Tipps für Skateboard-Anfänger:innen in Potsdam

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Josh fährt seit 19 Jahren in Potsdam Skateboard, ihr habt ihn vielleicht schon auf der ein oder anderen Rampe entdeckt oder kennt ihr aus dem Interview im “Something about POTSDAM” Magazin Wir haben ihn um Tipps für alle gebeten, die neu auf dem Board sind.

Schaut man sich die vielen Möglichkeiten zum Skateboarden in Potsdam an, scheint sich hier besonders in den letzten beiden Jahren viel getan zu haben.

Ja, hier wurde seitens der Stadt wirklich viel investiert. Das war aber auch bitter nötig, die Skateparks in Potsdam waren im Schnitt dreißig Jahre alt. Dafür haben wir als Community auch sehr gekämpft, z.B. über den Verein Rollrausch. Leider fehlt nach wie vor eine Skatehalle für schlechtes Wetter, wie es sie früher einmal gab. Der wettergeschützte Neubau unter der Nuthebrücke ist ein Anfang und kommt hoffentlich bald. (Anmerkung: Habe gerade mit der Verantwortlichen Frau Kudoba telefoniert. Die Ausschreibung läuft gerade, Planung soll im Juni beginnen, Bau hoffentlich nächstes Jahr!)

Hier darf ja nicht nur geskatet werden, man sieht auch Stunt-Roller oder Mountainbikes.

Genau. Da an den Plätzen viele verschiedene Rollsportarten aufeinander treffen, finde ich wichtig, Grundregeln einzuhalten. Zum einen Altersgrenzen, meist sind das 6 oder 8 Jahre. Darunter beherrscht man das vorausschauende Fahren einfach noch nicht, also einen Blick dafür zu haben, ob mein Weg gerade frei ist oder mich jemand kreuzen wird. Dazu ist gegenseitige Rücksichtnahme essentiell: Anstellen, an den Seiten abwechseln, andere vorlassen und nicht nur an mich selbst denken. Und das Wichtigste: Nur geeignete Sportgeräte nutzen! Keine Laufräder, keine Cityroller, die im Gegensatz zu Stunt-Scooter viel zu leicht brechen können. Keine Kinderfahrräder oder normale Fahrräder. Diese sind nicht dafür ausgelegt, haben keine ausreichende Federung und können leicht kaputt gehen, die Verletzungsgefahr ist hoch. Und auf keinen Fall ferngesteuerte Autos – diese haben im Skatepark nichts zu suchen!

Welche der von uns aufgelisteten Orte empfiehlst du für Skateboarding-Anfänger?

Bei den größeren Anlagen vor allem den Lindenpark. Das Gelände ist ausreichend groß, es ist nicht zu voll, man ist aber auch nicht allein. Die Community ist entspannt und über das j.w.d. ist meist auch ein Sozialpädagoge vor Ort. Dazu findet man Schatten und Infrastruktur wie Toiletten und ein Café. Hier gibt es auch wöchentlich offene Kurse.

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Im Volkspark und E-Park ist es meist viel zu voll, besonders an den Nachmittagen oder am Wochenende. Nur an den Randzeiten, wenn Schule ist oder ab 18:30 Uhr, lässt es sich hier in Ruhe üben. Hier habt ihr außerdem das Problem, dass es keinen Schatten gibt und bei Sonne richtig heiß wird. Auch auf dem Pumptrack in Potsdam West ist immer viel los. Hier tummeln sich alle Alters- und Könnerklassen, für Anfänger auf dem Skateboard ist das eher ein Hindernis.

Auf dem Bassinplatz oder im Lustgarten könnt ihr jederzeit in Ruhe üben, hier ist es fast immer leer, weil wir Profis die anderen Orte nutzen. Aber wie auch bei der kleinen und alten Anlage in Waldstadt ist der Boden sehr heruntergekommen. Wenn die Bowl in Drewitz umgebaut ist, wird das auch ein toller Ort. Neben der Bowl gibt es eine ganz alte Pumptrack-Anlage mit kleinen, nicht zu steilen Hügeln, die für Anfänger super sind. Für erste Übungen wie Fahren, Lenken und Bremsen eignet sich auch jede beliebige Freifläche, wie ein leerer Parkplatz.

