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„Für jedes Kind gibt es die passende Brille.“ Interview mit einer Augenoptikerin

Wurde bei eurer letzten U-Untersuchung oder vom Schularzt festgestellt, dass euer Kind eine Brille braucht? Alles halb so wild! Seid einfach froh, dass die Fehlsichtigkeit erkannt wurde und nun korrigiert werden kann, so dass dem Kind nicht nur das Sehen wieder leichter fällt, sondern dass die Augen nicht dauerhaft und nie wieder korrigierbar nur die Hälfte dessen sehen, was andere sehen. Und es ist oft nur eine Phase. Viele Kinder benötigen im kleineren Kindesalter eine Brille, auf die später verzichtet werden kann.

Vieles verwächst sich bis zum 12. Lebensjahr, jedoch sollte jede Fehlsichtigkeit, die in der Zeit davor besteht, dringend mit einer Brille korrigiert werden. Und zum Glück gibt es heutzutage richtig schicke Kinderbrillen, mit denen sich niemand mehr verstecken muss!

Wir haben uns dazu mit Yvetta Rosenthal unterhalten, die seit 18 Jahren als Augenoptiker-Meisterin arbeitet, seit 2015 in der Villa Fischbach in Potsdam.

Wir möchten das Kind für die Brille begeistern!

POLA Magazin: Liebe Frau Rosenthal, welche Kriterien spielen bei der Auswahl der richtigen Kinderbrille eine Rolle?

Yvetta Rosenthal: Hier sind drei Punkte wichtig: Der Sitz der Brille, die Haltbarkeit und natürlich der Geschmack des Kindes. Wir haben hier in unserer Augenoptik der Villa Fischbach mehr als 750 Modelle zur Auswahl. Das ist die Voraussetzung, dass wir sagen können: Wir finden für jedes Kind genau die richtige Brille.

Zunächst einmal muss eine Brille gut passen, denn wenn das Kind von der Brille genervt wird, dann wird diese ungern getragen und schnell zur Seite gelegt. Die Brille muss gut sitzen, leicht sein und darf nicht drücken oder sich in den Haaren verfangen.

Man glaubt gar nicht, wie viele Kinder hier im Grunde schlecht versorgt durch die Gegend gehen. Schauen Sie sich einmal um, wie viele Kinder häufig die Brille wieder gerade rücken müssen, weil sie nach vorn rutscht, wie viele anstatt durch die Brillenmitte durch den oberen Rand sehen (und dort nicht mehr scharf sehen, trotz aller Bemühungen von Augenarzt und Optiker um die perfekten Glasstärken) und wie viele mit schief sitzenden Brillen unterwegs sind.

Manche sind sogar, weil die Brille auf der gesamten Nase einschließlich Flügel aufsitzt. statt auf dem Nasenrücken gehalten zu sein, genötigt, dauernd die Nase zu rümpfen. Anhand dessen sieht man, wie schwierig das Thema Kinderbrille eigentlich ist. Viele Erwachsene würden das längst nicht mitgemacht haben und man ist immer wieder erstaunt, wie duldsam Kinder diese ganzen Umstände hinnehmen und den mangelnden Komfort ertragen, die sie selbst oft kaum formulieren und den Eltern zu liebe die Brille dennoch tragen.

Viele formulieren es auch, werden aber nicht wirklich ernst genommen oder der Optiker, der keine besser passende Brille anbieten konnte, bestätigt den guten Sitz und das Thema ist fertig.

Kinder haben andere Anforderungen an eine Brille als Erwachsene.

Kleinkinder und Kinder haben noch andere Nasenrückenausbildungen (also da wo die Brillen aufsitzen) und damit andere Anforderungen an die Brille als Erwachsene. Wird das nicht genug berücksichtigt oder gibt die Auswahl es nicht her, kommen die Probleme. Man sieht durch eine Brille mit passenden Gläsern nur scharf, wenn man durch die Mitte des Glases schaut und das haut oft nicht hin. Das und mangelnder Komfort führt dazu, dass Brillen zum Teil ungern getragen und schnell zur Seite gelegt werden.

Dann ist es für die Wahl der Brille auch wichtig, ob das Kind viel tobt und recht temperamentvoll ist oder viel Sport treibt. Einer unserer kleinen Kunden ist zum Beispiel ein Torwart, das sind besondere Bedingungen. Hier sind Modelleigenschaften wichtig wie besondere Schlagfestigkeit und zugleich schützende Eigenschaften für die Partie unter den Augen und um die Nase, falls ein Ball mal am Kopf landet. Also kurzum, so jemand braucht zum Beispiel ein anderes Modell als jemand, der in der Freizeit Gitarre spielt.

