Stichtag Einschulung: Schulreif oder nicht?

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Ein Stichtag oder der Zufall in einem bestimmten Bundesland zu leben, soll über die ganze Zukunft unseres Kindes entscheiden? Noch ein Jahr Kindergarten ist vielleicht ganz gut für sie – aber ihre ganzen Freunde kommen doch im Sommer in die Schule? Ist das Kind wirklich schon reif für die Schule? Was ist wenn die Kleinen größer werden und in die Pubertät kommen? Vor diesen und noch vielen weiteren Fragen standen wir mit unserem Nachwuchs – und das zusammen mit tausenden anderen Eltern in Deutschland Jahr für Jahr. Es geht um die Frage:

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Einschulung?

Eigentlich war die Lage klar: In Brandenburg kommen alle Kinder in die 1. Klasse, die bis zum 30. September des Jahres das sechste Lebensjahr vollendet haben. In anderen Bundesländern gibt es ganz andere Stichtage und Regelungen zwischen dem 30. Juni und dem 30. September. So besagen es die jeweiligen Landesschulgesetze. Und Gesetz ist nun einmal Gesetz in Deutschland. Doch der Geburtstag unseres Nachwuchses liegt nur wenige Tage hinter dem Stichtag und für solche Fälle gibt es Ausnahmen. So können Kinder in Brandenburg auch nach diesem Stichtag noch eingeschult werden (sogenannte „Kann-Kinder“) – auf Antrag der Eltern und entschieden durch die Schulleitung. Und da begannen unsere ganzen Fragen und Unsicherheiten. Denn wir hatten das Gefühl, durch diese Entscheidung den weiteren Lebensweg unseres Kleinen bereits heute ganz maßgeblich zu bestimmen. Also standen wir vor der Frage, woran machen wir die Entscheidung über den Zeitpunkt der Einschulung fest?

Vorziehen oder zurückstellen?

Unsere besten Freunde befanden sich in einer anderen Situation – doch mit den gleichen Fragen. Ihre Tochter feierte wenige Tage vor dem Stichtag ihren sechsten Geburtstag. Doch war sie reif für die Schule, nur weil sie ein paar Tage früher zur Welt gekommen ist? Sollte man ihr nicht noch etwas Zeit geben, um sich noch etwas zu entwickeln? Auch hier Fragen über Fragen, die für viele Eltern gefühlt von unglaublich entscheidender Bedeutung sind.

Lesen und schreiben konnte unser Sohn schon recht gut; fast schon zu gut für ein Kindergartenkind. Die große Schwester ging schon in die Grundschule und da gehört es bei uns zum Familienalltag, abends noch einmal ein bisschen zu schreiben und zu lesen. Doch in der Schule wartet viel mehr auf ihn als lesen und schreiben. Die Anforderungen werden gerade im sozialen und emotionalen Bereich deutlich größer sein als im wohl behüteten Kindergarten.

War er diesen Anforderungen gewachsen?

Seine besten Freunde in der Kita sind alle ein paar Monate älter, sodass die Frage der Einschulung bei ihnen schnell entschieden war. Und er nahm mit großer Freude am Vorschulprogramm des Kindergartens teil. Aber nur, weil die Freunde älter sind, von dem vorgeschlagenen Stichtag abweichen? Sich der Gruppendynamik ergeben, ohne zu wissen, ob diese Freundschaften in der kommende Woche auch noch die gleichen sind? Und was wenn später, vielleicht in der Pubertät, der Altersunterschied zum Problem wird – schließlich können andere Mitschülerinnen und Mitschüler dann über ein Jahr älter sein. Schaffen wir damit in der Zukunft Probleme, die eigentlich gar nicht sein müssten? Fragen über Fragen, doch woher die Antworten nehmen?

Die Empfehlung des Kindergartens

Zum Glück besuchte unser Sohn einen kleinen Kindergarten, in dem die Betreuenden viel Zeit mit den einzelnen Kindern verbringen. Sie haben daher ein gutes Bild über den Entwicklungsstand unseres Sprösslings. Gerade in der Vorschule sehen sie sehr gut, wie weit die Kleinen schon sind. Außerdem haben sie große Erfahrung und viele Vergleiche zu anderen Kindern. Ihr besonderes Augenmerk liegt bei der Frage Schule ja oder nein darauf, ob die Kleinen in der Lage sind, sich über einen gewissen Zeitraum zu konzentrieren und ob sie eine gewisse Selbstständigkeit zeigen. Kein Stillsitzen über eine ganze Schulstunde, aber über ein paar Minuten, sodass der Start in die Schule möglich ist. Das Kindergartenteam ist bei uns in der Vorschule auch noch ergänzt durch eine Grundschullehrerin. Mehr Fachexpertise geht doch eigentlich kaum. Hier gab es mit einem Augenzwinkern ein erstes klares Votum für unseren Sohn: „Bloß nicht noch ein Jahr Kindergarten.“

