Kitaplatz in Potsdam gesucht? 6 Tipps für euch

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Ihr habt Nachwuchs bekommen und seid nun auf der Suche nach einem Kitaplatz in Potsdam für die Betreuung nach der Elternzeit? Dann habt ihr sicher schon gehört, dass es mitunter schwer ist, zum gewünschten Zeitpunkt einen Platz zu bekommen. In der Landeshauptstadt werden in den letzten Jahren nicht nur sehr viele Kinder geboren (1.842 Babys mit Potsdamer Wohnsitz in 2019, Quelle: Landeshauptstadt Potsdam, Bereich Statistik und Wahlen), es ziehen auch viele Familien neu her.

Und so gibt es besonders in den Bezirken mit hoher Familiendichte wie in Babelsberg dem Bornstedter Feld zu wenig Kitaplätze. Aktuell fehlen ca. 35-40 Plätze – bezogen auf die hohe Anzahl der Kinder ist das nicht viel (also keine Panik!), aber man möchte natürlich nicht dazu gehören und die (gefühlt) oft lange Zeit der Ungewissheit kann einen ganz nervös machen. Irgendwann wünscht man sich für sein Kind halt doch den Kontakt zu anderen Kindern und Input von Außen – und möchte und muss selbst wieder ins Arbeitsleben zurück und freut sich darauf, auch mal Erwachsene zu treffen. 😉

Wir haben hier Informationen und Tipps für euch, wie ihr auf dem Weg zum Kitaplatz am besten vorgeht. Aber zunächst: tief durchatmen, alles wird gut! 🙂

Hinweis: Die hier beschriebenen Sachverhalte gelten für den Normalbetrieb ohne Corona-bedingte Einschränkungen

Tipps für die Suche nach einem Kitaplatz

1. Überblick verschaffen

In Potsdam gibt es derzeit ca. 100 Kitas, die von mehr als 30 freien Trägern betrieben werden, d.h. von der Stadt unabhängige Organisationen wie der AWO, Elternvereinen, der Kirche und verschiedenen Firmen. Die Stadt Potsdam betreibt derzeit keine eigenen Kitas, dies soll sich aber in Zukunft wieder ändern. Dazu kommen 84 Tagesmütter (Stand August 2020), die aktuell von 4 Trägern vermittelt werden.

Als Erstes ist es wichtig, dass ihr euch einen Überblick über die Rahmenbedingungen und Betreuungsmöglichkeiten verschafft, die für euch in Frage kommen. Schaut in eurem Wohngebiet, in der Nähe des Arbeitsplatzes oder nach Konzepten, die euch besonders ansprechen und für die ihr auch weitere Wege in Kauf nehmen würdet.

Wir empfehlen euch hier die Broschüre “Kinderbetreuung in Potsdam“, die von der Stadt herausgebracht wird (auch auf Englisch verfügbar). Da diese von 2017 ist und erst im Herbst wieder aktualisiert wird, solltet ihr zusätzlich beim Betreuungsplatzservice “Kita-Tipp” (siehe weiter unten) und bei euren Nachbarn mit Kindern nachfragen, ob z.B. in letzter Zeit in eurer Gegend neue Kitas aufgemacht haben oder gerade gebaut werden.

In der Broschüre findet ihr alle Informationen zu den Potsdamer Kitas und Tagespflegeeinrichtungen sortiert nach den Sozialräumen (Bezirken) und ihren Kapazitäten, Konzepten, Kontaktdaten usw.

zum Download der Kita-Broschüre (ihr erhaltet sie auch in Papierform beim Kita-Tipp, siehe unten)

2. Schlau machen

In das komplexe Thema Kita & Co muss man sich erst einmal einarbeiten und wir wissen aus Erfahrung, dass man dazu mit Baby ausreichend Zeit und Nerven hat (NICHT). Aber ihr schafft das! Als Erstes lest euch die Broschüre der Stadt durch, hier ist eigentlich alles Wichtige erklärt, was Rechtsanspruch, Beiträge usw. betrifft.

