10 Hebammen-Tipps für eine entspannte Schwangerschaft

Wenn man erfährt, dass man schwanger ist, dann steht die Welt für einen Moment lang still. Für die einen geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung und für die anderen kommt es völlig unerwartet. Doch eines ist von nun an für alle Schwangeren gleich – ihr Körper wird sich in den nächsten Monaten ziemlich verändern. Wir haben uns ausführlich mit einer Hebamme und der Sporttherapeutin von der Hebammenpraxis „Charly und Franz“ über das Thema „Entspannt und gesund durch die Schwangerschaft“ unterhalten und sie sagen:

Nur weil man schwanger ist, heißt das nicht, dass sich das Leben nun komplett verändert, man muss sein Leben einfach nur anpassen.

Wie es gelingen kann, so entspannt wie möglich durch die Schwangerschaft zu kommen, verraten sie euch jetzt:

1. Versorgung durch eine Hebamme und einen Gynäkologen

Damit man nicht in Stress gerät, ist es wichtig, dass man sich zeitnah (im ersten Schwangerschafts-Drittel) um einen Hebammen-Kontakt kümmert (einen Gynäkologen sollte man ja bereits schon haben). Man sollte nicht nur eine kompetente Ansprechpartnerin haben, sondern es ist für das Kennenlernen auch von Vorteil, wenn die Hebamme die Vorsorge im Wechsel (mit dem Gynäkologen) übernimmt.

Es ist nicht sinnvoll, sich bei Schwangerschaftsfragen durch das ungefilterte und unstrukturierte Internet zu kämpfen, sondern eine vertrauensvolle Hebamme an seiner Seite ist das A und O. Oftmals muss man zwar Listen abtelefonieren, um eine Hebamme zu bekommen, besonders wenn der Geburtstermin in den Sommerferien oder in der Weihnachtszeit liegt, aber das gehört mittlerweile einfach dazu. Übrigens: Die Hebammen-Hilfe ist eine Krankenkassen-Leistung!

2. Sport und Bewegung

In der Schwangerschaft können körperliche Veränderungen wunderbar durch gezielte Schwangeren-Gesundheits-Kurse aufgefangen werden. Hierfür eignen sich besonders haltungsstabilisierende und muskelaufbauende Übungen. In einem schwangerschaftsbegleitenden Kurs wird hauptsächlich die Beziehung zu einem selbst und zum Beckenboden gefördert. Und: Je mehr man vorher etwas tut, umso schneller ist man nach der Geburt auch wieder fit.

Irgendwann sollte man keinen Kraftsport mehr machen und auch das Brustschwimmen zieht den Körper durch den Bauch zu sehr ins Hohlkreuz, aber eigentlich ist alles legitim, was einem selbst gut tut. Das Schöne an einem Kurs ist, dass man dort in den Kontakt mit Gleichgesinnten kommt. Am Ende haben ja doch fast alle dieselben Fragen und es gibt immer einen guten Austausch.

3. Ernährung

Ödeme (Wassereinlagerungen) sind in der Schwangerschaft ganz normal, da sich das Blutvolumen verändert. Man sollte daher bei der Ernährung darauf achten, salzarm und eiweißreich zu essen, denn dadurch wird der Rückfluss der Lymphe begünstigt. Bevor einem vom Gynäkologen irgendwelche Eisenpräparate verschrieben werden, kann man durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten versuchen, den Eisenspiegel stabil zu halten.

Man sollte daran denken, dass die Eisenaufnahme durch Vitamin C begünstigt wird, dass heißt, wenn man etwas Eisenhaltiges isst, sollte man zun Beispiel dazu ein Glas Orangensaft trinken. Der beste Eiweißlieferant ist tierisches Eisen, wenn man allerdings wenig Fleisch isst, schaffen auch Hirse, Vollkorn, Trockenobst und rote Säfte (wie zum Beispiel Rote-Bete-Saft) eine guten Ausgleich.

Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist übermäßige Übelkeit in den frühen Morgenstunden oftmals ein Ergebnis von Unterzuckerung. Meistens hilft es schon, wenn man vor dem Aufstehen etwas isst (zum Beispiel eine Banane).

Im Allgemeinen ist es wichtig, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Viele nutzen die Schwangerschaft als Entschuldigung für permanente Essenzufuhr, was sich allerdings ungünstig auf die anstehenden Zuckertests auswirken kann.

4. Arbeitsleben

Als Arbeitnehmerin sollte ich meinen Vorgesetzten rechtzeitig über die Schwangerschaft informieren (mit Ausgabe des Mutterpasses), so dass die Arbeit an das bald in Kraft tretende Mutterschutzgesetz angepasst werden kann (Kündigungsschutz, Arbeitszeiten etc.). Eine Schwangere kann doch viel entspannter sein, wenn alle um sie herum Bescheid wissen, weshalb sich ihre Arbeitskonditionen verändern.