Und am Ende muss das Kind natürlich sagen: „Die find ich schön!“. Wenn die Kinder die Brille selbst mit aussuchen, dann freuen sie sich auch darauf, sie zu tragen.

Gibt es beim Style der Brille aktuelle Trends?

Jungs mögen gerade eher kräftige Farben wie Neon-Grün oder Neon-Orange in Kombination mit dunklen Farben. Bei Mädchen ist Rosa ungeschlagen, hier darf es auch gern mit Glitzer oder kleinen Schmuckelementen sein. Wir haben auch verschiedene Lizenzmodelle wie zum Beispiel von Star Wars, Capt’n Sharky, Hello Kitty oder Lillifee, dafür finden sich unter den kleineren Kindern viele Fans. Teenager mögen es eher diskreter.

Ein Trend ist, dass die Kinder, selbst die kleineren, gern die Brillen wie die „Großen“ tragen. Und das sieht oft sehr gut aus. Einige Firmen wie zum Beispiel Ray Ban bieten hier Modelle an, die denen der Erwachsenen sehr ähnlich sehen, wenngleich Kinderbrillen wie gesagt nicht einfach kleinere Erwachsenenbrillen sein können, weil die Proportionen eben nicht einfach nur kleiner sind, sondern anders.

Aber die Firmen kommen dem Wunsch nach und bei uns im Sortiment findet man einfach alles – so glauben wir, darum bemühen wir uns jeden Tag. Bei Sonnenbrillen ist das besonders cool für die Kids.

Brillen – individuell wie die Kinder selbst – das ist unser Anspruch.

Wir haben Brillenmodelle, bei denen die Kinder aus mehr als 20 Farben auswählen und auch noch Glitzer dazu fügen können. Hier ist es auch möglich, Steg, Fassung und Bügel farblich verschieden zu gestalten. Es gibt für Kinder auch sehr gute randlose Brillen, die sehr robust sind oder auch Brillen, die „mitwachsen“, bei denen man die Bügel später einfach gegen größere austauschen kann.

Manchmal braucht auch schon ein Baby eine Brille. Was ist hierbei das Wichtige?

Bei Babys ist der gute Halt der Brille besonders wichtig. Babys haben einen runden Kopf, einen kleinen Augenabstand, eine flache Nase und kleine Ohren, da hält eine normale Brille nicht. Babybrillen sind aus einem besonders weichen und flexiblen Material und haben auch keine Scharniere oder Gelenke, die drücken oder verletzten könnten.

Das Aussehen der Babybrille muss auch für die Eltern ästhetisch funktionieren, die Farben sind hier eher zurückhaltend.

Und was ist mit Kindern, die zeitweise oder permanent schielen?

Kinder, die auch nach dem 1. Lebensjahr schielen, brauchen nahezu zu 100% eine Brille. Beim Schielen lernt ein Auge nicht sehen, das ist es, warum das dringend behandelt werden muss.

Kinder, die nach dem ersten Lebensjahr schielen, müssen immer bald möglichst zum Augenarzt. Die Brille ist oft nicht die einzige Maßnahme, aber eine sehr wertvolle, sowohl zur Behandlung des Schielens als auch zur Entwicklung der vollen Sehkraft.

Diese Kinder brauchen unbedingt eine Brille, die sie lieben und mit der sie sich identifizieren können. Manche dieser Kinder brauchen nur die Brille und schielen damit überhaupt nicht mehr, bei vielen wird der Schielwinkel also das Maß, wie das Auge abweicht, viel kleiner.

Und wie ist es bei Kindern mit Down-Syndrom?

Menschen mit Down Syndrom haben eine besondere Anatomie des Gesichtes. Der Nasenrücken ist sehr flach und normale Brillen finden kaum Halt und rutschen leicht nach unten und man schaut statt durch das Glas auf den Brillenrand.

Abgeschwächt haben alle Kinder dieses Problem mit dem Nasenrücken. Bei vielen verwächst sich das, bei manchen nicht. Asiaten haben auch andere Nasenrücken als Europäer.

Wir haben hier in der Villa Fischbach dafür unter anderem die Brillen von „Erin’s World“ aus den USA, die an die Gesichtsform angepasst sind, zum Beispiel mit einem tiefer angesetzten und breiteren Brücken zwischen den Gläsern. So kann diese nicht so leicht verrutschen und das Kind kann durch das Glas anstelle über den Brillenrand hinweg schauen. Die Brillen sind toll und von einer Mutter eines Kindes mit flachem Nasenrücken, die selbst Optikerin ist, in den USA entwickelt.

Brauchen Kinder im Sommer eine Sonnenbrille?

