Vera Hübner „Diesmal möchte ich eine Hausgeburt.“

Sicherlich kennt ihr die Schauspielerin und Vierfach-Mama Vera Hübner schon aus dem TV oder aber spätestens durch unser Interview und die Homestory ihrer Villa Kunterbunt, die wir hier im Mai veröffentlicht haben. Kurz nach dem Interviewtermin hat sie uns verraten, dass sie wieder schwanger ist und um den Jahreswechsel ihr fünftes Kind erwartet. Da es eine Hausgeburt werden soll, waren wir natürlich neugierig und haben einmal genauer bei ihr nachgefragt. 

POLA: Wow, du planst eine Hausgeburt. Hast du eins deiner 4 Kinder schon zu Hause auf die Welt gebracht?

Vera: Bis jetzt habe ich meine 4 Kinder immer im Krankenhaus bekommen. Meine Große, Charlotte, war ein Kaiserschnitt, meine Mittlere, Heidi, war eine ganz normale 6-stündige Geburt und bei meiner Kleinen, Elena, hat es wieder länger gedauert. Da wurde auch relativ viel an mir manipuliert. Erst wurde die Fruchtblase geöffnet und dann sollte ich mich ständig für die Untersuchungen hinlegen. Bei meinem Kleinsten, Eddie, bin ich fast bis zum Schluss zu Hause geblieben. Als wir im Krankenhaus ankamen, hatte ich noch 30 Minuten, um mein Baby auf die Welt zu bringen. Und da ich ja nun nochmal schwanger bin, habe ich mich noch einmal ganz von vorn mit den Themen Schwangerschaft und Geburt beschäftigt und bin meiner Recherche darauf gestoßen, dass es ja eben auch noch andere Entbindungsorte, als das Krankenhaus oder das Geburtshaus, gibt. Manche Schwangere entbinden ihre Baby ganz allein zu Hause, das nennt sich dann Alleingeburt. Das möchte ich allerdings nicht. Ich hätte gern, dass meine Hebamme nach der Geburt zu uns kommt und mich und mein Baby kurz anschaut.

POLA: Und warum hast du dich diesmal für eine Hausgeburt entschieden?

Vera: Wenn ich mich an meine Geburten erinnere, dann denke ich ganz oft an Momente, in der ich gerade in Konzentration war, das Baby auf die Welt zu bringen und ich durch äußere Faktoren dabei gestört wurde. Sei es die Hebamme, die untersuchen wollte, wie weit der Muttermund nun schon geöffnet ist oder mich im Nachbarzimmer nochmal ans CTG anschließen wollte. Das waren meistens auch nur Kleinigkeiten, wie Geräusche oder Menschen, die nur kurz im Raum waren. Aber diese Momente haben mich so aus der Konzentration gebracht, dabei ist diese Fokussierung so wichtig für die Geburt. Unter der Geburt arbeiten Körper und Seele zusammen und in den Momenten, in denen ich gestört wurde, waren das einfach kleine Unterbrechungen unserer Geburt. Und das will ich bei dieser Geburt unbedingt ausschließen.

POLA: Was heißt das jetzt genau?

Vera: Das heißt, ich bin tatsächlich in der Überlegung, zu sagen, dass ich allein entbinden möchte. Ich habe zwar eine tolle Hebamme, die zu mir nach Hause kommen würde, aber da ich mein Kind während der Feiertage erwarte und meine Hebamme in dieser Zeit frei hat, wäre auch nur eine fremde Hebamme meine Ansprechpartnerin. Aber ich finde, eine Geburt ist so eine intime Geschichte, da möchte ich einfach keinen mehr dabei haben. Ich habe ja auch keinen dabei, wenn ich mit meinem Mann schlafe oder wenn ich auf Toilette gehe. Es ist statistisch erwiesen, dass je weniger man unter der Geburt gestört wird, umso einfacher und komplikationsloser die Geburt am Ende wird. Wenn man dem Ganzen einfach einen natürlichen Raum gibt und diese Intimität schafft und nicht von Geburtshelfern und Ärzten gestört wird, dann hat man einfach die Entspanntheit, die man dafür so dringend braucht. Und natürlich ist es auch völlig okay, wenn man in die Klinik will, weil man nur dort entspannt sein kann.

POLA: Und was sagt dein Mann zu deiner geplanten Hausgeburt?

Vera: Hier gibt es gerade heiße Diskussionen, denn mein Mann ist der Ansicht, dass unbedingt ein Spezialist mit dabei sein sollte. Er fand meine Idee gar nicht witzig. Aber ganz ehrlich: Ich bin doch der Spezialist. Ich kriege durch meinen Körper das Kind und kein anderer. Wenn ich merke, dass irgendwas nicht stimmt, können wir ja immer noch ins Krankenhaus fahren. Ich habe mich dort auch angemeldet. Jede Frau, die schon mal eine Geburt hatte, weiß, dass so ein Geburtsschmerz eine Urkraft ist, man sich danach aber wie eine Königin fühlt. Zu diesem Thema gibt es auch ganz tolle Lektüre. Zum Beispiel „Alleingeburt – Schwangerschaft und Geburt in Eigenregie“ von Sarah Schmid oder „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt: Die Mongan-Methode – 10000fach bewährt!“ von Marie F. Mongan.Und ich finde, man kann da ruhig auch mal mutig sein und sich darüber informieren, welche Alternativen es eben noch zu Krankenhäusern gibt.

