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Zuckersüß: Unser Besuch bei der Krümelfee

Wer es gern süß mag und in Potsdam oder der Umgebung wohnt, der war mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal im Café Krümelfee in Potsdam. Die 30-Jährige Nicole Ehlers hat sich 2015 ihren großen Traum erfüllt und in der Potsdamer Innenstadt ihr eigenes Café eröffnet. Wie die sympathische Hobby-Bäckerin zum Backen gekommen ist, wo sie sich ihre Inspirationen holt und wie sie es schafft, weiterhin so schlank zu bleiben, das lest ihr jetzt.

POLA: Liebe Nicole, wie schön, das wir uns heute kennenlernen. Meistens sieht man dich nur durch die Glasscheibe in deiner Backstube oder mit deinem rosa Krümelfee-Auto durch die Stadt fahren. Verrat uns doch einmal ein bisschen mehr über dich. 

Nicole: Ja, das stimmt. Ich bin in Fahrland aufgewachsen und in der 6. Klasse mit der Familie nach Potsdam gezogen. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation gemacht und danach ein Studium an der Uni Potsdam in BWL und Wirtschaftsrecht angefangen. Ich lebe schon immer in Potsdam und habe auch nicht den Wunsch, hier jemals wegzuziehen. Eigentlich habe ich schon immer gern gebacken und gekocht und während meines Studiums fing es dann an, dass ich statt zu lernen, viel lieber gebacken habe. Irgendwann meinte dann mal jemand zu mir, ob nicht ein Café genau das Richtige für mich wäre. Ich war erst mal dagegen, aber nachdem ich ein paar Tage darüber nachgedacht habe, war es dann auf einmal doch in meinem Kopf.

POLA: Und wie ging es dann los?

Nicole: Ich hatte mir bei einer Freundin 2000€ geborgt und habe dann die ersten Materialien (Rührmaschine etc.) gekauft. Und dann ging alles relativ schnell. Für ein befreundetes Pärchen habe ich im Sommer 2013 meinen ersten Sweet Table mit einer Hochzeitstorte ausgerichtet. 2014 war ich dann als Ausstellerin auf meiner ersten Hochzeitsmesse und gewann meine ersten Fremdkunden. Zu dieser Zeit hatte ich noch eine versteckte Backstube in Babelsberg. Um meine Bekanntheit in Potsdam zu erhöhen, habe ich dann auch einen Stand auf dem Markt am Nauener Tor und im Hauptbahnhof gemietet. Und als es dann schließlich zu viel Arbeit für mich allein wurde, aber es auch noch nicht ausreichte, um davon zu leben, kam auch schnell der Wunsch bei mir auf, ein Café aufzumachen.

POLA: Ich kann mich noch daran erinnern. Du hast eine Crowdfunding Kampagne gestartet. 

Nicole: Ja, genau, damit sich mein großer Traum erfüllt. Und es ist wirklich nicht ohne, denn wenn du dich mal auf der Plattform umschaust, dann siehst du die wundervollsten Ideen mit wirklich tollen Kampagnen. Und da ich ja nur ein regionales Unternehmen vorzeigen konnte, hatte ich mit der Zeit wirklich große Zweifel, ob das Ganze auch funktionieren wird. Die Brautpaare, welche sich schon für das kommende Jahr eingebucht hatten, habe ich dann einfach dort einzahlen lassen. So kam dann schon mal ein bisschen Geld zusammen. Es war wirklich toll, zu sehen, wie viele mich unterstützt haben, einfach weil sie meine Cupcakes so lecker fanden. Allerdings muss ich dazu sagen: Es hätte am Ende nicht gereicht, wenn ich einen kleinen Rest-Betrag nicht noch selber bezahlt hätte. Das Gute bei einer Crowdfunding Kampagne ist nämlich, dass du etwas weniger als die Hälfte selber beisteuern kannst. Und so habe ich es dann auch geschafft.

POLA: Toll! Hast du vielleicht 3 Tipps für eine Crowdfunding Kampagne?

Nicole: Ja, es ist super wichtig, dass man vorher weitreichend Werbung macht. Das zahlt sich wirklich aus. Und dann sollte man die Kampagne nicht so lange laufen lassen und die Ziel-Summe nicht so hoch ansetzen. Es ist für die meisten Unterstützer eben nur attraktiv, wenn das Ziel auch bald erreicht werden kann. Und was ich noch gut finde, ist ein nettes Dankeschön. Es ist immer gut, wenn man sich am Ende auch bei den Unterstützern bedanken kann. Bei mir gab es natürlich leckere Cupcakes.

POLA: Und wusstest du sofort, wie dein Café aussehen soll oder wo hast du dir deine Inspirationen geholt?

Nicole: Ich habe ganz viel bei Pinterest geschaut und dort ganz viele Ideen gesammelt. Das Café sieht jetzt genauso aus, wie ich es mir immer vorgestellt habe – ein romantischer Vintage-Look. Es erinnert ein wenig an die gemütliche Stube bei Oma und da fühlt man sich ja meistens auch richtig wohl. Es war mir einfach wichtig, dass man sich sofort heimisch fühlt. Und das Feedback meiner weiblichen und männlichen Kunden ist auch durchweg positiv.

POLA: Was empfiehlst du? Was kann man mit Kindern besonders gut backen?