Dann fragt befreundete Eltern und nutzt den “Kita-Tipp“. Diese Abteilung der Stadt Potsdam soll euch beraten und informieren – wir können es allerdings nur bedingt empfehlen. Die Bezeichnung “Beutreuungsplatzservice” ist irreführend, denn bei der Suche nach einem Kitaplatz kann man euch hier so gut wie gar nicht helfen (denn die Plätze werden von den Kitas und Trägern selbst vergeben) und meistens erfahrt ihr hier nach längerem Probieren am Telefon oder Warterei im Flur nur, was ihr eh schon wisst. Kontakt zum Kita-Tipp habt ihr jedoch spätestens zumindest schriftlich, wenn ihr den “Antrag auf Feststellung des Rechtsanspruches” abgebt, aber auch dazu kommen wir später.

Hinweis: Bedingt durch die Corona-Einschränkungen ist der Kita-Tipp aktuell geschlossen und es finden keine Informationsveranstaltungen statt. Ihr erreicht sie aber (fast durchgängig per Telefon).

Wer allein nicht durchblickt: Der Kita-Tipp veranstaltet einmal pro Monat von 15 bis 16:30 Uhr eine Informationsveranstaltung. Zum anderen könnt ihr versuchen, telefonisch durchzukommen (Telefon 0331 289-2241, -2242 oder -2244, Mi 13:30-15 Uhr, Fr 9-10:30 Uhr) oder zu den Sprechzeiten vorbeigehen (Di 9-12 Uhr, 13-18 Uhr / Do 9-12 Uhr, 13-16 Uhr). Plant ausreichend Wartezeit ein. Tipp: Etwas versteckt gibt es eine Tür weiter rechts einen etwas gemütlicheren Warteraum, hier könnt ihr auch stillen.

3. Besichtigen und anmelden

Grob erklärt gibt es in Potsdam drei Möglichkeiten zur festen Betreuung:

  • eine Kita (Kindertagesstätte) – kombiniert Kinderkrippe (bis 3 Jahre) und Kindergarten (3-6 Jahre)
  • einen Kindergarten (ab ca. 3 Jahre ohne Krippenbereich, eher selten)
  • eine Tagespflege (bis 3 Jahre, danach wechselt ihr in eine Kita/Kindergarten) – hierbei handelt es sich um die Betreuung bei einer Tagesmutter (selten Tagesvater), die bei sich zu Hause oder meist in gemieteten Räumlichkeiten bis zu 5 Kinder betreuen. Teilweise schließen sich auch 2 Tagesmütter zusammen und betreuen gemeinsam die Kinder. Vorteil sind die kleineren Gruppen und die familiäre Atmosphäre. Nachteil sind eingeschränktere Betreuungszeiten und keine Vertretung im Krankheitsfall, wenn die Tagesmutter allein arbeitet.

Informiert euch zunächst über die Kitas und die Besichtigungsmöglichkeiten. Alle Kitas und Kindergärten haben Webseiten (in der Broschüre leider nicht vermerkt, aber leicht zu googeln), auf denen ihr für gewöhnlich Informationen zu Besichtigungsterminen findet – ansonsten fragt per Telefon oder Mail nach und geht notfalls einfach vorbei und erkundigt euch. Auf der Webseite findet ihr mitunter auch die Anmeldeformulare und könnt diese gleich ausgefüllt zum Termin mitnehmen.

Schaut euch alles an, macht euch Notizen und überlegt gern eine Favoriten-Reihenfolge, welche Kita/Tagespflege euch warum am meisten überzeugt hat. Am Ende können es sich die wenigsten Eltern wirklich aussuchen – also meldet euch einfach überall an, wo es euch gefallen hat. Dieser Weg ist umständlich und unpraktisch und für alle Seiten unbefriedigend, weil weder Eltern, noch Kitas gescheit planen können und Unmengen an Papierkram ausfüllen und sortieren müssen. Aber leider funktioniert es aktuell nicht anders, weil es keine zentrale Vergabestelle gibt.