Kinderaugen haben noch einen sehr guten organischen Schutz, die Pupillen ziehen sich schnell zusammen und lassen weniger Licht ins Auge. Kinder tragen meist einen Sonnenhut mit Schirm und für unser Klima ist das für die meisten völlig ausreichend.

Aber wir alle haben verschieden lichtempflindliche Augen. Tendenziell sind blauäugige beziehungsweise Kinder mit heller Regenbogenhaut lichtempfindlicher als Kinder mit dunklen Augen. Das bleibt auch im späteren Leben so. Wir sind Individuen, manchen Kindern tut eine Sonnenbrille also sehr gut. Sollte man beim Kind beobachten, dass es draußen immer wieder die Augen zusammenkneift, ist eine Sonnenbrille angebracht, diese gibt es bei uns auch in der richtigen Sehstärke.

In besonderen Umständen mit starker Sonnenexposition würde ich allen Kindern eine Sonnenbrille empfehlen. Zum Beispiel in den Bergen mit Schnee oder bei intensiver Sonne den ganzen Tag am Wasser. Auf qualitativ hochwertige UV-Schutz-Gläser ist dabei selbstverständlich zu achten.

Und beim Kauf von Sonnenbrillen für Kinder sollte auch darauf geachtet werden, dass keine Brille gewählt wird, die die Farbwahrnehmung ändert, weil das Kind durch orangefarbene oder grüne Gläser schaut. Das ist nicht nur im Verkehr wichtig, sondern macht manchen Menschen auch Beschwerden.

Welche Kosten kommen auf uns Eltern für eine Kinderbrille zu?

Bei uns in der Villa Fischbach gibt es Gestelle schon ab 13 bis 15 Euro. Generell ist es so, dass gute Brillen einfach einen höheren Produktionsaufwand brauchen oder bessere Materialien. Eine gute Brillenfassung für Kinder und Jugendliche kostet zwischen 100 und 140 Euro.

Die von manchen Filialisten propagierte Idee, dass eine Kinderbrille nur wenig oder gar nichts kosten sollte, wäre ein verständlicher Wunsch. Die Gestelle und auch die Glasstärken wechseln bei Kindern eher mal, weil ein Kind wächst. Oft ist es jedoch so, dass wo man nichts hinein steckt, man auch wenig erwarten kann.

Aus den genannten Gründen der Besonderheiten bei der Kinderbrille und deren besonderen Anspruch und Nutzen in der Zeit, wo es für Kinder einerseits enorm wichtig ist, dass die Brille sehr gut passt und es nicht immer einfach ist, eine Brille auch gern zu tragen, ist es ersichtlich, dass man gar nicht sinnvoll genug investieren kann. Und ich glaube, es wurde klar, dass es nicht simpel ist und Qualität viel helfen kann.

Wenn man es sich leisten kann, sollte man an der Kinderbrille nicht sparen.

Bei den Gläsern wird die Grundversorgung, also ein einfaches Kunststoffglas, von den Krankenkassen getragen. Wünscht man für sein Kind dünnere Gläser, weil es höhere Werte hat und dadurch dicke Gläser braucht, ist das wie bei Erwachsenenbrillen eine Eigenleistung. Das Gleiche gilt für eine kratzfeste Schicht auf den Gläsern oder Entspiegelungen, die durchaus Sinn machen, damit das Kind nicht durch Reflexionen auf dem Glas gestört wird.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Gläser ist bei uns sicher sehr gut. Die Gläser werden von uns für Kinder primär gestützt, um eine sehr gute Qualität auch schon im Einstieg zu gewährleisten. Wenn man es sich leisten kann, sollte man an der Kinderbrille nicht sparen.

Bestimmte Diagnosen oder Bemerkungen, die der Augenarzt auf dem Rezept vermerken kann, helfen hier zudem zu höheren Erstattungsbeträgen. Fragen Sie also immer beim Arzt nach, ob  er etwas dazu helfend beitragen kann, die Brille schließlich hochwertiger und preiswerter zu machen.

In der Augenoptik Villa Fischbach gibt es Rabatte für Familienangehörige und natürlich unabhängig davon in jedem Fall tolle Rabatte auf jede weitere Brille derselben Sehstärke. Da fällt die Entscheidung für das Thema Sonnenbrille oder Ersatzbrille oder Zweitbrille für den Sport oder bei Erwachsenen für den feinen Anlass oder die Gleitsichtsonnenbrille nicht schwer.

Haben Sie für unsere Leser drei Tipps für die Auswahl der Brille?