Welche Tipps hast du für alle, die mit Skaten anfangen wollen? Fangen wir mal mit der Ausrüstung an.

Ein ordentliches Skateboard bekommt man für 80 bis 120 Euro. Richtige Skateboard-Läden gibt es leider nur in Berlin, hier empfehle ich besonders „Search & Destroy” in Kreuzberg oder „Barrio” in Friedrichshain nahe der Skatehalle an der Warschauer Straße. Das ist auch mein Tipp, wenn es um Skateschuhe geht – hier findet ihr ein großes Sortiment zu guten Preisen, die ihr direkt anprobieren könnt. Hier kaufe ich auch meine Schuhe. Meine eigene „Bretterbude” ist zwar ein Online-Shop, nach Terminvereinbarung per Nachricht oder Telefon kann man aber auch vorbeikommen.

Ganz wichtig ist ein guter Helm, idealerweise kein Fahrradhelm, sondern ein richtiger Skatehelm mit ordentlichen Belüftungslöchern, damit es nicht direkt zu heiß wird. Auch Handgelenks-Schoner sollte man als Anfänger dauerhaft tragen. Bei Stürzen stützt man sich zu 90 Prozent mit den Händen ab und riskiert leicht ein gebrochenes Handgelenk. Zum Schutz der Knie und Ellenbogen eignen sich z.B. die Schoner, wie man sie vom Inline-Skaten kennt, fürs Skateboarden gibt es hier auch etwas komfortablere Varianten zum Reinschlüpfen.

Welche Übungen empfiehlst du für Anfänger:innen?

Wichtig ist eine gute Balance, wer ein Balance Board zu Hause hat, kann damit üben, auch einbeinig. Oder ihr sucht euch eine höhere Kante, wie zum Beispiel einen Bordstein, und stellt euch mit einem Fuß darauf. Mit dem anderen Fuß imitiert dann das Anschieben des Boards, indem ihr das Bein vor und zurück bewegt.

Zum Lenken empfehle ich die Übung, die ich „Pizza schneiden” nenne. Dafür auf dem Board stehend die Schulter drehen, das Skateboard vorn anheben und in die Richtung der Schulter drehen. So dreht man sich in kleinen Dreiecken wie bei einer geschnittenen Pizza.

Spaß macht auch das sogenannte „Tic Tac”, das ist eine Technik, bei der die Spitze des Boards abwechselnd nach links und rechts geschwenkt wird, um Geschwindigkeit zu generieren, ohne den Fuß zum Anschieben auf den Boden zu setzen. Hier einfach nach passenden Videoanleitungen suchen, auch für den bekannten „Ollie”, bei dem man mit den Board nach oben springt.

Die einzelnen Übungen am besten abwechseln – wenn etwas nicht klappt, nicht daran festbeißen und demotivieren lassen, sondern einfach das nächste versuchen. Was heute nicht funktioniert, klappt vielleicht morgen. Und fangt frühzeitig an, den Blick nach vorn zu üben, also nicht nur aufs Brett zu schauen, sondern in die Richtung, in die ihr fahrt.

Vor dem Fahren ist Dehnung und Aufwärmen wichtig, um Verletzungen vorzubeugen – besonders, je älter man wird.

Lieber Josh, vielen Dank für das Interview und bis bald auf der Rampe!

Tipps für alle Skateboard-Anfänger:innen in Potdsdam:

Übersicht Skateplätze in Potsdam

Kurse:

Lindenpark: Skatepiloten”: offener Kurs mit vielen Tipps und Tricks.
Di + Mi 16–17 Uhr (außer in den Ferien, Winter, bei Regen), Leihmaterial vorhanden
meist Intensiv-Kurs in den Sommerferien
Schnupper-Workshops für Gruppen, Anfrage an tinko.jaeckel@bb.stiftung-spi.de

Hochschulsport: Samstags-Kurse für alle Level (10–13 Uhr, ebenfalls im Lindenpark). Buchung über hochschulsport-potsdam.de, ab 15 € für Uni-Angehörige bis 30 € für Externe.

Josh bietet auf Anfrage auch Trainingsstunden an (50 €/Stunde unabhängig von der Teilnehmerzahl, Tipp z.B. zum Kindergeburtstag!).

weitere Informationen und Tipps aus Potsdam

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