Hereinspaziert! Zu Besuch bei “Charly & Franz”

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Dort, wo in Potsdam die Charlottenstraße und die Französische Straße aufeinandertreffen, begleitet das Team der Praxis „Charly & Franz” Familien: werdende Eltern mit vielen Fragen im Kopf, Paare, die sich auf das Abenteuer Geburt vorbereiten. Es ist ein Ort, an dem man kurz durchatmen kann – und an dem Frauen mit viel Expertise zuhören. Die Hebammen, Therapeutinnen und Pädagoginnen sind für die Familien in einer der intensivsten Phasen ihres Lebens da: während der Schwangerschaft, der Geburt und der ersten Zeit mit einem Kind.

Doch Charly & Franz ist bewusst mehr als eine klassische Praxis. Beatrice Maager, Sonja Wolff, Denise Sander und Anja Kasprzyk (siehe Foto oben) haben einen Raum geschaffen, in dem Begegnung stattfinden darf – mit Kursen, Vorträgen und offenen Formaten, bei denen Familien zusammenkommen, Erfahrungen teilen und merken: Mit ihren Fragen und Unsicherheiten sind sie nicht allein.

Wie ist Charly & Franz entstanden? Welche Werte tragen die Arbeit der Praxis? Und welche Vision haben die Gründerinnen für Familien in Potsdam? Darüber haben wir mit ihnen gesprochen.

„Bei uns fühlt man sich aufgehoben.”

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Wie ist Charly & Franz entstanden? Welche Werte tragen die Arbeit der Praxis? Und welche Vision haben die Gründerinnen für Familien in Potsdam? Darüber haben wir mit ihnen gesprochen.

Liebe Sonja, liebe Anja – wie ist Charly & Franz eigentlich entstanden?

“Wir möchten Familien über einen längeren Zeitraum begleiten.”

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Anja: Ich bin jetzt seit 23 Jahren als Hebamme in Potsdam tätig und habe Sonja damals im klinischen Kontext kennengelernt. Wir haben beide lange im Krankenhaus gearbeitet und sind dann, mit ein paar Monaten Unterschied, in die Freiberuflichkeit gegangen und haben als Beleghebammen gearbeitet. Das war für uns eine wichtige Phase, weil wir gemerkt haben, wie wir eigentlich arbeiten wollen und was uns wichtig ist.

2016 haben wir uns dann mit Bea zusammengetan und Charly & Franz gegründet. Das war auch so ein bisschen aus dem Wunsch heraus, nicht mehr nur in bestehenden Strukturen zu arbeiten, sondern selbst gestalten zu können. Und gleichzeitig haben wir in dieser Zeit auch alle unsere eigenen Familien gegründet, wir haben jeweils drei Kinder bekommen, alle hier in Potsdam geboren, und das hat natürlich auch unsere Perspektive auf Elternschaft total geprägt.

sonja wolff hebamme potsdam charly franzSonja: Für mich war das wirklich dieser Wunsch, rauszugehen aus diesen festen Strukturen und mehr nach unserem eigenen Verständnis von Begleitung zu arbeiten. Ich wollte nicht mehr nur punktuell da sein, sondern Familien wirklich über einen längeren Zeitraum begleiten.

Gleichzeitig wollten wir einen Ort schaffen, an dem verschiedene Angebote zusammenkommen, also nicht nur Hebammenarbeit im klassischen Sinne, sondern auch Kurse, Austausch, Bewegung und all das, was Familien in dieser Zeit brauchen. Ich glaube, das war von Anfang an dieser Gedanke, dass man hierher kommt und nicht nur einen Termin hat, sondern sich irgendwie aufgehoben fühlt.

Bea, du bist keine Hebamme. Wie bist du Teil des Teams geworden?

beatrice maager potsdam charly franzIch bin Sporttherapeutin und habe Sonja und Anja kennengelernt, als ich selbst schwanger war und bei ihnen zur Beleggeburt angemeldet war. Und ich habe dann in der Rückbildung gemerkt, dass das für mich nicht so richtig funktioniert hat, wie ich mir das vorgestellt habe. Das war oft wie so ein Frontalunterricht, alle sitzen im Kreis und man versucht irgendwie gemeinsam etwas zu machen, aber in der Realität fällt eine nach der anderen raus, weil ein Baby gestillt werden muss oder gewickelt wird oder einfach Aufmerksamkeit braucht. Und ich dachte mir, das passt eigentlich gar nicht zu dieser Lebensphase.

