Die Tierrettung Potsdam: „Wir helfen, wenn irgendwo ein Tier in Not ist!“

Was tun, wenn ihr ein verletztes Tier findet? Euch ein Hund zuläuft oder die Katze wegläuft? Oder sucht ihr eine Möglichkeit, euch selbst für Tiere in Not zu engagieren? Für all das ist die Tierrettung Potsdam e.V. die richtige Anlaufstelle. Wir haben für euch mit dem Vorstandsvorsitzenden Kevin Köppe gesprochen – lest in unserem Interview über die Erlebnisse der Tierrettung und erfahrt, wie jeder von euch helfen kann!

Lieber Kevin, wann hat sich euer Verein gegründet und warum?

Kevin Köppe: Das war 2013. Ein ehemaliges Mitglied hat in Potsdam West beobachtet, wie ein Hund aus dem dritten Stock eines Hauses geworfen und dabei schwer verletzt wurde. Beim Versuch, zu helfen, wurde schnell klar, dass sich für solche Fälle niemand zuständig fühlt. So wurde die Tierrettung Potsdam gegründet und ist extrem schnell gewachsen, denn der Bedarf war da. Im letzten Jahr haben wir uns neu aufgestellt und haben aktuell etwa 400 Mitglieder. Ungefähr 130 davon sind aktiv und fahren Einsätze mit oder helfen im Hintergrund.

Welche Aufgaben übernehmt ihr?

Wir helfen in Potsdam und Umland, wenn irgendwo ein Tier in Not ist. Von winzigen Spitzmäusen und Vogelbabys bis hin zum Ochsen oder Pferd. Man kann sich an uns wenden, wenn man auf ein verletztes Tier trifft, ein Tier vermisst oder gefunden hat oder Hilfe mit seinem eigenen Haustier benötigt. Wenn es zum Beispiel dringend in die Tierklinik muss, man selbst aber kein Fahrzeug zur Verfügung hat. Wir helfen dann kostenfrei oder natürlich gern gegen eine kleine Spende an die Tierrettung.

Wie viele Einsätze habt ihr etwa im Monat?

Im Jahr erhalten wir bis zu 10.000 Anrufe, in einem einzigen Monat können es schon mal bis zu 2.000 sein. Sehr viel können wir schon über eine telefonische Beratung klären, bei 250 Malen kommt es ungefähr zu einem Einsatz. Saisonal gibt es dabei viele Hochphasen – im Frühjahr und Sommer kümmern wir uns viel um Vögel, die aus dem Nest gefallen oder verletzt sind oder von der Hitze geschwächt. Im Herbst brauchen viele Igel unsere Hilfe. Und in der Silvesternacht gibt es immer viele Tiere, die von den Böllern so erschreckt werden, dass sie weglaufen. Da hatten wir in diesem Jahr natürlich Glück, weil es deutlich ruhiger war.

Wie organisiert ihr euch?

Aktuell läuft alles ehrenamtlich. Wir haben bei der Tierrettung 10 bis 15 Einsatzleiter, die sich in ihrer Freizeit in die Telefonanlage einwählen und die Anrufe annehmen. Dann gibt es zunächst eine telefonische Beratung. Ist keine Selbsthilfe möglich, erfolgt der Einsatz. Dafür haben wir eine WhatsApp-Gruppe, in der alle aktiven Helfer vernetzt sind – einer unserer aktiven Fahrer übernimmt dann und bringt das Tier zum Arzt, zur Pflegestelle usw.. Bei Fundtieren können wir selbst den Chip auslesen und den Besitzer kontaktieren, ansonsten geht es ins zuständige Tierheim. Wir haben auch eine sehr hohe Reichweite bei Facebook und können hier Vermisstenmeldungen teilen oder selbst Hunde vermitteln. Seit 2020 haben wir auch ein eigenes Tierheim in Wiesenburg im Hohen Fläming.

Dort gibt es sicher auch Tiere, die ein neues Zuhause suchen?

Ja, Fotos und Beschreibungen der Tiere veröffentlichen wir regelmäßig auf unserer Seite oder über Facebook. Darüber oder über unser Kontaktformular oder Telefon kann man sich bei uns melden. Wir prüfen dann gemeinsam, ob es passt und für das Tier die nötigen Erfahrungen mitgebracht werden.

Die Arbeit bei der Tierrettung Potsdam ist sicher oft sehr emotional. Was macht am meisten Spaß?

Das sind natürlich die gut laufenden Einsätze, wo man einem Tier helfen kann, zum Beispiel ein Reh aus einem Zaun zu befreien. Die allerschönsten Einsätze sind, den emotional völlig aufgelösten Besitzern ihre Tiere zurückzubringen. Da geht einem das Herz auf und das motiviert, immer weiterzumachen. Letztens gab es einen Hund, der war seit mehr als einem Jahr vermisst oder einer, der 50 Kilometer von seinem Zuhause entfernt war. Ich habe selbst einen Hund und zwei Katzen und schon der Gedanke daran, dass mein Tier weg wäre und ich es endlich wieder in die Arme schließen kann, macht mir Gänsehaut. Toll ist auch unser Vereinsleben, das leider zurzeit ruhen muss. Die Stammtische, Feste und auch Schulungen, die Zeit mit gleichgesinnten Tierfreunden.

Wie kann man euch unterstützen?

Wir finanzieren uns hauptsächlich über Spenden. Bei den Kosten für die Tierärzte und die Fahrzeuge kommt Einiges zusammen. Auch bei der Renovierung unseres Tierheims ist noch viel zu tun, damit wir noch mehr Tiere aufnehmen und z.B. die Ausläufe ausbauen können. Unser wichtigstes Projekt ist jedoch aktuell der Ausbau der telefonischen Erreichbarkeit, um so vielen Tieren wie möglich zu helfen. Das geht leider nicht allein über uns Ehrenamtliche, die wir alle Jobs haben. Ab März werden wir daher eine Vollzeitstelle besetzen, die natürlich auch finanziert werden muss. Jede Spende von privaten Unterstützern und Firmen ist daher sehr herzlich willkommen.

Auf unserer Webseite der Tierrettung Potsdam findet man auch eine Amazon Wunschliste und kann uns darüber Tierfutter und Ausrüstung zukommen lassen. Außerdem freuen wir uns natürlich immer über neue Mitglieder, ob passiv als finanzielle Unterstützer oder aktiv als Einsatzfahrer und Helfer im Hintergrund. Wer also seine Freizeit ausfüllen möchte oder aufgrund von Arbeitslosigkeit gerade mehr Zeit hat und Tieren helfen will, kann sich gern bei uns melden.

Lieber Kevin, wir danken dir für das Interview und wünschen euch weiterhin viel Spaß und Erfolg in der Tierrettung Potsdam!

Ihr wollt die Tierrettung Potsdam unterstützen?

Spendet per Per PayPal, Steady oder über das Spendenkonto: Tierrettung Potsdam e.V. / IBAN DE30 1605 0000 1000 8237 05

… und natürlich könnt ihr der Tierrettung Potsdam als aktives oder passives Vereinsmitglied helfen!

Kontakt zur Tierrettung Potsdam:

Notfall-Telefon: 0151-70 121 202

tierrettung-potsdam.de
facebook.com/TierrettungPotsdam
→ instagram.com/tierrettung_potsdam

Der Vorstand der Tierrettung: Hanna Schwoerer, Ronja Schäpan, Kevin Köppe, Jennifer Firmont, Sophie Wickel, Sophie Borchardt, Gordon Ebeling

Fotos: © Tierrettung Potsdam

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