Die Tagesmütter sind wie bereits erwähnt auch über verschiedene Träger organisiert, über die ihr euch anmelden könnt (in der aktuellen Kita-Broschüre auf Seite 23 zu finden, weitere Informationen zu den Tagesmüttern findet ihr online auf den Seiten der Träger oder schaut bei Google). Auch hier funktioniert es in der Praxis anders. Wisst ihr von einer Tagespflege in eurer Nähe (Augen und Ohren offen halten) geht einfach dort vorbei und sprecht die Tagesmutter direkt an und gebt eure Informationen und Kontaktdaten bei ihr ab.

In jedem Fall solltet ihr euch überall persönlich vorstellen, denn Kita-Leiter*innen sind auch nur Menschen und müssen am Ende aus einem Berg von Zetteln und Namen auswählen – bei einem netten Gespräch bleibt ihr eher im Gedächtnis. Ihr kennt Eltern, deren Kinder schon in die Einrichtung gehen? Bittet sie, ein gutes Wort für euch einzulegen. Haltet ansonsten nach der Anmeldung mit der Kita Kontakt (ohne zu nerven!) und fragt nach einer Zeit freundlich bei der Leitung nach, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, bekundet euer weiteres Interesse oder sagt fairerweise ab, solltet ihr einen anderen Platz erhalten haben.

Über die Zusagen bzw. Absagen werden üblicherweise im Zeitraum Januar bis März entschieden, da hier die Kita-Leiter*innen wissen, wie viele Plätze durch Kinder, die in andere Gruppen oder in die Schule wechseln, frei werden. Ihr müsst auch wissen, dass die Angabe der Kapazitäten auf den Webseiten / in der Broschüre nur begrenzt aussagekräftig ist. Zum einen wechseln nicht alle Kinder in größere Gruppen, zum anderen haben Geschwisterkinder Vorrang, d.h. wenn die Eltern schon ein Kind in dieser Kita haben, bekommt das Geschwisterkind dort auch einen Platz, sofern es ausreichend Plätze gibt.

Viele Kitas versenden nur Zusagen (oder rufen euch an), aber keine Absagen oder ihr bekommt allgemeine Rundmail. Fragt im Zweifel nochmal bei der Kita nach, wie der Stand der Dinge ist.

Spätestens mit der Zusage müsst ihr dann auch den Rechtsanspruch abgeben – ein Bescheid der Stadt Potsdam, dass ihr aktuell Anspruch auf einen Kitaplatz habt und für welche Stundenanzahl (abhängig von eurer Arbeitszeit und der Wegezeit zum Arbeitsort/Ausbildungsort). Den Antrag und Informationen könnt ihr euch auf der Webseite des Kita-Tipps herunterladen – bei Fragen könnt ihr die oben genannten Sprechzeiten nutzen.

4. Zeitlich flexibel sein

Habt ihr bei der Zeugung des Kindes der Natur etwa ihren Lauf gelassen oder vielleicht grob ins Auge gefasst, dass so eine Geburt im Frühjahr ja ganz schön wäre? Tja, Pech gehabt. Das optimale Timing für den Kitaplatz ist eine Geburt im August bis Oktober, solltet ihr nur ein Jahr Elternzeit nehmen können oder wollen.

Kitaplätze werden zu 99% ab September vergeben, denn hier kommen die großen Kinder in die Schule, Plätze werden frei und alle anderen Kinder können nachrücken und eine neue Gruppe aufgemacht werden. Diese Plätze werden direkt alle aufgefüllt (denn nicht nur die Nachfrage ist hoch, freie Plätze bedeuten auch weniger Geld für den Träger), so dass dann erst in der nächsten Saison im folgenden September wieder Plätze frei werden. Im laufenden Kita-Jahr könnt ihr euch leider so gut wie keine Hoffnung machen, einen Platz zu bekommen.