Ich komme ja aus dem Sport und habe dann angefangen zu überlegen, wie man das anders machen kann, also dynamischer, flexibler, eher wie ein Zirkeltraining, wo man ein- und aussteigen kann, ohne dass gleich alles zusammenbricht. Und daraus ist dann Schritt für Schritt entstanden, dass wir gemeinsam Konzepte entwickelt haben und angefangen haben, das hier umzusetzen.

Denise, du bist die Neueste im Team. Was bringst du mit?

denise sander potsdam charly franz pekip yogaIch bin seit November 2024 hier und habe mich nach meiner Elternzeit selbstständig gemacht. Ich bin ursprünglich Erzieherin und habe davor in dem Bereich gearbeitet. Durch meine eigenen Kinder ist der Wunsch entstanden, nochmal anders mit Familien zu arbeiten.

Hier bei Charly & Franz biete ich Eltern-Kind-Kurse und Yoga an und baue das auch nach und nach weiter aus. Für mich war das total schön, hier reinzukommen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich meine Ideen einbringen kann und dass das hier wirklich gewollt ist, dass sich Dinge weiterentwickeln.

Anja: Ich finde, Denise hat unser Angebot nochmal richtig dynamisiert, weil sie einfach neue Themen und Perspektiven mitbringt. Das ist auch das, was wir uns immer gewünscht haben, dass sich das hier weiterentwickelt und nicht stehen bleibt.

Woher kommt der Name „Charly & Franz“?

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Sonja: Wir haben damals wirklich lange überlegt, wie wir heißen wollen, und wollten bewusst keinen dieser typischen Praxisnamen nehmen, sondern etwas, das ein bisschen zeitloser ist und vielleicht auch persönlicher wirkt. Ich hatte den Namen Charly aus einer Geburt im Kopf, die mich sehr beschäftigt hat, und irgendwie ist der hängen geblieben. Und dann haben wir irgendwann gemerkt, dass das hier auch ganz gut passt, weil wir genau zwischen der Charlottenstraße und der Französischen Straße liegen. Und dann hat sich das einfach richtig angefühlt.

Was war eure Vision, als ihr die Praxis gegründet habt?

“Mit Charly & Franz haben wir einen Raum geschaffen, in dem sich Familien begegnen können.”

Anja: Ich glaube, wir sind mit der Idee gestartet, einen Ort für Familiengesundheit zu schaffen. Also nicht nur Schwangerschaft und Geburt, sondern wirklich darüber hinaus. Dass Familien hier in verschiedenen Phasen ankommen können und einen Ort haben, an dem sie begleitet werden. Und für mich war auch dieses evidenzbasierte Arbeiten total wichtig. Also nicht Dinge einfach so weiterzugeben, weil man sie schon immer so gemacht hat, sondern sich zu fragen, was ist eigentlich sinnvoll, was ist aktuell, was hilft wirklich.

Sonja: Ich glaube, es ging uns auch darum, einen Raum zu schaffen, in dem sich Familien begegnen können. Also nicht nur dieses Eins-zu-eins, sondern auch Austausch untereinander. Und gleichzeitig wollten wir nicht belehren, sondern begleiten. Also eher so dieses, wir geben Wissen mit und unterstützen, aber am Ende finden die Familien ihren eigenen Weg.

Welche Angebote gibt es heute bei euch?

charly und franz potsdam interview pola magazinSonja: Wir haben natürlich die klassischen Hebammenangebote, also Geburtsvorbereitung und Rückbildung, aber darüber hinaus ist das wirklich immer weiter gewachsen. Es gibt Eltern-Kind-Kurse, Babymassage, Yoga, Sportangebote für Eltern und auch Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen. Und wir versuchen immer zu schauen, was gebraucht wird und was sich sinnvoll ergänzen lässt.

Ein neues Format ist euer Begegnungsfrühstück „Voll und Gut“. Was steckt dahinter?