Das Bauchgefühl

Die zweite Säule war unser Bauchgefühl. Gerade im täglichen Familienleben, wenn seine große Schwester Hausaufgaben machte, wurde deutlich, dass der Kindergarten ihn nicht mehr fördern kann. Er war zunehmend unausgeglichen und unausgelastet. Er wollte mehr schreiben, rechnen und lesen lernen. Im Vergleich zu anderen Kindern wurde deutlich, dass er deutlich selbstständiger und selbstsicherer als viele Gleichaltrige ist – was sicher auch an der großen Schwester lag, die immer mehr darf als er. Beim Sportverein geht er wie selbstverständlich alleine in die Umkleide. Er möchte sich alleine umziehen und erst später vor der Tür wieder abgeholt werden. Dies ist auch anderen Eltern aufgefallen, die immer sicher waren, dass er bald schon in die Schule kommt. Und: Er wollte in die Schule gehen und freute sich schon lange auf seine Einschulung. Diese positive Energie wollten wir unterstützen und ihn bei seinem Start in das Abenteuer Schule stärken.

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Gesundheitsamt & Grundschule

Und so machten wir uns auf in den Antragsdschungel. So ein richtig klares Verfahren für unseren Antrag gab es scheinbar nicht, oder es kannte niemand – jedenfalls mussten wir überall ausführlich erklären, was wir wollen und wie der Verfahrensweg aus unserer Sicht ist. Nach zahlreichen formlosen Anträgen, Rücksprachen mit der für uns zuständigen Schule und dem Gesundheitsamt hatten wir dann einen klaren Fahrplan. Es schien also zu laufen. Doch dann kam der erste Termin.

Nachdem unser Kindergarten die Einschulung deutlich befürwortet hat, kam das Gesundheitsamt nach wenigen Minuten zu einem ganz anderen Ergebnis: nicht schulfähig. Alle Mindestanforderung bei Rechnen, Malen, Schreiben und Konzentrationsübungen hatte der Kleine leicht und locker geschafft. Und eine wirkliche Begründung für das negative Votum gab es nicht. „Zu kindlich“ wurde uns gesagt. Aber sollen Kinder nicht kindlich sein – gerade auch in der Grundschule? Zum einen ärgerten wir uns über diese sehr schnelle Entscheidung. Ja, das Gesundheitsamt hat viel zu tun und solange Eltern und Gesundheitsamt die gleiche Entscheidung wollen, reicht sicher ein kurzer Termin. Aber um sich gegen den Wunsch der Eltern auszusprechen, sind ein paar Minuten doch zu wenig Zeit. Zum anderen verunsicherte uns die Empfehlung nicht einzuschulen. Das Votum des Gesundheitsamts ist jedoch nicht bindend, die Entscheidung trifft am Ende die zuständige Schule.

Mit dem Schreiben vom Gesundheitsamt im Gepäck ging es dann zur zuständigen Grundschule. Hier haben sich zwei Pädagoginnen mit unserem Sohn beschäftigt, während wir unser Gespräch mit der Schulleitung hatten. Wir erklärten noch einmal in Ruhe unsere Sicht der Dinge und warum wir denken, dass unser Sohnemann reif für die Schule ist. Am Ende machte die Schulleitung den Weg frei zur frühzeitigen Einschulung.

Verschiedene Kinder, verschiedene Wege

Somit hatten wir uns für eine frühzeitige Einschulung zum Schuljahr entschieden. Von einer befreundeten Erzieherin bekamen wir noch einen Buchtipp (Topfit für die Schule durch kreatives Lernen im Familienalltag, Amazon-Partnerlink*), sodass wir mit einem guten Gefühl in das Abenteuer Schule starten konnten. Die Tochter unserer Freunde besuchte hingegen noch ein weiters Jahr den Kindergarten. Wir alle kamen zu unseren Entscheidungen, weil wir der Meinung waren, dass diese am besten zur Entwicklung unserer Kinder passt. Und darauf kam es uns an.

Ob unsere Entscheidung richtig war, werden wir aber erst in einiger Zeit feststellen – wenn überhaupt. Denn in den kommenden Jahren werden noch so viele Dinge passieren, von denen wir heute noch nichts ahnen. Die Entscheidung über den Schulbeginn ist sicher eine ganz wichtige. Aber keine Entscheidung, die zwingende Auswirkungen auf den kompletten restlichen Lebensweg unserer Kleinen hat.

Von daher können wir nur den Tipp geben: Bleibt ruhig. Sprecht mit denen, die eure Kinder kennen. Tauscht euch mit den Erziehern und anderen Eltern aus. Sprecht mit den Kleinen und hört auf euer Bauchgefühl. Es ist sicher eine von vielen wichtigen Entscheidungen im Leben als Mama und Papa – aber eben auch nicht mehr.

Nachtrag: Hier kommt noch ein ganz toller aktueller Buchtipp* für euch! Das Buch nimmt die Eltern super an die Hand und hilft bei Entscheidungen und Vorbereitung auf die Schule.

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