Vera Hübner über ihre Hausgeburt: „Ich würde es immer wieder machen!“

Unsere treuen Leser/innen kennen Vera schon seit einiger Zeit, denn wir haben sie schon zwei Mal für ein Interview in ihrer Villa Kunterbunt besucht. Wir starteten mit einer tollen Homestory und Ende letzten Jahres hat sie uns ausführlich davon berichtet, wie sie sich ihre Hausgeburt mit ihrem 5. Kind vorstellt. Anfang Januar kam dann ihre süße Tochter, Mascha Angelina Rosali, gesund und munter zur Welt und Veras größter Wunsch ging in Erfüllung: Ihr Baby wurde zu Hause geboren. Wir haben die beiden wieder getroffen, denn wir wollten natürlich die kleine Mascha kennenlernen und von Vera erfahren, wie ihre Hausgeburt verlief.

POLA: Liebe Vera, erst einmal Herzlichen Glückwunsch zu deiner süßen Mascha. Wie geht es euch beiden denn?

Vera: Uns geht`s super. Und eigentlich kann ich auch sagen: Es geht mir besser, als jemals zuvor. Ich habe mich super schnell regeneriert. Auch bei den anderen Kindern ging es mir nach der Geburt immer relativ schnell wieder gut, aber ich habe das Gefühl, dass ich nach der Hausgeburt viel schneller wieder fit war. Ich habe sie um 16 Uhr geboren, um 20 Uhr lagen wir im Bett und ab dem nächsten Tag ging hier unser ganz normaler Wahnsinn auch schon weiter.

POLA: Wie schön, dass es euch so gut geht. Und jetzt sind wir natürlich gespannt: Wie verlief deine Hausgeburt?

Vera: Ich hatte ja vorher entschieden, dass ich alles, soweit es mir möglich ist, alleine mache. Es gab vorher natürlich auch noch einmal heiße Diskussionen mit meinem Mann, da er der Meinung war, es sollte immer ein Spezialist mit dabei sein. Davon hatte ich ja im letzten Interview schon berichtet. Und in der Nacht vom 6. zum 7. Januar gingen dann gegen 1 Uhr die Wehen los. Ich bin dann in unsere untere Etage gegangen, da oben alle geschlafen haben. Mein Mann kam nach ein paar Minuten hinterher und wollte gleich die Hebamme anrufen, aber ich habe ihn erstmal beruhigt und ihn wieder ins Bett geschickt. Und dann habe ich mich erstmal entspannt und habe mich überall mal hingesetzt oder hingelegt. Es war allerdings sehr zäh, denn die Wehen kamen nur alle 45-60 Minuten. Das zog sich dann die ganze Nacht so hin und gegen 7:30 Uhr haben wir dann erstmal unsere Kinder Richtung Schule und Kindergarten geschickt. Auch mein Mann ist arbeiten gefahren, denn er konnte mir hier zu Hause erstmal nicht helfen. Ich hatte ihm aber versprochen, mich zu melden, sobald es ernst wird.

Und als alle ausgeflogen waren, habe ich hier unten in unserer großen Wohnküche alles vorbereitet. Ich habe den Geburtspool hingestellt und das Wasser reingelassen. Dann habe mir mein Geburts-T-Shirt angezogen, die Vorhänge zugezogen und Kerzen angezündet. Am Ende habe ich dann noch Obst geschnitten und Kaffee gekocht. Und da ich an diesem Tag sowieso einen Termin bei meiner Hebamme hatte, habe ich ihr geschrieben, dass unser Termin leider ausfallen muss. 🙂 Sie war natürlich gleich hellhörig und zu dieser Zeit kamen meine Wehen auch sehr unregelmäßig. Und als ich dann alles vorbereitet hatte und für die Geburt alles bereit war, blieben die Wehen einfach aus. Ich war dann für eine kurze Zeit wirklich verzweifelt, aber dann auf einmal gingen die Wehen wieder los. Und zwar deutlich intensiver und auch mit einem Abstand von 10 Minuten. Meine Hebamme wollte dann doch gern vorbeikommen und mich einmal untersuchen, da es ja nun meine 5. Geburt war.

POLA: Und dein Mann war endlich beruhigt!