Anja: Das ist eigentlich aus der Idee entstanden, einen Raum zu schaffen, in dem Familien ganz unkompliziert zusammenkommen können. Also ohne festen Kursrahmen oder Verpflichtung. Man trifft sich am Samstagvormittag, frühstückt gemeinsam und hört dann noch einen kleinen Fachvortrag zu einem bestimmten Thema. Und danach ist einfach Zeit für Austausch.

Sonja: Ich finde daran besonders schön, dass das so offen ist. Dass man nicht nur Input bekommt, sondern dass Gespräche entstehen, dass Fragen gestellt werden können und dass man sich untereinander kennenlernt.

Was macht euer Konzept besonders?

Sonja: Ich glaube, dieses Interdisziplinäre ist ein ganz wichtiger Punkt. Dass wir nicht alles alleine machen, sondern bewusst mit anderen Fachpersonen zusammenarbeiten, die Dinge können, die wir vielleicht nicht abdecken. Und daraus entsteht dann so ein Gesamtbild, das für Familien wirklich hilfreich ist.

Anja: Und ich glaube, unsere Haltung ist auch entscheidend. Dass wir nicht missionarisch unterwegs sind, sondern begleiten. Dass wir Familien ernst nehmen und ihnen nicht sagen, wie sie es machen sollen.

Welche Werte sind euch in der Arbeit mit Familien besonders wichtig?

Anja: Empathie und Toleranz sind für mich total wichtig. Familien kommen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Lebensrealitäten, und das muss alles Platz haben. Und ich finde, es ist wichtig, dass sich niemand hier bewertet fühlt.

Sonja: Und Aufklärung spielt eine große Rolle. Also wirklich fundiertes Wissen weiterzugeben und keine Mythen. Aber gleichzeitig immer mit dem Gedanken, dass die Entscheidung am Ende bei den Eltern liegt.

Haben sich die Bedürfnisse von Eltern in den letzten Jahren verändert?

Sonja: Ja, total. Die Informationslage hat sich komplett verändert. Viele Eltern kommen mit sehr viel Wissen, aber das führt auch dazu, dass sie manchmal verunsichert sind. Weil es einfach so viele unterschiedliche Informationen gibt.

Anja: Ich glaube, unsere Aufgabe ist dann oft, das einzuordnen und ihnen zu helfen, wieder Vertrauen in sich selbst zu bekommen.

Ihr bildet auch Hebammenstudentinnen aus. Warum ist euch das wichtig?

Anja: Wir begleiten regelmäßig Studentinnen in ihrer praktischen Ausbildung, und das ist total wertvoll, weil man dadurch gezwungen ist, das eigene Handeln zu reflektieren und zu erklären. Das macht auch etwas mit der eigenen Haltung.

Sonja: Und ich finde es wirklich schön zu sehen, wie klar und engagiert diese neue Generation ist. Das gibt einem auch selbst nochmal Motivation.

Was wünscht ihr euch für Familien in Potsdam?

Sonja: Ich wünsche mir, dass Eltern ihren eigenen Weg finden und sich nicht zu sehr von außen beeinflussen lassen. Dass sie Vertrauen in sich selbst entwickeln.

Anja: Und ich wünsche mir, dass sie Orte haben, an denen sie sich aufgehoben fühlen und Unterstützung bekommen, ohne bewertet zu werden.

Sonja: Und wenn sie hier rausgehen und sich ein Stück sicherer fühlen als vorher, dann ist das für mich eigentlich das Wichtigste.

Angebote bei Charly & Franz:

Adresse: Charlottenstraße 73, 14467 Potsdam

  • Geburtsvorbereitung & Schwangerenvorsorge
  • Wochenbettbetreuung & Stillberatung
  • Akupunktur & Alternative Therapien
  • Rückbildung, Pilates, Sporttherapie
  • Mit Baby: PEKiP, Babymassage, Eltern-Kind-Gruppe, Beikostbegleitung
  • Yoga: in der Kinderwunschzeit, Schwangerenyoga, Mama/Papa-Baby Yoga, Kinderyoga (ab 3 Jahren), Yoga während den Wechseljahren
  • Workshops zu wechselnden thematischen Schwerpunkten

Weitere Informationen findet ihr unter → charly-franz.de und auch bei Instagram unter @charly.und.franz.

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Fotos:
Titelfoto und 1. Gruppenbild: privat
weitere: POLA Magazin / Franziska von Tenspolde

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