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KiKoKAP: eine zauberhafte Video-Reihe der Kammerakademie Potsdam

Was macht ein Orchester, wenn es wegen Corona nicht mehr vor Publikum spielen darf? Es nimmt seine kreative Power und sucht neue Wege! Und so könnt ihr die Kammerakademie Potsdam mit der Videoreihe “KiKoKAP” zu euch ins Wohnzimmer, in eure Kita oder in den Klassenraum holen. In bisher vier Staffeln sind 19 bunte Videos entstanden, in denen ihr mit Hilfe der Musik Abenteuer erlebt oder spannende Dinge lernt.

Für 4-8-Jährige sind die Staffeln 1-3. Alles wird hier in Musik verwandelt: Kochen und Abwaschen, das Tierreich und sogar das Weltall! Für 8-12-Jährige ist die Staffel 4 besonders geeignet. Hier geht es um einen bedeutenden Komponisten der Barockzeit. Schaut doch mal rein!

Ein Blick hinter die Kulissen von KiKoKAP

Wie sind die Ideen zu den KiKoKAP-Videos entstanden? Was hat am meisten Spaß gemacht? Und wie geht es weiter? Wir haben für euch hinter die Kulissen geschaut und die Musiker:innen Birgit Zemlicka-Holthaus und Matthias Leupold sowie Leonie Hentschel von der Musikvermittlung interviewt.

Ihr kennt die Kammerakademie Potsdam noch gar nicht? Sie ist DAS Orchester der Landeshauptstadt und feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum! In Potsdam erlebt ihr das Kammerorchester mit seinen 32 festen Mitgliedern hauptsächlich im Nikolaisaal, es ist aber auch international sehr nachgefragt und auf der ganzen Welt in Konzerthäusern unterwegs.

… und dann kam vor einem Jahr Corona und das Reisen und die Aufführungen fielen komplett weg. Wie war das für Sie?

Leonie Hentschel: Uns war schnell klar, dass wir dem Trend folgen müssen und uns digital aufstellen. Die Kammerakademie ist ja ein freies Orchester, das heißt die Musiker:innen sind die Entscheider und sie haben dann selbst Ideen entwickelt. Dadurch sind die Staffeln sehr vielfältig, denn hinter jeder Staffel steht ein anderer Musiker, der das Konzept dazu geschrieben hat.

Viele unserer Musiker:innen haben selbst Kinder und wissen, wie wichtig die Musik für die persönliche Entwicklung ist. Es war schnell entschieden, dass wir uns Kindern als Zielgruppe widmen möchten – auf eine lebendige, spielerische Weise. Bei den ersten Staffeln für die kleineren Kinder ist es eher intuitiv gestaltet, es wird gesungen und getanzt. Für die Älteren wird mehr erklärt, aber auch hier kann man mitmachen.

Herr Leupold, wie ging es los mit der ersten Staffel?

 
Foto links: Matthias Leupold mit Kapellina / rechts: Kapellina im Weltraum (©KAP)

Matthias Leupold: Ich habe vor Corona unser Kinderkonzert „Kapellina im Weltraum“ konzipiert und das dann fürs Digitale umgewandelt. Aber wir sind ja zunächst vor allem Musiker:innen und keine Filmer:innen, es war also viel “work in progress”. Es wurde schnell deutlich, dass wir hier ganz anders denken müssen und anders agieren als bei unseren Konzerten. Normalerweise haben wir die Kinder als Publikum vor uns und die Energie ist eine ganz andere. Erklärungen funktionieren nicht für Kinder im Alter von 4-8 Jahren. Die Kinder schauen einen nur komisch an, wenn man nichts dazu macht – sie brauchen Gesten, Animation und Motivation. Jetzt hatten wir nur die Kamera vor uns und die Reaktion von der anderen Seite fehlte.

Es war ganz anders als Ihr gewohnter Arbeitsalltag.

Wir hatten alle unseren Spaß!

Matthias Leupold: Ja, ich musste plötzlich schauspielern, Kameraeinstellungen planen, Konzepte tausendmal umstellen und andere Dinge tun, die ich sonst nicht tue –  da hab ich mir teilweise ganz schön was zugemutet! Aber wir hatten auch alle unseren Spaß! Wir sind ja alle auch große Kinder und konnten uns ausleben.

Toll war die Zusammenarbeit mit Robert, dem Kameramann, und die halb-digitalen Landschaften der Weltraum-Staffel, entworfen von Merlin Rainer. Das Raumschiff ist eine Mischung aus Raumschiff Enterprise und einem Horn! Unser Viola-Spieler Ralph Günthner ist Enterprise-Fan und war total glücklich, dass er sich als “Captain Ralph Armstrong” ausleben konnte und auch E-Gitarre spielen durfte. Die ganzen KiKoKAP-Staffeln waren eine tolle Chance, etwas Neues auszuprobieren!

Frau Zemlicka-Holthaus, wie kamen Sie auf Ihre Ideen zur 4. Staffel von KiKoKAP, die sich (Achtung, Spoiler!) um Johann Sebastian Bach dreht und sich an ältere Kinder richtet?

Es ist Musik, die uns in Zeiten von Corona ganz viel Trost spenden kann.