Nicole: Bei Backen mit Kindern denke ich immer gleich an Plätzchen. Ein ganz normaler Mürbeteig aus Butter, Zucker und Mehl ist auch nicht aufwendig.Die Kleinen können den Teig kneten, ohne das groß was passieren kann und außerdem können sie zwischendurch auch mal was naschen. Wenn man den fertigen Teig schön flach in den Kühlschrank stellt, dann kühlt er auch schneller aus. Und dann einfach nur ausrollen und in allen möglichen Varianten ausstechen. Und dann Zuckerguss und Streusel. Das lieben doch alle Kinder.

POLA: Und wer hat dich als Kind so für das Backen begeistert?

Nicole: Meine Oma. In den Ferien war ich meistens bei ihr. Sie lebt in Mecklenburg Vorpommern und da gab es fast immer einen leckeren Apfelkuchen. Oder auch Donauwelle. Da habe ich immer mitgeholfen und die Schüssel ausgeleckt. Ich bin mir sicher, dass in dieser Zeit meine Backleidenschaft entfacht wurde.

POLA: Backst du eigentlich auch noch privat?

Nicole: Ja, aber ich backe immer hier in der Backstube, da diese viel besser ausgestattet ist, als meine eigene Küche. Meine Verwandtschaft hofft natürlich immer, dass ich etwas mitbringe. Sie äußern es zwar nicht, aber ich bin mir sicher, sie wünschen es sich jedes Mal. Ich backe auch immer wieder mal eine Torte für eine Freundin. Erst letzte Woche habe ich eine Prinzessinnen-Torte gemacht. Sowas liebe ich ja. Viel Glitzer und rosa.

POLA: Jetzt mal ganz ehrlich: Wie schaffst du es, nicht zuzunehmen oder isst du gar nichts Süßes mehr?

Nicole: (lacht) Ich bin einfach immun und habe das Kuchengen. Ich esse jeden Tag Kuchen. Muss ich ja auch, denn wir müssen ja auch probieren, was wir verkaufen wollen. In meiner restlichen Ernährung versuche ich einfach auf Zucker zu verzichten. Ich esse kein Fertigessen, lasse den Zucker im Kaffee weg etc. Aber ansonsten habe ich einfach Glück gehabt.

POLA: Wo holst du dir eigentlich deine Inspirationen für deine Rezepte?

Nicole: Aus vielen verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel habe ich mal einen ganz leckeren Cocktail getrunken und schon war eine neue Cupcake-Sorte geboren. Und meine Konditorin Laura kreiert ganz eigene Ideen, wenn sie durch ihren Garten flaniert. Und dann versuchen wir auch immer, die Wünsche unserer Kunden umzusetzen. Wir haben da so ein tolles Glitzerbuch und da steht alles drin.

POLA: Was ist das Verrückteste, was du schon mal backen musstest?

Nicole: Wenn jemand eine Glitzer-Prinzessin-Torte bestellt, dann finde ich das total toll. 90% unserer Kunden wollen keinen Fondant, da er den meisten einfach zu süß ist. Aber ich hatte mal eine Kundin, die wollte ganz viele Fondant-Blüten auf ihrer Torte haben. Aber so einen richtig verrückten oder ausgefallenen Kundenwunsch hatte ich noch nie.

POLA: Du backst ja auch viele Hochzeitstorten. Wohin geht der Hochzeitstorten-Trend für das nächste Jahr?

Nicole: Ganz klar – Half Naked (wenn man die einzelnen Tortenböden noch etwas erkennen kann). Das mögen die meisten Brautpaare, da es rustikaler ist und leichter wirkt. Meistens soll die Torte mit frischen Blumen dekoriert sein, so dass es auch zur Tischdeko passt. Die Trendprognosen bei Hochzeitstorten, über die man im Internet lesen kann, stimmen leider nicht mit der Realität überein. Die wenigsten Hochzeitspaare sind so mutig und bestellen etwas Ausgefallenes. Ich würde es mir sehr wünschen, wenn die Hochzeitstorten viel farbiger werden würden, aber ich glaube nicht, dass das sehr bald der Fall sein wird.

POLA: Und hast du einen Wunsch für 2019?

Nicole: Wir überlegen, ein Rezeptbuch zu veröffentlichen. Das wäre wirklich ein großer Traum von uns. Viele Leute fragen mich immer nach dem Rezept und nicht jeder kann sich einen Kurs bei mir leisten. Es wäre doch schön, wenn alle meine Rezepte auch zu Hause nachbacken könnten. Und dann ist es uns wichtig, so klein und fein zu bleiben und unsere Qualität zu bewahren.

Liebe Nicole, vielen Dank für das tolle Interview!

Das Krümelfee-Café befindet sich in der Charlottenstraße 117 in 14467 Potsdam. Am Wochenende könnt ihr dort (auf Vorbestellung) auch frühstücken (klassisch, vegetarisch oder vegan). Sie zaubert euch Süßes (Hochzeitstorten, Geburtstagstorten und Sweet Tables) für jeden Anlass und bietet mit ihrem Team auch Workshops an: Hier könnt ihr zwischen Cupcake-, Pralinen-, Cookie-, Torten- und Cakepop-Kursen wählen. 

Fotos: © POLA Magazin

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Und für alle, denen gerade schon das Wasser im Munde zusammenlief, haben wir viele tolle Rezepte zum Backen und Kochen mit der ganzen Familie!

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