5. Anträge und Co.

Es ist sehr sinnvoll, sich vor dem Mutterschutz um alle Anträge und Nachweise zu kümmern oder schon vorzubereiten (z.B. Elternzeit, Elterngeld, ggf. Anerkennung der Vaterschaft bei unverheirateten Paaren usw.), denn die letzten Schwangerschafts-Wochen sollte man sich wirklich auf die schönen Dinge konzentrieren.

Es ist wie eine Einkaufsliste, die man noch abarbeiten muss, aber wenn man alles erledigt hat, geht es einem doch immer besser. Außerdem weiß man ja vorher auch nicht, wie fit man am Ende der Schwangerschaft noch ist.

6. Pflege und Selbstfürsorge

Wenn man im Alltagsleben drin steckt, könnte es passieren, dass man die eigene Pflege und Selbstfürsorge vernachlässigt. Es sollte einem klar sein, dass man durch die Schwangerschaft körperlich beanspruchter ist und sich deshalb auch regelmäßige Ruhezeiten gönnen sollte. Es ist essentiell, dass man sich Phasen des Wohlbefindens einräumt und sich zum Beispiel noch einmal eine Fußpflege oder einen Besuch beim Friseur gönnt.

7. Geburtsvorbereitung

Den Geburtsvorbereitungskurs sollte man (wenn es geht) immer als Paar absolvieren, denn es ist auch eine wunderbare mentale Vorbereitung. Man gibt sich als werdendes Elternpaar die Gelegenheit, sich auf die verändernden Lebensumstände einzulassen. Und dort kann man auch offen darüber sprechen, was sich die Frauen unter der Geburt von dem Partner/der Partnerin wünschen.

Außerdem werden bei diesem Kurs einfach alle Fragen beantwortet, die einem noch auf dem Herzen brennen. Auch bei der 2. oder 3. Schwangerschaft kann ein erneuter Geburtsvorbereitungskurs als mentale Einstimmung nicht schaden!

Wichtig ist auch, dass man sich vorher Gedanken darüber macht, wer auf die größeren Kinder aufpasst, wenn sich das Baby auf den Weg macht.

Auch die Klinikanmeldung und der Besuch der Stationen gehört zu einer guten Geburtsvorbereitung dazu. Man fühlt sich wohler, wenn man vorher genau weiß, welche Räume sich wo befinden. Der Partner sollte sich vorab auch immer informieren, wo er parken kann und nicht erst danach suchen müssen, wenn die Aufregung sowieso schon groß ist.

8. Nestbau

Hier geht es gar nicht darum, unendlich shoppen zu gehen, sondern das man sich räumlich darauf einlässt, dass man bald ein gemeinsames Kind erwartet. Man sollte sich schon Gedanken darüber machen, wo das Kind gewickelt werden soll, wo es schlafen soll (idealerweise am elterlichen Bett) und dass man seine Schubladen mit Erstlingssachen füllt (Größe 50-56 – aber nicht zuviel anschaffen, die Kleinen wachsen viel zu schnell raus!).

Wichtig ist es, nicht den normalen Menschenverstand zu verlieren und viel Unwichtiges zu kaufen. Wir empfehlen immer, dem normalen Mutterinstinkt zu folgen und keine (fremden) Listen abzuarbeiten. Der Anspruch des Perfekt-Seins ist leider ein gefundenes Fressen für jede Marketingstrategie. Wenn man es wirklich runterbricht, dann braucht man Kleidung, damit das Baby nicht friert, einen Ort, wo man es wickeln kann (inkl. Hygieneartikel), einen sicheren Schlafplatz und für unterwegs einen Kinderwagen oder eine Babytrage und für Fahrten im Auto eine Babyschale. (Tipp aus der Redaktion: Viele Dinge kann man auch gebraucht sehr gut kaufen!).

9. Gesundes Selbstbewusstsein entwickeln

Es ist wichtig, dass man in dieser neuen Situation auch ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt. Es muss einem einfach klar sein, dass sich in Zukunft viel verändern wird. Und: Als Schwangere ist man rundum gesund, der Körper verändert sich einfach nur. Man sollte immer versuchen, die körperlichen Veränderungen hin- und die hormonellen Schwankungen anzunehmen. Man ist als Schwangere nicht krank, nur weil man regelmäßig zu seinem Gynäkologen muss!!!

10. Geburtsvorbereitende Akupunktur

Die Akupunktur ist etwas, was man sich am Ende der Schwangerschaft als Geburtsvorbereitung ruhig gönnen sollte. Die geburtsvorbereitende Akupunktur schafft einen energetischen Ausgleich und bringt Körper und Seele in Balance. Vorher hilft die Akupunktur auch wunderbar bei Beschwerden, wie zum Beispiel bei Wassereinlagerungen oder Rückenschmerzen.

Wir danken der Hebammenpraxis für die tollen Tipps! Liebe Mütter, was hat euch in eurer Schwangerschaft geholfen?

Fotocredit: Unsplash // Ignacio Campo

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