Ja, sehr gern. Erstens: Halten Sie eine Ersatzbrille bereit. Geht die Brille einmal verloren oder kaputt, haben Sie sonst eine gewisse Überbrückungszeit bis zur nächsten Brille, in denen die Fehlsichtigkeit nicht korrigiert wird. Sechs bis acht Wochen nach Ausstellen des ersten Brillenrezepts darf Ihnen bei einer gesetzlichen Krankenversicherung der Augenarzt ein weiteres Rezept für eine Brille ausstellen, mit dem Sie sich die Ersatzbrille holen können.

Zweitens: Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl. Wie anfangs erwähnt, ist es wichtig, dass die Brille nach optimalem Sitz, Haltbarkeit und Gefallen ausgesucht wird, damit sie auch gern getragen und nicht bei nächster Gelegenheit zur Seite gelegt wird. Das Kind wird dabei von uns nicht überstrapaziert – die Auswahl der Gläser und andere Details besprechen wir mit den Eltern, während das Kind malen oder spielen darf.

Drittens: Wenn Ihr Kind eine Brille braucht, warten Sie nicht zu lang mit dem Gang zum Augenarzt und Optiker. Die Brille ist wichtig, damit sich das Auge gut entwickeln kann und die Fehlsichtigkeit korrigiert wird. Schlechtes Sehen führt zu Ermüdung und Kopfschmerzen und zu schlechten Leistungen in der Schule, da das Kind zum Beispiel nicht gern liest.

Die Brille im Kindesalter hilft den vermeidbaren Sehverlust zu stoppen und rückgängig zu machen.

Und am wichtigsten ist es, sich hier die elterliche Verantwortung klar zu machen: Wenn Kinder ein unscharfes Bild sehen, dann lernen die Augen das scharfe Sehen nicht und können das nie wieder nachholen. Das bedeutet, dass an sich gesunde Augen für immer schwachsichtig bleiben, man nennt das Amblyopie.

Je nach Umständen kann es sein, dass ein Kind dann nur 10%, 30%, 50% oder ähnlich auf einem oder beiden Auge sehen kann. Man bemerkt das ohne gezielte Prüfung oft nicht, weil das andere Auge das kompensiert und eine Sehfähigkeit von 60% so schlecht auch nicht ist, dass man es im Alltag regelmässig bemerken würde.

Bei bestimmten Berufen wird das für manche Menschen schon früh sehr bedeutsam. Mit Sicherheit jedoch ist es für alle Menschen enorm wertvoll, auf beiden Augen die volle Sehschärfe zu haben und die Tatsache, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, ist weitestgehend unbekannt. Spätestens wenn Augenerkrankungen durch das Älterwerden hinzutreten, wird jedes Prozent Sehkraft jedes Auges dringend gebraucht. Die Brille im Kindesalter hilft den vermeidbaren Sehverlust zu stoppen und rückgängig zu machen.

Wichtig ist hier: Wenn eine Brille das Sehen verbessert, ist es wichtig, dass Kinder die Brille regelmäßig tragen –  bis etwa zum 10. Lebensjahr, danach kann man es lockerer angehen. Bis etwa zum 10. Lebensjahr entscheidet das Tragen der Brille über die Entwicklung der bestmöglichen Sehschärfe.

Nach dem 12. Lebensjahr geht es Kindern dann wie Erwachsenen, sie sehen mit Brille einfach nur besser als ohne und haben weniger Beschwerden durch Ermüdung oder Kopfschmerzen. Die Entwicklung des Sehvermögens an sich ist dann nahezu abgeschlossen.

Haben Sie abschließend noch einen Tipp, wie besonders kleine Kinder an die Brille gewöhnt werden können?

Natürlich ist das Tragen der Brille zunächst ungewohnt – besonders sehr kleinen Kindern kann man das noch nicht erklären. Lenken Sie das Kind beim Aufsetzen der Brille ab, in dem Sie ihm in jede Hand ein Spielzeug oder eine Banane oder Ähnliches geben. Das stoppt den Reflex, nach der Brille zu greifen. So wird die Brille auf der Nase schnell vergessen.

Liebe Frau Rosenthal, wir danken für das Gespräch!

Weitere Informationen & Termine:

Die Augenoptik der Villa Fischbach findet ihr in Potsdam gleich neben der Alexandrowka-Siedlung. Hier erwarten euch über 3.000 Brillenmodelle und mehr als 750  für Kinder und kostenlose Parkplätze auf dem Gelände.

Adresse:

Augenoptik Villa Fischbach
Puschkinallee 5
14469 Potsdam

Telefon: 0331-200 45 226

-> zur Webseite der Augenoptik Villa Fischbach

Fotos: © POLA Magazin / Fotos mit Kindern: © Kathleen Friedrich

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