zu früh wieder mit der Fickerei anzufangen, ist, gar nicht mehr damit anzufangen. Das geht oft in die Hose, aber nicht da, wo sich’s schön anfühlt. Ich kenne Paare, die haben dem Schweinkram nach dem ersten Kind komplett abgeschworen. Die haben sich lieb. Die haben es gut und auch keinen Druck. Doch irgendwann kommt er wieder. Er ist ja eh allgegenwärtig. Meistens greift er zuerst im Kopf an. Er fletscht auf einmal die Zähne, wenn man arglos die Wäsche faltet. Er schnauft einem in den Nacken, wenn man unschuldig die Einkaufsliste schreibt. Er trampelt mitten in den gemütlichen Fernsehabend und ist langsam mal so richtig hungrig, der Tyrannosaurus Sex. Roaaaarrrrr – ausziehen!!!

Uaaaahhhhh – gute Nacht!!!

So, wie der Meteoriteneinschlag die Dinosaurier vernichtet hat, killt die Müdigkeit leider häufig das elterliche Sexualleben. Wenn die Kinder endlich im Bett sind, fährt das System nur noch im Notfall hoch, wenn’s in der Wohnung brennt z.B. oder man auf dem Weg zum Kühlschrank volle Kanne auf einen unaufgeräumten Legostein tritt. Geil ist das nicht. Dabei macht den meisten Menschen Sex ja Spaß. Als es noch nicht Elternsex hieß, hatte man ganz schön Aufwand betrieben, um was davon zu kriegen. Seit man die Unterwäsche des anderen jetzt viel öfter wäscht als runterreißt, ist die Dringlichkeit nicht mehr ganz so groß. Uaaaahhhhh – gute Nacht!!!

Es gibt verschiedene Tricks, dem Einhalt zu gebieten:

 1. Wenn beim Elternsex ein Elternteil ausgetauscht wird, gibt es immerhin für eine Weile wieder mehr Sex. Geht leider aber oft mit neuen Wohnsituationen und viel Geschrei einher, zumindest in monogam verabredeten Beziehungen.

2. Elternsex ist kein Selbstläufer, das muss man wissen.

3. Erst reden, dann… . Für’s Kopfkino muss man Eintritt zahlen und der kostet ein paar schmutzige Worte und die dreckigen Fantasien. 

4. Was machen denn die anderen so? Antworten gibt’s zu hauf im Internet, sagen meine „Recherchen“. Auch Sex Toys wie der Lovense Lush 2 (Werbelink) können helfen.

5. Sex fängt bei dir an. Vielleicht mal neue Unterwäsche oder gar keine? Man bringt vom Einkaufen auch ganz andere Sachen mit nach Hause, wenn man unter dem Mantel nichts anhatte, z.B. Heißhunger. Abendessen gibt es dann später.

Text: Andrea Glaß / Titelfoto: We-Vibe via Unsplash

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