“Wir leben in einer schlaflosen Gesellschaft.” – Interview mit Prof. Dr. Erler

Schlaf ist ein Thema, das alle Eltern sehr beschäftigt, sobald ein Baby da ist. Meist bekommt man davon selbst zu wenig und fragt sich irgendwann, ob eigentlich alles „normal“ ist. Wir haben für euch mit einem Experten gesprochen: Prof. Dr. Thomas Erler ist Leiter der Kinderstation des Ernst von Bergmann Klinikums in Potsdam und außerdem seit mehr als 20 Jahren Schlafmediziner.

POLA: Lieber Prof. Dr. Erler, fangen wir mal ganz von vorn an: Wieviel Schlaf braucht eigentlich ein Baby?

Prof. Dr. Erler: Das ist nicht so ganz einfach zu beantworten, gerade im ersten Lebensjahr ist der Schlafbedarf noch sehr variabel und unterschiedlich. Neugeborene schlafen ungefähr 18 bis 20 Stunden am Tag, also mehr, als sie überhaupt wach sind. Mit zunehmendem Alter wird das dann weniger.
Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind ausreichend schläft und auch das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei einem sechs Monate alten Kind liegt der Schlafbedarf zwischen zehn und 18 Stunden, das ist natürlich ein Riesenunterschied, aber alles noch normal.

Was bereitet den Eltern am meisten Probleme?

Viele Eltern kommen verzweifelt zu uns, weil das Kind nachts nicht schläft. Etwas sehr Wichtiges, das Eltern erklärt bekommen müssen, ist die Tatsache, dass der Schlafbedarf nicht zwingend in der Nacht gedeckt werden muss, sondern innerhalb von 24 Stunden. Ein Kind entwickelt sich ganz normal, egal wann es den Schlafbedarf deckt.
Wenn ein Säugling zum Beispiel zwölf Stunden Schlaf braucht und am Vormittag schläft er drei Stunden und am Mittag zwei Stunden, dann hat er so schon fünf Stunden abgedeckt. Wenn er dann um 19 Uhr ins Bett gelegt wird, dann ist er natürlich um zwei Uhr nachts schon wieder wach.

Es gibt riesige Unterschiede zwischen den Kindern.

Woher weiß ich denn, welchen Schlafbedarf mein Kind hat?

Es gibt riesige Unterschiede zwischen den Kindern. Ich hab hier regelmäßig Eltern sitzen, die tiefe Augenringe haben und das Kind tobt derweil herum und nimmt alles auseinander. Die Eltern erklären mir, das Kind sei krank. Das Kind ist aber gesund, nur die Eltern haben chronischen Schlafmangel.

Wir geben den Eltern zunächst ein Schlafprotokoll mit (siehe Downloads am Ende des Interviews, Anmerkung der Redaktion). Wie in einer Art Tagebuch wird hier über vier bis fünf Wochen ausgefüllt, wann das Kind schläft. Der lange Zeitraum garantiert, dass Schwankungen ausgeglichen werden, wenn man zum Beispiel am Wochenende mal Besuch bekommt oder Termine hat und der übliche Rhythmus unterbrochen wird. Mit dem Protokoll können wir dann den täglichen Schlafbedarf ausrechnen. Wir sehen hier auch gut, ob das Schlaf-Wach-Verhalten zu dem der Eltern passt, da sind sonst die Konflikte vorprogrammiert, wenn die Eltern am nächsten Tag arbeiten müssen, aber nachts nicht zum Schlafen kommen.

Und was kann man dann machen?

Ziel ist es, die Hauptschlafzeit in die Nacht zu bekommen, indem man zunächst den Tagschlaf reduziert und dann die Einschlafzeit am Abend nach hinten verlagert.

Das ist sicher nicht so einfach und die Kinder schlafen tagsüber trotzdem ein?

Die Umgewöhnung geht nicht so schnell, das haben die Kinder ja über Monate anders gelernt und man braucht lange, um es wieder abzutrainieren. Man kann es mit dem Jetlag vergleichen, hier klappt die Umstellung auch nicht von heute auf morgen.

