Neueröffnung: Familiencafé Mr & Mrs klitzeklein

Was passiert, wenn sich zwei Frauen treffen, von denen eine ihr Leben lang davon träumte, eine eigene Kita zu gründen, und die andere sich sehnlichst wünschte, ein Café zu haben? Sie tun sich zusammen und eröffnen ein Familiencafé!

Rückwirkend klingt das total logisch, aber der Weg ist oft sehr verschlungen, bis sich alles zusammenfügt. Das ging auch Stephanie Voss und Jessica Heitepriem nicht anders, bevor sie in Potsdam Babelsberg im letzten Dezember ihr Café “Mr & Mrs klitzeklein” eröffnet haben. Wir waren neugierig und haben die beiden zum Interview getroffen. Nicht nur das leckere Essen und die schöne und moderne Einrichtung haben uns beeindruckt, sondern vor allem auch das tolle Konzept und der Mut der beiden Gründerinnen. Lest ihre Geschichte und was euch jetzt und zukünftig bei Mr & Mrs klitzeklein erwartet!

Liebe Jessica, liebe Stephanie, bitte stellt euch kurz vor!

Jessica: Ich bin 36 und habe zwei Kinder – ein Mädchen im Alter von fünf Jahren und einen zweijährigen Jungen. Ich bin verheiratet und mit der Familie vor sechs Jahren aus Berlin nach Potsdam gezogen.

Stephanie: Ich bin ebenfalls 36, verheiratet und habe eine 5jährige Tochter. Und einen Hund! Ich bin gebürtige Babelsbergerin, habe zwischendurch auch in anderen Städten gelebt und wohne jetzt wieder hier in einem Vier-Generationen-Haus.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Jessica: Das war vor zwei Jahren in der Kita bei der Eingewöhnung unserer Töchter. Die Kinder sind schnell beste Freundinnen geworden und dann trifft man sich ja auch als Eltern öfter.

Was habt ihr zu dieser Zeit beruflich gemacht?

Stephanie: Wir haben ursprünglich beide BWL studiert. Ich wollte mich aber eigentlich schon mit 18 immer selbstständig machen und eine Kita eröffnen. Im Laufe meines Arbeitslebens habe ich immer Jobs angenommen, die mich weiter in diese Richtung bringen. Ich habe viel im Finanz- und Personalbereich gearbeitet, aber auch Events organisiert. Als letztes war ich bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg hier in Potsdam.

Jessica: Ich habe eigentlich immer in der Medienwelt gearbeitet – bei einer Castingagentur, Zeitungen oder auch bei der Filmproduktion, zwischendurch habe ich auch mal für anderthalb Jahre die Welt bereist. Insgeheim habe ich aber immer schon von einem eigenen Café geträumt.

Und wie wurde das mit Mr & Mrs klitzeklein konkreter?

Aus der Spinnerei könnte tatsächlich was werden!

Stephanie: Ungefähr vor einem Jahr saßen wir bei Jessica in der Küche, haben Kaffee getrunken und darüber gesprochen, dass wir in unseren Jobs unglücklich sind. Und was wir eigentlich machen wollten. Ich habe von meiner Kita erzählt und Jessica vom Café mit gesunder Ernährung. Dann haben wir rumgesponnen – irgendwann ist mir fast der Kopf explodiert!

Jessica: Wir haben uns dann beim Lotsendienst (Anmerkung der Redaktion: Hilfsprogramm für Neugründer in Potsdam) angemeldet und unser Konzept immer weiter ausgearbeitet und mit Hilfe der Unternehmensberatung, die uns zur Seite gestellt wurde, einen Business Plan erstellt. Wir hatten ein Coaching Richtung Finanzen und eins Richtung Café, das hat sich super ergänzt.

Stephanie: Wir haben zwischendurch immer wieder gemerkt, dass die andere es ernst meint und dass aus der Spinnerei tatsächlich was werden könnte.

Jessica: Und wir haben uns gegenseitig aus den Angstlöchern rausgezogen – zum Glück hatte immer nur einer Panik. (lacht)

Was war die größte Herausforderung?

Jessica: Der Schritt zur Bank.

Stephanie: Ja, da hatte ich echt Angst, ich habe ja einen sehr gut bezahlten Job hinter mir gelassen. Da steht am Ende eine echt große Zahl unter dem Strich und natürlich gibt es damit verbunden auch die Angst vor dem Scheitern.

Wie haben eure Männer auf eure Idee reagiert?

Jessica: Das war sehr unterschiedlich. (lacht) Mein Mann sagte: Egal, was Du machst, ich unterstütze dich!

Stephanie: … und meiner war geschockt und gar nicht begeistert. Er hat ein halbes Jahr gebraucht und jetzt ist er mittendrin! Beide Männer unterstützen und helfen uns sehr.

Jessica: Wir teilen uns zum Beispiel das Abholen und Bringen der Kinder auf – und das, obwohl mein Mann auch einen 40-Stunden-Job und dazu einen Arbeitsweg von anderthalb Stunden hat.