Kitaplatz bekommen? Die Eingewöhnung der Kinder der neuen Gruppe läuft dann zeitlich etwas gestaffelt, so dass Ende Oktober meist die letzten Kinder eingewöhnt sind. Stellt euch also rechtzeitig gedanklich darauf ein, dass eine Rückkehr zum Arbeitsplatz erst ab Herbst möglich ist und plant eure Elternzeit entsprechend ein. Nur, weil es exakt ein Jahr Elterngeld gibt (bzw. auch länger, wenn beide Eltern Elternzeit nehmen), heißt es nicht, dass ihr nicht länger zu Hause bleiben könnt oder dürft. Sprecht es mit dem Arbeitgeber ab (die das Dilemma oft schon kennen) und plant finanzielle Reserven ein (ja, das ist manchmal leichter gesagt als getan) und genießt die Zeit mit eurem Kind. Nach dem ersten Geburtstag gibt es viele tolle Entwicklungsschritte, die ihr so hautnah miterleben könnt – wie die ersten Schritte, die ersten Worte und mehr. Die Kita kommt früh genug und arbeiten geht ihr dann auch noch viele Jahre…

Ab einem Alter von 3 Jahren wird die Suche nach einem Kindergartenplatz wieder einfacher, denn die Gruppen können größer sein. Gute Nachrichten zumindest für alle, die frisch nach Potsdam ziehen oder von der Tagespflege in die Kita wechseln.

5. Optimistisch bleiben

Ihr habt eine Absage erhalten? Lasst den Kopf nicht hängen und nehmt noch einmal Kontakt zur Kita-Leitung auf und bekundet euer weiteres Interesse – manchmal mischen sich durch Absagen anderer Eltern die Karten nochmal neu und ihr seid wieder im Rennen.

Alle Kitas haben euch eine Absage geschickt? Dann solltet ihr den Kita-Tipp kontaktieren und um Hilfe bitten, manchmal kann euch hierüber geholfen werden (weil sie z.B. von einer Neueröffnung wissen oder eine Kita freie Plätze gemeldet hat). Hier kann es natürlich sein, dass ihr weitere Wege in einen anderen Stadtbezirk Potsdams in Kauf nehmen müsst.

Grundsätzlich gibt es ab dem 1. Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz und theoretisch könnt ihr Verdienstausfall geltend machen, solltet ihr keinen Platz bekommen. Das heißt aber auch, dass ihr a) genau dokumentieren und beweisen müsst, dass ihr euch ausreichend um einen Platz bemüht habt, b) rechtliche Schritte unternehmen müsst und c) jeden Platz annehmen müsst, der euch angeboten wird. Dies ist sehr mühsam und nervenaufreibend und meist löst sich die Situation irgendwann von selbst, wenn ihr geduldig am Ball bleibt (Angabe ohne Gewähr).

6. Alternativen nutzen

Ihr seid frustriert, immer noch ohne Kitaplatz allein mit Kind zu Hause zu sein und wünscht euch freie Zeit, den Austausch mit anderen und für euer Kind neue Spielkameraden? Dann organisiert euch zum Beispiel mit anderen Eltern: Über Plattformen wie nebenan.de oder momunity könnt ihr euch in der Nachbarschaft umhören, ob es noch andere Eltern mit gleichaltrigen Kindern in der Nähe gibt und Treffen organisieren – ob auf dem Spielplatz, abwechselnd bei jemandem zu Hause oder in Eltern-Kind-Cafés. Vielleicht seid ihr aus diversen Babykursen auch noch mit anderen Mamas vernetzt?

Nutzt freie Spielgruppen: In Potsdam gibt es verschiedene Betreuungsangebote für alle, die noch keinen Kitaplatz haben. Diese Gruppen werden von Pädagogen oder abwechselnd von den einzelnen Eltern betreut und pädagogisch begleitet. Ihr findet sie auch in der Kita-Broschüre (und natürlich gibt es auch hier mitunter Engpässe bei den Plätzen):

Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Suche nach einem Kitaplatz! Hinterlasst uns gern einen Kommentar mit euren Erfahrungen oder Tipps. Und wenn es nicht gleich rund läuft: Lasst euch nicht stressen, früher oder später klappt es! Bis dahin genießt die Zeit mit eurem Kind. <3

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