Und wie geht man hier am besten vor?

Zunächst sollten die Eltern den Vormittagsschlaf reduzieren, indem sie das Kind länger wach halten und früher aus dem Schläfchen wecken. Dann den Mittagsschlaf reduzieren. Und danach am Abend später hinlegen. Langsam, nacheinander und Stück für Stück. Was das Kind tagsüber spart, wird es dann in der Nacht an Schlaf nachholen.

Wichtig ist, dass man ein Kind immer auch erst hinlegt, wenn es wirklich müde ist. Ein Kind, das erst um 16 Uhr vom Mittagsschlaf wach wird, kann um 19 Uhr nicht schon wieder einschlafen. Da bringen auch lange Runden mit dem Kinderwagen nichts.

Wieso schlafen Kinder und Erwachsene eigentlich so unterschiedlich?

Kinder müssen den Tag-Nacht-Rhythmus erst lernen.

Kinder haben bei der Geburt eine ganze andere Rhythmik. Für sie gibt es keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Die Wachzeiten werden durch den Hunger getriggert, wenn der Blutzuckerspiegel abfällt, wacht das Kind auf.

Bei einem Erwachsenen ist das ganz anders, unser Trigger ist das Tageslicht. Dieses wird über die Netzhaut des Auges aufgenommen. Wenn hier kein Licht mehr einfällt, wird vom Körper das Hormon Melatonin produziert und dieses bewirkt, dass wir einschlafen können.

Intuitiv machen übrigens die Eltern meist den gleichen Fehler: Schläft das Baby tagsüber ein, tun sie alles dafür, dass es gut schlafen kann und machen es dunkel und leise. So merkt das Kind aber nicht, dass es einen Unterschied zwischen Tag und Nacht gibt und so kann es den normalen Tag-Nacht-Rhythmus gar nicht lernen. Dadurch kommt es zwangsläufig irgendwann zum Konflikt.

Wie macht man es besser?

Man muss bereits einem Neugeborenen ab Tag Eins diesen Unterschied klar machen. Am Tag gibt es Licht und Geräusche, in der Nacht ist es dunkel und leise. Wenn das Kind tagsüber einschläft, ziehen Sie nicht die Vorhänge zu und gehen Sie Ihren normalen Alltagstätigkeiten in gewohnter Lautstärke nach.

Wann fängt ein Kind an, länger am Stück zu schlafen?

Wenn es anfängt, festere Nahrung zu sich nehmen. Das ist ungefähr mit einem Jahr der Fall und die Voraussetzung für längeren Schlaf. Milch wird schnell verdaut und dadurch fällt der Blutzuckerspiegel schneller ab, die Kinder können gar keine längeren Schlafphasen haben. Wenn die Kinder Zähne bekommen und feste Nahrung essen, hält das länger vor und sie schaffen nicht nur drei Stunden zusammenhängenden Schlaf, sondern auch mal fünf Stunden. Erst ab dem zweiten, dritten Lebensjahr ist wirklich der Zeitpunkt erreicht, wo Kinder einen normalen Rhythmus haben.

Das hat alles seinen Ursprung am Anfang der Menschheit. Früher, als wir noch im Wald gelebt haben, hat der Mensch vermutlich auch nur abschnittsweise geschlafen, wenn es sicher genug war. Erst durch das Leben in Häusern und die Sicherung gegen Schäden aus der Umwelt konnten wir uns erlauben, länger zu schlafen.

Schlaf ist zyklisch, bei Erwachsenen dauert eine Schlafphase 90 Minuten, bei Kindern sind es 60 Minuten. Dazwischen wird man immer kurz wach. Erwachsene merken das oft gar nicht und drehen sich einfach um, Säuglinge wachen auf und machen sich bemerkbar. Sie brauchen die Versicherung, dass alles in Ordnung ist.

Wie geht man dann am besten vor, wenn das Kind nachts wach wird?