Wie kam es zu eurem Namen “Mr & Mrs klitzeklein”?

Stephanie: Das kam von einer Freundin, die im Marketing arbeitet, die hat uns verschiedene Vorschläge gemacht. Wir fanden den Namen so cool, da ist es dabei geblieben. Die illustrierten Kinder neben dem Namen sind übrigens “Bella & Eddie”, nach unseren eigenen Kindern benannt.

Im Mai habt ihr die Location gefunden, im Juli kam die Zusage der Bank, im Dezember habt ihr nach großem Umbau schon eröffnet, wie habt ihr das denn bitte geschafft?!?

Stephanie: Mein Mann ist Dachdecker und kennt viele Handwerker, das war schon ein Glück. Die haben uns alle dazwischen gequetscht, so kurfristig macht das ja sonst keiner.

Jessica: Noch zwei Tage vor Eröffnung wurde uns von Besuchern gesagt: “Das schafft ihr nie!”. Haben wir aber. Es waren extrem kurze Nächte und lange, lange Tage. Viele haben uns in unsere Ideen reingeredet und kritisiert. Aber wir haben es durchgezogen und im Januar eröffnen wir dann auch den zweiten Teil der Räumlichkeiten, der jetzt noch fertig gebaut wird.

Stephanie: Ja und dann kommt auch endlich der tolle Spielturm, den ich mir so sehr gewünscht habe! Nebenan haben wir dann einen Still- und Wickelraum, Umkleiden und die Kursräume. Aber wir haben noch viele weitere Pläne und möchten gern draußen eine Terasse bauen und uns im Haus vergrößern.

Was ist das Besondere an Mr & Mrs klitzeklein?

  

Jessica: Zum einen ist das unser gesundes Essen. Wir haben eine Konditorin, die zaubert selbst die süßen Leckereien ohne Zucker und ohne Weißmehl. Wir starten mit Frühstück und selbst gebackenen Brötchen und Brot, Haferflocken, Obst und so weiter. Mittags gibt es immer ein frisches, gesundes Gericht und für Kinder Klassiker wie Nudeln mit Tomatensauce, natürlich mit Dinkel-Nudeln. Der Renner sind unsere Bananen-Dinkel-Waffeln. Und wir haben Muffins, Törtchen und Kuchen, frisch gemacht von der Konditorin. Alles natürlich auch zum Mitnehmen!

Stephanie: Einzigartig sind auch unsere Parallelkurse für Eltern und Kinder. Während die Kinder am Nachmittag Kinderyoga machen oder sich bei “Sport & Spaß” vergnügen, können sich die Mütter oder Väter parallel bei Pilates, Yoga, Qui Gong oder Samba auspowern und entspannen. Unsere Kurse starten mit der Schwangerschaft, dann kommen die Babykurse, Musikgarten und weiter geht es, bis die Kinder ungefähr 9-11 Jahre alt sind mit Hip-Hop, Tanz und Ähnlichem.

Was ist das Schönste jetzt nach der Eröffnung?

Stephanie: Die Resonanz von den glücklichen Gesichtern der Eltern und Kinder, die uns besuchen.

Jessica: Dass man sehen kann, wie der Traum Wirklichkeit wird. Frei zu sein, trotzdem es so anstrengend ist. Man arbeitet mehr, hat aber auch mehr Energie.

Wie teilt ihr euch die Arbeit auf?

Wir ergänzen uns sehr gut.

Stephanie:  Jessica ist Morgenmensch, ich bin der Abendmensch, wir ergänzen uns sehr gut! So teilen wir uns auch den Tag untereinander auf.

Jessica: Und uns war von Anfang an wichtig, nicht alles allein zu machen, sondern uns Leute zu holen, die uns helfen.Wir haben neben der Konditorin bereits zwei Servicekräfte und natürlich die ganzen professionellen Kursleiter.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Stephanie: Unsere Slogans sind ja zum Beispiel „Gut für Dich, gut für Dein Kind“ oder “Wertvolle Zeit, sinnvoll genutzt.” Wir wünschen uns, dass die Eltern das auch so sehen und ihre Zeit hier gern verbringen und sinnvoll finden.

Jessica: Ich wünsche mir, dass die Freude bleibt, die ich gerade empfinde. Dann bin ich glücklich.

Liebe Jessica, liebe Stephanie, wir danken euch für das Gespräch und wünschen euch weiterhin ganz viel Erfolg!

Weitere Informationen:

Das Familiencafé Mr & Mrs klitzeklein findet ihr hier:

Potsdam Babelsberg / Konsumhof 1-5 / 14482 Potsdam
mr-mrs-klitzeklein.de

Öffnungszeiten:  Mo-Fr: 9-18 Uhr / Sa-So 10-16 Uhr (ab Januar)

Fotos: Titelfoto, Fotos Stephanie: © POLA Magazin, Foto Innenraum: © Manuela Clemens für Mr & Mrs klitzeklein

Habt ihr Lust, weitere Potsdamer Unternehmen kennen zu lernen? Dann schaut mal in unsere Rubrik “POLA stellt vor…“!

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