POLA: Wird es eine Familiengeburt? Wollen deine Kinder bei der Geburt mit dabei sein?

Vera: Meine Kinder freuen sich sehr auf das Baby. Und wenn ich das Kind zu Hause bekomme, dann können meine Kinder das neue Familienmitglied gleich mit in Empfang nehmen. Oder von mir aus auch gern bei der Geburt mit dabei sein. Meine Größte möchte auf jeden Fall dabei sein und die anderen Mädels können es sich aussuchen. Der Kleinste wird dann (wenn die Geburt tagsüber ist) bei meinen Eltern sein. Ich habe mit meinen Mädchen auch darüber gesprochen, dass ich unter der Geburt in einem anderen Zustand sein werde und mich da sehr konzentrieren muss. Und das es vielleicht auch mal laut werden kann.

POLA: Und wie ist jetzt dein genauer Geburts-Plan?

Vera: Ich schaue einfach, wie es mir geht. Ich weiß ja nicht, wie und wo meine Geburt beginnt. Aber auf jeden Fall möchte ich mein Baby bei mir zu Hause bekommen. Wenn das Baby nachts kommt, dann versuche ich das Baby im Erdgeschoss zu entbinden (oben sind die Kinderzimmer und das Schlafzimmer). Meine Hebamme bringt mir vorher noch einen Geburtspool, den ich gern für die Geburt verwenden möchte. Und wenn meine Kinder in der Schule und Kita sind, dann würde ich im Obergeschoss alles aufbauen und mein Baby dort bekommen. Am liebsten in diesem Geburtspool, aber man weiß ja nie, wie es dann letztendlich klappt.

POLA: Wir wollen es natürlich ganz genau wissen: Wenn dein Baby dann auf der Welt ist … Wie machst du das mit der Nabelschnur und der Nachgeburt?

Vera: Die Nabelschnur kann man eigentlich auch mit der Küchenschere durchschneiden, die muss nicht steril sein. Es geht ja auch keiner in den Kuhstall und schneidet die Nabelschnur mit einer sterilen Schere durch. Ganz im Gegenteil: Bei den Tieren wird die Nabelschnur ganz oft abgerissen oder abgebissen, denn man lässt sie in der Regel auspulsieren und dann gibt es auch keine Verbindung mehr zum Kind. Man kann die Nabelschnur einfach abschneiden und mit Zahnseide oder eine Kordel abbinden.

Und zum Thema Nachgeburt: In der Klinik wird dir oft Oxytocin gespritzt, um die Nachgeburt zu beschleunigen. Generell darf die Nachgeburt bis zu vier Stunden im Körper bleiben, bis der Körper sie einfach von allein abstößt. Man kann da schon ein bisschen nachhelfen, in dem man zum Beispiel Tiefkühlerbsen auf den Bauch legt oder einen leichten Druck ausübt. Normalerweise sorgen die Hormone in unserem Körper dafür, dass das alles von allein funktioniert. Damit man aber sicher gehen kann, dass die Plazenta vollständig ist und sich keine Reste mehr im Körper befinden, sollte man da schon mal einen Experten darüber schauen lassen. Deswegen ist auch mein Plan, dass ich spätestens dann eine Hebamme hier haben möchte, die dann einmal darauf guckt. Einfach damit ich dann entspannt und beruhigt ins Bett gehen kann. Auch mein Mann ist dann viel beruhigter und wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass wir meine Hebamme anrufen. Allerdings will er sie anrufen, sobald meine Wehen losgehen und ich möchte sie erst hier haben, wenn das Baby da ist. Also werden wir es so machen, dass, wenn sie hier ist und die Geburt noch in vollem Gange ist, sie dann nur für meinen Mann zuständig ist. Und wenn was sein sollte, könnte sie mir auch helfen.

POLA: Freust du dich auf deine Hausgeburt?

Vera: Ja, total. Das Schöne ist ja eigentlich auch, dass man seine Geburt überhaupt nicht planen kann. Man weiß nicht, wie und wo sie startet oder wie das Ganze dann enden wird. Aber ich bin mir sicher, dass es toll wird und ich mein Baby bei mir zu Hause auf die Welt bringen kann.

POLA: Was braucht man eigentlich alles für eine Hausgeburt?

Vera: Eigentlich nur Unterlagen (z.B. Handtücher) und man sollte sich vorher auf jeden Fall über den Geburtsverlauf informieren (falls es die erste Geburt ist).

Liebe Vera, hab vielen lieben Dank für deine Offenheit! Wir wünschen dir eine wundervolle Geburt und das alles so wird, wie du es dir vorgestellt hast!

Nochmal zur Info: In Deutschland ist es erlaubt, dass jede Frau so entbinden kann, wie sie möchte. Allerdings ist eine Hausgeburt erst ab der Woche 37+0 möglich, denn dann ist es keine Frühgeburt mehr.

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1 Kommentar

  • Liebe Vera, zu dieser tollen und mutigen Entscheidung wünschen wir dir von Herzen alles Gute aus Köln. Zwei unserer Kinder haben ich vor fast vierzig Jahren ambulant entbunden…. Das war damals vōllig unüblich….. aber für uns und die Familie war es wunderbar! Wir drücken die Daumen, dass alles so eintrifft, wie du es dir vorstellst. Alles Liebe!

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