Hier kommt der nächste häufige Fehler: Sobald das Kind anfängt zu schreien, versuchen die Eltern alles, um es zu beruhigen. Flasche geben, Licht anmachen, es aus dem Bettchen rausnehmen. Das verlangt es dann beim nächsten Mal wieder und möchte dann immer was geboten bekommen. Dabei muss man dem Kind nur vermitteln, dass alles in Ordnung ist und man in der Nähe ist. Also nicht groß mit dem Kind beschäftigen, das Licht auslassen und vermitteln: Ich bin da, alles ist gut.

Können Sie uns noch etwas zum Thema sichere Schlafumgebung sagen? Bei Neugeborenen ist das ja besonders wichtig.

Ich beschäftige mich seit Anfang der 90er mit dem Thema Schlaf. Damals sind in Deutschland noch 1.500 Babys pro Jahr am plötzlichen Kindstod gestorben, das ist eine gewaltige Zahl. Es wurde dann eine sehr umfangreiche Studie gemacht, bei der verschiedenste Daten von 400 verstorbenen Kindern und deren Schlafbedingungen gesammelt wurden. Dazu hat man zu jedem verstorbenen Kind die Daten von drei Kindern erhoben, die im gleichen Ort gewohnt haben, aber nicht verstorben sind, also von weiteren 1.200 Kindern.

Diese Daten hat man dann verglichen und gravierende Unterschiede gefunden. Mehr als 80% der Verstorbenen haben zum Beispiel beim Schlafen auf dem Bauch gelegen. Als weitere Risikofaktoren haben sich etwa kurzes Stillen, Überwärmung, Rauchen der Eltern und das Schlafen im elterlichen Bett erwiesen. Diese Einzelfaktoren erklären zwar nicht den Tod der Kinder, haben aber einen Einfluss. Seit 1995 gibt es daher eine Öffentlichkeitskampagne und die Zahl der plötzlichen Kindstodsfälle ist nur durch diese Maßnahmen auf 128 im Jahr 2017 gesunken.

Das sind lebenswichtige Ratschläge.

Können Sie die Empfehlungen noch einmal aufzählen?

Gern, es sind ja lebenswichtige Ratschläge. Das Kind sollte in Rückenlage schlafen auf einer festen Matratze im eigenen Bett. Das Bett sollte leer sein und gut belüftet, also keine Nestchen, Kissen, Bettdecken oder Kuscheltiere, wo sich Flusen lösen oder die das Kind sich über den Kopf ziehen kann. Dazu einen Schlafsack verwenden, wo man die Ärmchen durchsteckt. Die Umgebungstemperatur sollte am besten um die 18 Grad betragen. Dazu das Kind möglichst lange stillen.

Was macht man denn im Sommer, wenn tagsüber 35 Grad sind und die Wohnung auch nicht wirklich abkühlt?

Im Hochsommer können Sie die Kinder natürlich nicht in den Kühlschrank legen. Kleiden Sie sie leichter und sorgen Sie für eine optimale Belüftung. Und nicht wundern, wenn das Kind unruhiger schläft, das macht uns Erwachsenen ja auch zu schaffen.

Was halten Sie vom Thema Familienbett, wo die Kinder also bei den Eltern schlafen?

Ich bin da rigoros und rate davon ab. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn selbst Fälle erlebt bzw. davon erfahren, in denen Mütter mit ihrem Neugeborenen im gemeinsamen Bett eingeschlafen sind, ohne dass sie den plötzlichen Tod ihres Kindes bemerkten. Wenn Sie so ein Schicksal nur einmal erleben, haben Sie eine feste Meinung.

Was ist, wenn die Babys sich selbst auf den Bauch drehen?

Wenn sich das Kind auf den Bauch dreht, muss man es natürlich auch nicht anbinden! Wenn sie soweit sind, dass sie sich selbst auf den Bauch drehen können, ist die gefährlichste Zeit auch vorbei. Es geht darum, sie nicht gezielt zum Schlafen auf den Bauch zu legen.