Vera: Ja, genau! Zu dieser Zeit war mein Muttermund 5 Zentimeter geöffnet. Meine Hebamme wollte dann aber gern bei mir in der Nähe bleiben, ließ mich allerdings in Ruhe und kümmerte sich im Nebenzimmer um ihren Papierkram. Und dann bin ich in den Pool gestiegen. Genau in dem Moment kamen meine beiden großen Mädchen aus der Schule nach Hause. Zu dieser Zeit war dann auch immer mal wieder eine starke Wehe dabei. Um 14:30 Uhr ist dann meine Fruchtblase im Pool geplatzt und mein Mann kam von der Arbeit nach Hause. Meine Hebamme rief dann die 2. Hebamme an. Die machen so eine Hausgeburt immer zu 2., falls etwas nicht stimmt, kann eine helfen und die andere telefonieren.

Und während ich meine Wehen veratmet habe, haben meine großen Mädels hier gespielt und sind immer um mich herum gelaufen. Irgendwann wusste ich nicht mehr so richtig, wohin mit mir und da war ich dann ganz dankbar, dass meine Hebamme da war. Sie hat mir sehr gut durch die Wehen geholfen. Und nach einer Weile war dann das Köpfchen zu sehen und meine Große meinte zu mir: „Mama, das Baby hat ganz lange schwarze Haare.“ Ich konnte es erst gar nicht glauben, da meine anderen Kinder nie dunkel waren. Und um 16:07 Uhr war mein Baby dann auf der Welt. Sie schwamm im Pool und ich habe sie ganz langsam hochgehoben.

POLA: Und ihr hattet eine vierte Tochter! 🙂

Vera: Das Witzige ist, wir wussten ja nicht, was es wird und auch nach der Geburt hatte ich sie erstmal auf dem Arm. Mir war es sowas von egal, bis meine 2. Tochter fragte, was es denn nun eigentlich sei. Wir haben dann die Nabelschnur zur Seite geschoben und uns alle riesig über unsere Mascha gefreut.

POLA: Und wie ging es dann weiter? Seid ihr noch eine Weile im Pool geblieben?

Vera: Wir saßen noch so für 10 Minuten im Wasser. Meine Hebammen haben warme Handtücher auf das Baby gelegt und ich habe erstmal nur genossen. Danach wurde sie natürlich untersucht und ich habe meine Nachgeburt auf dem Sofa bekommen. Meine Hebammen hatten vorher schon alles dafür vorbereitet. Und dann ging alles auch schon wieder ganz normal weiter. Unser Nachbar hat dann Pasta besorgt und wir haben alle gemeinsam gegessen. Unser befreundeter Kinderarzt war an diesem Abend auch nochmal bei uns und hat sich Mascha angesehen. Und unser Abend endete so, dass die großen Mädchen bei den Nachbarskindern übernachtet haben, die beiden Kleinen bei meinen Eltern waren und wir dann zu dritt ins Bett gegangen sind. Es war einfach zauberhaft!

POLA: War die Geburt genau so, wie du es dir gewünscht hast? 

Vera: Es war wunderschön. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Es war keiner da, der mich ständig gestört hat, denn das hat mich bei den anderen Geburten ja immer völlig aus meiner Konzentration gerissen. Nur mein Mann, meine Hebammen und meine beiden großen Mädchen. Für die Mädels war es total super, auch wenn ich ab und an ein paar komische Geräusche von mir gegeben habe. Interessanterweise haben sie sich auch sehr für die Plazenta interessiert und wir haben sie auch immer noch im Gefrierschrank. Wir wollen sie gemeinsam im Garten vergraben und einen Baum darauf pflanzen.

POLA: Und haben deine Kinder Mascha gut angenommen? 

Vera: Ja, super gut. Selbst der Kleinste hat gleich nach dem Baby gefragt, als er am nächsten Tag nach Hause kam. Aber jeder muss jetzt trotzdem erstmal schauen, wo seine neue Position ist. Wir sind jetzt auch einfach mal zu 7.! Wir versuchen auch so viel Zeit wie möglich zu 7. zu verbringen.

POLA: Wie geht es deinem Mann? Hat er seine Meinung bezüglich Hausgeburten geändert?

Vera: Ja, er ist total begeistert. Für ihn war es die entspannteste Geburt und er würde es immer wieder so machen. Er konnte sich hier zu Hause frei bewegen und sich auch mal einen Moment ausruhen. Auch ich bin ein bisschen traurig, dass ich meine Kinder nicht alle zu Hause bekommen habe.

POLA: Und jetzt mal ganz ehrlich: Können wir uns schon auf Baby Nummer 6 freuen? 

Vera: (lacht) So schön es auch ist, aber irgendwann muss man ja auch mal sagen, jetzt ist gut. Aber ganz ehrlich: Ich kann es jetzt noch nicht entscheiden.

Liebe Vera, liebsten Dank für deine Offenheit. Wir wünschen euch 7 alles alles Liebe!

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