TikTok sicher nutzen! Tipps für Eltern

Verbringen eure Kinder auch mehrere Stunden am Tag auf TikTok und ihr wisst eigentlich gar nicht so richtig, was sie dort am Handy machen und was hinter dieser App steckt? Glaubt uns, so geht es den meisten Eltern. Damit ihr es etwas besser versteht und mitreden könnt, erklären wir euch, wie dieses soziale Netzwerk tickt und welche Gefahren vielleicht auch darin stecken.

Was ist TikTok?

TikTok ist aktuell DAS soziale Netzwerk mit den am schnellsten wachsenden User-Zahlen weltweit und kommt aus China. In kurzen Clips (15- oder 60-sekündigen Videos) präsentieren TikTok-Nutzer (Creator) ihre kreativen Ideen vor einem großen Publikum. Das heißt, sie nehmen einen kurzen Clip auf, unterlegen diesen mit einem Song, vertaggen ihn mit angesagten oder trendigen Hashtags # und posten diesen auf ihrem Profil. Je öfter das Video gesehen wird und je mehr Likes und Follower man sammelt, desto erfolgreicher ist man auf TikTok. Maßgeblich dafür, welche Inhalte eure Kinder in ihrem Feed sehen, sind ihre jeweiligen Vorlieben, wie zum Beispiel Musik, Comedy, Beauty, Reisen oder Tanz.  Spaß und Kreativität stehen bei TikTok auch ganz klar im Vordergrund und das ist es auch, was den Erfolg der App ausmacht.

TikTok sicher nutzen – so kann es klappen!

Die Nutzung der App ist laut AGB erst ab 13 Jahren gestattet – aber auch jüngere Kinder haben darauf Zugriff, wenn sie bei der Anmeldung ein falsches Geburtsdatum angeben. Hat euer Kind Interesse an der Nutzung der App, erkundet sie zunächst gemeinsam und nehmt alle Einstellungen vor. So erlangt euer Kind Medienkompetenz und wir Eltern können etwas entspannter sein, was unsere Kinder im Internet machen.

Seit Februar diesen Jahres bietet TikTok auch in Europa einen begleitenden Modus für Eltern an, bei dem sich unter anderem die tägliche Nutzungszeit begrenzen lässt. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, einen eingeschränkten Modus zu aktivieren und somit gemeinsam mit dem Kind zu filtern, welche Videos im “For you-Feed” des Kindes landen. Das Profil solltet ihr über die Einstellungen immer auf “privat” stellen, denn das stellt sicher, dass die Videos und Informationen auch nur mit den echten Freunden ausgetauscht werden und nicht von allen Nutzern der App gesehen werden können.

Tipp: TikTok hat einen praktischen Leitfaden mit vielen Tipps für Jugendliche und Eltern herausgebracht. Da werden unter anderem die häufigsten Fragen von Eltern beantwortet, euch Tipps für das Gespräch mit Jugendlichen gegeben und euch ein Creator-Vater vorgestellt.

Kurz zusammengefasst wird dort empfohlen:

1. Findet im Gespräch mit dem Kind heraus, welche Apps aktuell von Freunden oder der Schulklasse genutzt werden.

2. Ladet euch die entsprechende App selber herunter und informiert euch!

3. Trefft Vereinbarungen mit eurem Kind! In welchem Rahmen dürfen die Apps genutzt werden (je älter das Kind wird, umso mehr Freiräume kann es auch bekommen).

4. Denkt daran, dass auch ihr als Eltern mit eurem Mediennutzungsverhalten direktes Vorbild seid.

Und was sagen die TikTok-User?

Auch wir waren neugierig und wollten von ein paar Jugendlichen wissen, wie lange sie täglich auf TikTok unterwegs sind und was sie besonders toll an dieser App finden:

Helene (14): Ich bin täglich ungefähr zwei Stunden auf TikTok, denn wenn man auf die App gegangen ist, kann man meistens nicht mehr aufhören. Ich finde es sehr unterhaltend, aber ich selbst lade keine Videos hoch, sondern schauen mir die Clips der anderen User nur gern an.

Karla (16): Ich bin von Anfang an dabei und ich finde die App hat sich in den letzten zwei Jahren sehr verändert. Sie ist vielseitiger geworden und man kann sich fast alles anschauen. Dort gibt es Tanz-Videos, Lipsing-Videos, Storys, die von Personen erzählt werden, Vlogs, in denen die Leute zeigen, wie ihr Tag so abläuft oder einfach nur Videos, in denen die Person von sich redet. Das ist sehr unterhaltsam, aber ich lade keine eigenen Videos hoch.

Malte (18): Wenn ich Zeit habe oder mir langweilig ist, dann gehe ich auf TikTok. Für mich ist es einfach nur Unterhaltung. Ich nutze es vor dem Schlafengehen, um mich zu belustigen und ich schaue es mir gemeinsam mit Freunden an, denn dort gibt es viele lustige Videos.

Julia (18): Ich nutze das nur als Entertainment oder wenn ich mal ein Rezept brauche. Meine Eltern wissen auch absolut nicht, was das ist. Es nimmt aber auch nicht so viel Raum ein, sodass wir darüber sprechen müssten. Aber ich denke, das die 12-13-Jährigen diese App richtig ernst nehmen.

Pauline (17): TikTok benutze ich eigentlich jeden Tag. Es sind kleine Videos, bei denen Menschen verschiedenen Alters über Erfahrungen erzählen oder bei Videos zu Musik tanzen. Es gibt eine „For you Page“ ,wo dir Videos angezeigt werden, die dich interessieren könnten. Man kann sich mit ihnen identifizieren, da sie in deinem Alter sind und weil sie über Themen sprechen, die auch für dich aktuell sind.

Leonie (10): Ich finde die App cool, weil man Videos wie einen Film drehen und dabei tanzen kann. Ich tanze nämlich total gern und das zu filmen macht viel Spaß. Außerdem gibt es dort viel Musik zum Anschauen.

Wir haben für euch ein tolles Buch entdeckt, das hilft, sich im Mediendschungel der Kinder zurecht zu finden, den Anschluss nicht zu verpassen und ein kompetenter Ansprechpartner für den Nachwuchs zu werden :”Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss!  Mit Kindern tiefenentspannt durch den Mediendschungel”. Lest hier das interessante Interview mit vielen Tipps zum Thema Medienerziehung mit Patricia Cammarata nach!

 

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