Für Sophie steht fest: „Es wird ein geplanter Kaiserschnitt!“

„Es ist gal, was dein Umfeld dir rät und sagt.“

Sophie kenne ich schon seit einigen Jahren, denn wir begegnen uns regelmäßig auf dem Spielplatz. Dass sie schwanger ist, wusste ich schon, denn das war mittlerweile nicht mehr zu übersehen. 🙂 Dass sie allerdings kurz vor einem geplanten Kaiserschnitt steht, das war mir neu. Und da ich nicht sehr viele Frauen kenne, die einen festen Entbindungstermin in ihrem Kalender stehen haben, fand ich es spannend, einmal mehr über ihre Gründe zu erfahren.

Pola: Liebe Sophie, bitte erzähl uns doch erstmal etwas über dich. 

Sophie: Hallo, ich bin Sophie, ich bin 29 Jahre alt und gebürtige Potsdamerin. Ich arbeite als Erzieherin, bin aber gerade im Mutterschutz, denn ich erwarte in ca. 2 Wochen meinen 2. Sohn. Das genaue Geburtsdatum weiß ich schon, denn die Geburt wird ein geplanter Kaiserschnitt.

Pola: Wie verlief deine Schwangerschaft bisher?

Sophie: Im Großen und Ganzen ganz gut, allerdings wurde bei mir in der Mitte der 20. Woche eine Schwangerschaftsdiabetis festgestellt. Ich war überrascht, denn in der 1. Schwangerschaft hatte ich das nicht.

Pola: Und wodurch wurde der geplante Kaiserschnitt überhaupt ein Thema?

Sophie: Das war schon nach meiner 1. Geburt ein Thema. Ich hatte sehr starke Geburtsverletzungen (Dammriss 3. Grades) und da wurde mir danach schon mitgeteilt, dass ich, falls ich noch einmal entbinden sollte, über einen Kaiserschnitt nachdenken sollte. Dieses Nachgespräch fand ungefähr einen Monat nach meiner Entbindung statt. Und eigentlich kam für mich der Kaiserschnitt nie in Frage. Auch zu Beginn meiner 2. Schwangerschaft teilte mir mein Frauenarzt und meine Hebamme mit, dass erstmal nichts gegen eine natürliche Geburt spricht. Aber als dann die Schwangerschaftsdiabetis festgestellt wurde, kamen dann die ersten Zweifel, denn es wird ja gesagt, dass diese Kinder dann gern mal ein bisschen größer und schwerer sind.

Pola: Und weshalb hast du dich letztendlich für einen Kaiserschnitt entschieden?

Sophie: In der 36. Woche hat mein Frauenarzt festgestellt, dass der Kopfumfang des Babys schon eine Größe von der 40. Schwangerschaftswoche besitzt und da war mir klar, dass es im Anschluss mit Sicherheit ein Gespräch geben wird. Das gab es dann auch und da hat er mich noch einmal über die verschiedenen Möglichkeiten sowie Vor-und Nachteile aufgeklärt. Aber als ich die Größe des Kopfumfangs auf dem Bildschirm gesehen habe, stand für mich in diesem Moment fest, dass ich einen Kaiserschnitt möchte. Ich will hier aber nochmal betonen: Hätte ich durch die 1. Geburt nicht so schlimme Geburtsverletzungen davon getragen, würde ein Kaiserschnitt jetzt überhaupt nicht infrage kommen.

Pola: Und wie ging es dann weiter?

Sophie: Ich hatte danach gleich einen Termin mit dem Chefarzt im Ernst von Bergmann Klinikum und sprach mit ihm auch noch einmal über meine Möglichkeiten. Doch diese waren mir ja schon bekannt. Er sagte mir auch, dass eine gut verheilte Kaiserschnittnarbe viel mehr wert ist, als meine möglichen Folgen bei einer normalen Geburt. Natürlich nur bezogen auf meine schlimmen Verletzungen durch meine erste Geburt. Und dann bekam ich eine Woche Zeit, mich zu entscheiden. Gestern hatte ich dann den Termin und ich teilte der Oberärztin mit, dass ich einen Kaiserschnitt haben möchte.

Pola: Welche möglichen Konsequenzen hätte denn eine natürliche Geburt bei dir? 

Sophie: Inkontinenz. Und ich möchte mit 30 einfach keine Windeln tragen. Es würde mich einfach unheimlich einschränken und ich könnte vieles nicht mehr so problemlos wie jetzt machen. Ich könnte nicht mehr das arbeiten, was ich jetzt mache. Ich könnte mit meinen Kindern nicht das tun, was ich gern möchte und selbst Freundschaften würden darunter leiden. Denn wenn du deinen Schließmuskel nicht mehr kontrollieren kannst, hast du einfach keine Lust darauf, dich mit anderen zu treffen. Ich weiß natürlich auch, dass das nicht passieren muss, aber die Gefahr ist einfach zu hoch. Ich kann mit dieser Entscheidung einfach besser leben.

Pola: Und was sagt dein Umfeld zu deinem geplanten Kaiserschnitt? Hast du dich mit vielen darüber ausgetauscht?

Sophie: Ja, die meisten wissen auch, wie meine 1. Geburt war. Und alle akzeptieren meine Entscheidung. Auch mein Partner steht da voll und ganz hinter mir.

Pola: Und wie gehts dir jetzt so kurz vor der Geburt? Denkst du noch darüber nach, ob eine natürliche Geburt vielleicht doch besser gewesen wäre?

Sophie: Mir gehts gut. Ich habe Respekt vor den Schmerzen, die einen danach erwarten. Aber meine Entscheidung steht fest und damit fühle ich mich gut. Ich habe eine Weile gebraucht, bis mir klar wurde, dass nur ich die Konsequenzen tragen muss. Und mit der Oberärztin, mit der mein Kaiserschnitt geplant ist, fühle ich mich auch wohl. Sie hat mir auch einen sanften Kaiserschnitt vorgeschlagen, von dem ich vorher auch noch nie etwas gehört habe. Und diese Art von Kaiserschnitt würde bedeuten, dass sie das Baby nur raus geleitet und ich mein Baby rauspresse. Dabei wird der Vorhang, der sich am Bauch befindet, ein wenig runter gemacht, sodass wir sehen, wie unser Baby geboren wird. Ich denke, dass es durch diese sanfte Methode auch ein schöner Moment sein wird. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Geburt natürlich los geht, damit unser Baby wenigstens ein bisschen Geburtsstress hat und das daraus dann der Kaiserschnitt resultiert.

Pola: Und was würdest du anderen Müttern raten, die vor derselben Überlegung stehen?

Sophie: Ich finde, jeder sollte seine Entscheidung gut mit sich vereinbaren können. Egal, was dein Umfeld dir rät und sagt. Denn kein anderer muss im Anschluss die Konsequenz tragen. Nur wir selber.

 

Liebe Sophie, vielen Dank für das spannende Interview und alles Liebe für die Geburt!

 

Da wir natürlich alle gern wissen möchten, wie der geplante Kaiserschnitt gelaufen ist und welche Meinung Sophie nach der 2. Geburt hat, hat sie mir schon einem 2. Interview zugestimmt. Fortsetzung folgt…

 

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