 
Foto links: Birgit Zemlicka-Holthaus / rechts: Musikerinnen der KAP in Staffel 4 (©KAP)

Birgit Zemlicka-Holthaus: Die Idee ploppte einfach auf. Das ist bei mir immer so, das kann beim Spazieren sein oder beim Kochen. Bach liebt man als Oboistin besonders, weil er so schöne Stücke für unser Instrument geschrieben hat. Diese Musik ist einfach zum Niederknien, auch wenn sie schon vor so vielen Jahren geschrieben wurde. Das möchte ich gern an die Kinder und Jugendlichen weitervermitteln. Und es ist auch nach wie vor eine Musik, die uns in Zeiten von Corona ganz viel Trost spenden kann! Unser Alltag als Musiker:innen wurde durch Corona ja auch sehr durcheinandergeworfen.

Wie entstanden dann aus der Idee die Videos?

Es ist ganz magisch, eins ergibt das andere.

Birgit Zemlicka-Holthaus: Ich habe dann geschaut, welche Bilder in meinem Inneren zum Thema Bach aufgetaucht sind und dann habe ich ein Struktur reingebracht, Texte geschrieben und Musik ausgewählt. Vieles passiert aus dem Bauch heraus – es ist ganz magisch, eins ergibt das andere. Ich hole mir viel Inspiration in der Natur, habe mich auch mit Freunden und Kollegen ausgetauscht und mit meiner Schwester, sie ist Lehrerin.

Damit es am Ende so selbstverständlich aussieht, muss man viel vorbereiten und proben. Oft kann man sich zunächst nicht viel darunter vorstellen, denn man dreht es nicht in der richtigen Reihenfolge. Es sind wie beim Film zunächst wild aneinander gereihte, nicht chronologische Teile. Auch die Kolleg:innen waren sehr neugierig auf das Ergebnis.

Haben Sie hinterher das so vermisste Feedback von den Zuschauern bekommen?

Das ist das schönste Feedback, was man bekommen kann.

Matthias Leupold: Ja, eine Kita hat uns zum Beispiel Bilder geschickt, wie die Kinder mitmachen und beim Tanz auf dem Planeten mittanzen und ihren Spaß haben!

Birgit Zemlicka-Holthaus: Auch die Staffel für ältere Kinder fiel auf fruchtbaren Boden und wurde von Lehrern und Klassen verwendet. Die Lehrer freuen sich, weil es Abwechslung bringt, wenn die Kinder zu Hause sind. Auch eine Freundin hat mir geschrieben, wie sie mit ihrer Tochter dazu getanzt, gemalt, gesungen und geraten hat. Eine Kita aus Spandau hat es auf einer großen Leinwand angeschaut und wir haben ein Video bekommen, wie die Kinder mitgehen. Das ist das schönste Feedback, was man bekommen kann! Das berührt mich sehr nach der vielen Arbeit, die man ins Konzept gesteckt und Tage und Nächte damit verbracht hat.

Aktuell drehen Sie an den nächsten Staffeln von KiKoKAP. Können Sie schon etwas dazu verraten?

Leonie Hentschel: In der nächsten Staffel für 8-12-Jährige, die um Ostern erscheint, geht es um Geigenbau und den Klang der Violine.

Birgit Zemlicka-Holthaus: Und ab der nächsten Woche drehen wir drei weitere Folgen zu Bach. Die ersten vier Folgen sind ja eine abgeschlossene Einheit – damals wussten wir noch nicht, dass wir auch jetzt noch keine Konzerte vor Publikum spielen können. Also musste ein neuer roter Faden her und wir gehen von Berlin über Brandenburg bis nach Potsdam, alles Reisestationen von Johann Sebastian Bach. Diesmal werden die Kollegen moderieren und ich freue mich schon sehr darauf. Man darf nicht vergessen, dass wir als Hauptberuf Musiker sind!

Werden Sie auch nach Corona mit den Videos weitermachen?

Matthias Leupold: Angeregt von den Staffeln haben wir mit zwei weiteren Kolleginnen schon jetzt das Konzept weiterentwickelt und auch Kita-Videos gedreht. Hier können Erzieher:innen mit den Kindern arbeiten, es geht zum Beispiel um Rhythmus oder wie aus gemalten Bildern Musik entstehen kann.

Leonie Hentschel: Wir sind uns alle schon einig, dass wir das unbedingt weiterführen wollen. Es ist uns ein großes Bedürfnis, die Potsdamer Lehrer:innen weiter mit Material zu versorgen und in stärkeren Austausch mit Lehrer:innn und Familien zu treten. Beim regulären Spielplan muss man natürlich schauen, wie es passt. Es sind zehn Musiker:innen in der „Education-Gruppe“ und sind hier im regen Austausch.

Nach Corona haben wir auch wieder regelmäßig Konzerte für Kitas und Grundschulen im Nikolaisaal und kommen auf Anfrage mit 1-2 Musiker:innen auch gern in die Kita oder ins Klassenzimmer. Auch für Oberschulen ist etwas geplant. Lehrer:innen und Erzieher:innen, die Interesse an weiterem Material haben, können sich gern an mich unter education@kammerakademie-potsdam.de wenden. Und bald können wir hoffentlich auch unsere Kapellina-Reihe im Oskar in Drewitz starten, ein Samstags-Abo für Kinder von 3-6 Jahren.

Liebe Frau Hentschel, Frau Zemlicka-Holthaus und Herr Leupold, ich danke Ihnen für das interessante Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg – ob per Video oder live!

Seid ihr neugierig geworden? Hier könnt ihr die Ergebnisse der Arbeit und alle KiKoKAP-Videos anschauen:

Alle Fotos: © KAP Kammerakademie Potsdam

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