Viele Eltern sorgen sich auch um einen schiefen Hinterkopf, wenn das Kind immer einseitig liegt. Da fragen wir die Eltern immer ganz banal, wie das Bett steht. Das Kind gebraucht ja auch seine Sinne und dreht sich automatisch ins Zimmerinnere oder zur Mutter, mit der Zeit entwickelt sich daraus eine Vorzugshaltung. Um dem vorzubeugen, kann man einfach das Kind jeden Tag in eine andere Richtung hinlegen. Im Säuglingsalter macht das Sinn und stört das Kind auch nicht, dann drehen die Kinder automatisch den Kopf in eine andere Richtung.

Kommen wir zu den älteren Kindern, welche Probleme zeigen sich hier beim Thema Schlaf?

Bei Schulkindern machen sich Eltern besonders Sorgen bei Themen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen oder Einnässen. Das ist meist ein Ausdruck von Konflikten, die das Kind aktuell tagsüber erlebt und muss nicht zwingend durch die Schlafmedizin behandelt werden, denn der Erholungseffekt wird hier nicht beeinflusst.

Bei Schlafwandlern sollte die Schlafumgebung gesichert werden, also Fenster und Türen schließen und darauf achten, dass auf dem Boden keine spitzen Gegenstände liegen. Das Schlafwandeln verliert sich meist nach einer Weile.

Was ist mit Albträumen?

Hier muss man unterscheiden zwischen dem sogenannten „Nachtschreck“ und Albträumen. Beim Nachtschreck wachen die Kinder nicht auf, obwohl sie weinen und wach scheinen. Sie erinnern sich am nächsten Morgen an nichts. Hier kann man nur versuchen, das Kind zu beruhigen und aufpassen, im Grunde ist es unproblematisch.

An Albträume erinnern die Kinder sich und können diese teilweise auch fantasievoll beschreiben. Wenn das nachts regelmäßig den Schlaf beeinflusst, bedarf es einer psychologischen Betreuung. Gründe können zum Beispiel das Hören nicht altersgerechter Geschichten oder Fernsehsendungen sein oder auch hier Konflikte in der Familie.

Hier kann man auch im Wachzustand gemeinsam eine Verteidigungsstrategie erarbeiten. Wenn das Kind zum Beispiel immer von einem Monster träumt, kann man es animieren, ein Bild davon zu malen und dann überlegen lassen, wie es sich gegen das Monster zur Wehr setzen kann. Zum Beispiel einen Käfig um das Monster malen oder mit einem großen Schwert dagegen kämpfen. Das funktioniert dann auch in der Nacht.

Was macht man denn, wenn große Kinder schlecht einschlafen?

Das Kind ist einfach noch nicht müde.

Oft ist das Kind schlicht und ergreifend einfach noch nicht müde. Auch hier ist meine erste Empfehlung, ein Schlaf-Wach-Protokoll anzulegen, das gibt es für unterschiedliche Altersgruppen. Hier sieht man dann auch den Einfluss der Lebensumstände wie des Tagesablaufs. Ob es zum Beispiel immer nur am Wochenende oder unter der Woche der Fall ist. Ob es immer vorm Matheunterricht am nächsten Tag ist oder ob es Konflikte innerhalb der Familie gab. Hier kristallisieren sich dann schlaffördernde oder schlafhindernde Umstände und der Schlafbedarf heraus.

Generell gilt: Es macht keinen Sinn, Kinder die nicht müde sind, ins Bett zu legen oder gar als Strafe ins Bett zu schicken. Wir müssen den Kindern vermitteln, dass Schlaf etwas Angenehmes und Schönes ist.

Es ist auch unsinnig, die Kinder vor dem Schlafengehen „müde machen“ zu wollen, zum Beispiel durch Toben. Damit pusht man nur die Stresshormone hoch und die Kinder sind wach. Man sollte den Tag langsam ausklingen lassen und auch nicht mit einer Stunde Fernsehen. Es ist erwiesen, dass blaues Licht von Monitoren Melatonin unterdrückend wirkt. Und wenn das Hormon fehlt, kann man nicht einschlafen.
Kinder brauchen ein festes Einschlafritual, aber wirklich nur zum Einschlafen und nicht, wenn man mal seine Ruhe haben will. So ein Ritual setzt im Unterbewusstsein ein Signal und immer wenn das kommt, wird der Schlaf getriggert.

Es gibt ja nun auch das Phänomen, dass die Kinder in der Kita Mittagsschlaf machen müssen und abends sind sie dann nicht müde.

Nicht jedes Kind muss mittags schlafen.

Ja, das ist auch eine Aufgabe, hier Wissen zu vermitteln, die Japaner haben hierzu viele Studien gemacht. In den modernen Einrichtungen gibt es schon das Verständnis, dass nicht jedes Kind mittags schlafen muss, sondern auch einer stillen Beschäftigung nachgehen kann. Man darf das keinem Kind aufzwingen, die Eltern kommen dann irgendwann zu mir.

Wie ist das bei Jugendlichen?

Im Jugendalter kommen ganz andere Konstellationen dazu. Die Partys gehen bis drei Uhr morgens und das beeinflusst das natürliche Schlaf-Wach-Verhalten. Irgendwann müssen die Jugendlichen dann den Schlaf nachholen, es hat negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und führt zu Konflikten. Oder sie liegen um Mitternacht noch mit dem iPad oder Handy im Bett und werden wegen des blauen Lichtes der Monitore auch nicht müde, weil kein Melatonin ausgeschüttet wird.

Die Eltern sagen oder wissen das mitunter nicht. Am Ende aller Möglichkeiten steht immer die Untersuchung im Schlaflabor, eine sogenannte Polysomnografie. Hier zeichnen wir Hirnströme, Herz- und Atemfrequenz und andere Lebensparameter auf und auch das Verhalten im Schlaf per Video. Da haben wir auch schon gesehen, dass das Handy auf laut gestellt war und wenn es dann nachts piepst und die Nachrichten angeschaut werden, da kann man natürlich nicht gut schlafen.

Wir können auch sehen, ob es genug Tiefschlaf gibt, den man zur Erholung zwingend braucht. Ist der Schlaf gestört, weil wir zum Beispiel nicht richtig Luft kriegen, fehlt der Tiefschlaf.

Kann man eigentlich bei Kindern schon erkennen, wie sie als Erwachsene schlafen werden?

Auf gewisse Weise schon. Bei den Schläfern unterscheidet man zwischen Lerchen und Eulen. Lerchen sind die Frühaufsteher, die auch früh ins Bett gehen. Eulen bleiben lieber lange wach und schlafen morgens länger. Das zeigt sich oft schon im Kindesalter.

Gibt es Trends, die sie aktuell beobachten?

Ja. Die Zahl der Eltern, die mit vermeintlichen Schlafstörungen zu uns kommen, ist gewachsen. Früher lebte man im Verbund von mehreren Generationen und Wissen wurde weiter gegeben. Heute leben viele Familien autark oder ein Elternteil ist alleinstehend und es fehlt nicht nur das Generationswissen, sondern auch der Partner, mit dem man sich abwechseln kann.

Es gibt auch größere Studien, die beweisen, dass es ist nicht unbedingt gesund ist, Kindern einen Schlaf-Wach-Rhythmus aufzuzwingen, zum Beispiel durch einen klingelnden Wecker. Es zeigte sich ganz klar, dass Schulkinder, die eine Stunde länger schlafen können, viel bessere Leistungen in der Schule haben.

Solche Erkenntnisse müssten eigentlich in die Lebensführung Einfluss halten, aber wir leben in einer schlaflosen Gesellschaft. Leute im Schichtdienst müssen nachts arbeiten bei heller Beleuchtung. Der Rhythmus wird völlig aufgehoben und das hat Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Ungesunder Schlaf fühlt zu Folgekrankheiten, das Risiko eines Herzanfalls oder Schlaganfalls steigt. Hier ist man schon dabei, günstigere Modelle zu entwickeln, zum Beispiel ohne schnellen Wechsel zwischen Tag- und Nachtschicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man zum Thema Schlaf noch viel aufklären und verbessern kann.

Lieber Prof. Dr. Erler, wir danken Ihnen für das interessante Interview!

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Foto: © POLA Magazin

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